Schöningen/Leipzig - Zwei Jahre Lok Leipzig, zwei Jahre Chemie Leipzig: Nach vier Saisons hieß es für Julian Weigel (25) im Sommer Abschied nehmen von der Regionalliga Nordost. Den "Panzer", wie er von seinen Mitspielern gern genannt wird, zog es zum FSV Schöningen in die Regionalliga Nord. Wie es ihm dort geht, hat er TAG24 im Interview verraten.
"Panzer hat trotz Verletzungspech immer Vollgas gegeben und ist ein echtes Beispiel für Kampf- und Einsatzbereitschaft", schrieben die Chemiker im Mai zum Abschied des Abwehrmanns.
Besser lässt sich der robuste Verteidiger auch kaum beschreiben, der sich mit seiner Spielweise in die Herzen vieler Fans gekickt hat. Trotzdem war das Kapitel Leipzig schließlich beendet.
"Ich lebe jetzt wieder in Magdeburg, habe meinen Freundeskreis wieder um mich. Die Mannschaft ist auch super, wir verstehen uns alle. Das macht mir die Sache hier leicht", berichtet der 25-Jährige.
Ex-Chemiker Philipp Harant (27), der vor seinem Wechsel zum FSV Zwickau auch in Schöningen war, hat Weigels Entscheidung zusätzlich noch bestärkt. Dass es bei Chemie nicht weitergehen würde, war wohl aber auch schon relativ früh aus guten Gründen klar.
Der Mann aus der Abwehr berichtet: "Ich wollte mit meiner Verlobten zusammenziehen, was in Leipzig nicht ging, weil sie hier in Magdeburg arbeitet. Durch Philipp hatte ich dann einen guten Kontakt nach Schöningen, wodurch alles ins Rollen kam. Wohl egal, wie das bei Chemie gelaufen wäre, wenn ich zum Beispiel nicht verletzt gewesen wäre, wäre ich wohl trotzdem diesen Schritt gegangen."
Julian Weigel schaut sich noch immer Spiele der BSG Chemie Leipzig an
Ein Schritt, der sich bislang definitiv auszahlt. Weigel hat sich beim ambitionierten Viertligisten zum Stammspieler gemausert. Liegt mit dem Club momentan auf dem zweiten Platz.
Seinem Spitznamen hat er auch schon alle Ehre gemacht, als er im ersten Ligaspiel gegen den SSV Jeddeloh II direkt die Rote Karte kassierte. "Dann musste ich erst einmal wieder zwei Spiele aussetzen (lacht). Aber sonst bin ich immer zum Einsatz gekommen, fühle mich auch wieder fit."
Sollte der FSV tatsächlich das Kunststück schaffen, am Ende der Spielzeit ganz oben zu stehen, würde Schöningen die bittere Relegation blühen, die Lok in den letzten zwei Jahren durchgemacht hat.
Daran denkt der 25-Jährige aber noch nicht: "Das eigentliche Ziel war, so schnell wie möglich die 40 Punkte zu sammeln, damit wir mit dem Abschied nix zu tun haben. Jetzt schauen wir von Spiel zu Spiel, wollen das Bestmögliche rausholen. An die 3. Liga habe ich noch kaum einen Gedanken verschwendet."
Übrigens: Auch wenn Weigel eine Leipzig-Rückkehr beinahe ausschließt, kann er seinen Blick von der Regionalliga Nordost und Grün-Weiß auch heute noch sehr schlecht lassen. "Wenn ich jetzt noch Zeit habe - gerade ist es etwas schwierig mit meinen Spielen, weil die sich immer etwas überschneiden - dann fahre ich trotzdem zu Chemie und gucke da zu", so der Verteidiger.