Platzverweis, Torhüter-Verletzung, später Ausgleich: CFC holt glücklichen Punkt
Chemnitz - Der Chemnitzer FC schrammt knapp an der dritten Niederlage in Folge vorbei! Gegen Regionalliga-Neuling BFC Preussen traf Top-Torjäger Dejan Bozic am Samstag vor 3726 Zuschauern in der Nachspielzeit einer turbulenten Partie vom Elfmeterpunkt zum 1:1 (0:1)-Endstand.
Alles in Kürze
- Chemnitzer FC holt glücklichen Punkt gegen BFC Preussen.
- Torhüter Steffen Westphal verletzt sich schwer.
- BFC Preussen geht in Führung durch Patrick Breitkreuz.
- Daniel Adamczyk wird gefoult, Gegner sieht Rote Karte.
- Dejan Bozic trifft in der Nachspielzeit zum 1:1-Endstand.

Trainer Benjamin Duda mischte vor dem Heimspiel gegen den Aufsteiger ordentlich durch. Nach dem 1:2 bei Lok Leipzig beorderte er Kapitän Tobias Müller, Leon Damer, und Roman Eppendorfer auf die Bank. Für dieses Trio rückten erstmals in dieser Saison Artur Mergel, Anton Rücker und Jonas Marx in die Startelf.
Das dritte Spiel in der Englischen Woche begannen die Himmelblauen selbstbewusst, zweikampfstark, mit klarem Zug zum gegnerischen Tor. Maurizio Grimaldi zog in der 3. Minute aus guter Position ab - in die Arme von Preussen-Torwart Steffen Westphal.
Der war auch beim 30-Meter-Schuss von Felix Müller (12.) und der gefährlichen Hereingabe von Johannes Pistol auf dem Posten. Seine beste Tat vollbrachte Westphal in der 21. Minute: Grimaldi bereitete über die rechte Außenbahn vor. In zentraler Position lauerte Marx. Dessen Aufsetzer-Kopfball parierte der Keeper stark.
Auf der Gegenseite musste Daniel Adamczyk beim Schuss von Shean Mensah sein ganzes Können aufbieten, um den Rückstand zu vermeiden (15.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff gab es für den CFC-Schlussmann nichts zu halten. Nach dem vierten Eckball der Gäste verlor Marx am langen Pfosten seinen Gegenspieler Patrick Breitkreuz aus den Augen. Der Berliner netzte aus Nahdistanz ein.
Preussen-Torwart Westphal verletzt

Die zweite Halbzeit wurde überschattet von der schlimmen Verletzung des Preussen-Torwarts. Westphal riskierte in der 53. Minute bei seiner Rettungsaktion gegen Marx Kopf und Kragen und blieb danach am Boden liegen.
Die Spieler beider Teams signalisierten sofort: Hier ist Schlimmeres passiert. Teamärzte und Rettungssanitäter eilten aufs Spielfeld.
Westphal wurde minutenlang behandelt und schließlich ausgewechselt. Unter dem Beifall der Zuschauer wurde er mit der Trage in die Katakomben gebracht. Danach gings direkt ins Krankenhaus.
BFC-Gästetrainer Daniel Volbert sagte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel zur schweren Verletzung seines Torhüters Steffen Westphal:"Es besteht Verdacht auf Nasenbein- und Kiefernbruch. Steffen ist jetzt im Chemnitzer Klinikum. Vielen Dank an den Chemnitzer Mannschaftsarzt, der uns sofort geholfen hat. Großen Respekt an die Fans auf der Südtribüne, die sehr sensibel mit dieser Situation umgegangen sind."
In der 64. Minute dann die nächste Schrecksekunde. Dieses Mal erwischte es Adamczyk. Weit vor seinem Strafraum klärte er vor dem heranstürmenden Mensah und wurde übel gefoult. Der Berliner sah von Schiedsrichterin Miriam Schwermer die Rote Karte. Adamczyk wurde am Sprunggelenk behandelt, konnte aber weiterspielen.
Der große Sturmlauf der Chemnitzer blieb in Überzahl zunächst aus. Der BFC verteidigte clever und hatte in der 75. Minute nach dem Ballverlust des eingewechselten Damer die Chance zum 2:0. Fabio Engelhardt war frei vor dem Tor und legte quer. Rücker rettete in höchster Not.
In den Schlussminuten warfen die Gastgeber alles nach vorn. Westphal-Vertreter Karl Albers hielt seinen Kasten sauber - bis in die 5. Minute der Nachspielzeit. Nach einem Foul an Bozic zeigte Schwermer auf den Punkt.
Bozic trat an, verwandelte sicher und rettete dem CFC einen Zähler.
Titelfoto: Harry Härtel