Knoten geplatzt! Chemie Leipzig sackt ganz wichtigen Dreier im Abstiegskampf ein

Leipzig - "Der Knoten wird richtig platzen", hatte Trainer Alexander Schmidt vor der Partie gegen den FSV Luckenwalde prophezeit. Am Sonntag legten seine Spieler dafür eindrucksvoll Hand respektive Fuß an. Am Ende lockerte die BSG Chemie Leipzig ihre Abstiegsfesseln am 27. Spieltag der Regionalliga Nordost mit einem 1:0 (1:0)-Erfolg zumindest etwas.

Rajk Lisinski (oben) lässt sich von seinen Kollegen nach dem Führungstreffer für die BSG feiern.  © Roger Petzsche / PICTURE POINT

Dabei startete das wichtige Duell aus sächsischer Sicht alles andere als ideal: Lorenz Hollenbach blieb früh nach einem Zusammenstoß an der Mittellinie liegen und musste behandelt werden (4. Minute). Einige Zeigerumdrehungen später war klar, dass es nicht mehr weiterging. Für den Innenverteidiger kam Tim Hoops positionsgetreu ins Spiel.

Die Chemiker schüttelten den zeitigen Verletzungsschreck aber rasch ab und hatten kurz drauf die erste gute Möglichkeit. Stanley Ratifo (9.) probierte es aus etwa zwölf Metern mit dem Schlenzer, FSV-Keeper Kevin Tittel war jedoch zur Stelle.

Der Abschluss diente praktisch als Initialzündung einer starken ersten Hälfte, in der die Leutzscher giftig pressten, viele Bälle eroberten und immer wieder in die Offensive drängten. Nur in den Maschen zappeln wollte das Leder zunächst nicht.

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Bis zur 30. Minute: Ratifo scheiterte infolge einer Lihsek-Flanke sowie starker Brustannahme noch an Tittel, aber der aufgerückte Rajk Lisinski stand goldrichtig - wenn auch in leicht abseitsverdächtiger Position - und schob überlegt und mit aller Ruhe zur 1:0-Führung ein. Kollektives Aufatmen im Alfred-Kunze-Sportpark!

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Valon Aliji (r.) hatte die Entscheidung gleich mehrfach auf dem Fuß.  © Roger Petzsche / PICTURE POINT

Der Treffer sorgte keineswegs für Nachlässigkeiten bei der Schmidt-Elf, stattdessen schob seine Truppe weiter fleißig an und ließ hinten keinen einzigen Torschuss der Gäste im ersten Durchgang zu.

Luckenwalde wollte das nach dem Seitenwechsel natürlich ändern und kam deutlich bemühter aus der Kabine, mehr als zwei Mini-Chancen (47.) autorisierten die Hausherren allerdings nicht. Anschließend dominierte erneut die BSG.

Und die musste mit einer knappen Stunde auf der Uhr eigentlich erhöhen, doch Valon Aliji jagte die Kugel nach starker Eroberung beim gegnerischen Aufbau knapp am linken Pfosten vorbei (57.).

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Rächen sollte sich das nicht, weil die harmlosen Brandenburger auch in den letzten 30 Minuten kaum eine Lücke im grün-weißen Abwehrriegel fanden.

Die Chemiker schafften es auf der anderen Seite hingegen ebenso wenig, der Schlussphase ihre Spannung zu rauben, weil ein Fallrückzieher des eingewechselten Tim Bunge (73.) sowie der nächste Aliji-Hochkaräter (76.) daneben gingen. In der 88. Minute musste der Sportpark bei einem gefährlichen Schuss von Ex-Dynamo Jonas Kühn daher doch nochmal kurz bibbern, es blieb jedoch beim knappen Sieg.

Mit dem Dreier beendeten die Leutzscher ihre Sieglos-Serie von fünf Partien und verkürzten den Abstand auf Babelsberg und den so begehrten 15. Tabellenplatz.

Tabelle Regionalliga Nordost

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 1. FC Lokomotive Leipzig 26 55:20 61
2 Hallescher FC 26 47:23 53
3 FC Rot-Weiß Erfurt 26 50:33 50
4 FC Carl Zeiss Jena 25 45:28 48
5 FSV Zwickau 25 38:32 45
6 VSG Altglienicke 25 34:30 38
7 Chemnitzer FC 26 42:40 37
8 1. FC Magdeburg II 26 40:36 34
9 FSV 63 Luckenwalde 24 27:31 32
10 BFC Preussen 23 31:37 31
11 Hertha BSC II 25 38:48 30
12 ZFC Meuselwitz 25 34:40 29
13 BFC Dynamo 24 29:37 27
14 Greifswalder FC 25 26:35 26
15 SV Babelsberg 03 24 35:45 24
16 BSG Chemie Leipzig 25 24:38 21
17 FC Eilenburg 26 25:44 19
18 Hertha 03 Zehlendorf 22 17:40 11

Der Meister 2026 spielt am Ende der Saison in zwei Aufstiegsspielen gegen den Meister der Regionalliga Bayern. Der Sieger steigt in die 3. Liga auf. Es steigen maximal vier Mannschaften in Abhängigkeit der Absteiger aus der 3. Liga ab.

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