"Verheerendes Signal": Bei diesem Thema redet sich CFC-Trainer Duda in Rage
Chemnitz - Die Tagung der Arbeitsgruppe "Regionalliga-Reform" am Mittwoch auf dem DFB-Campus in Frankfurt/Main sorgte für den Aufreger der Woche.
Die Initiative "Aufstiegsreform 2025", die mittlerweile von 70 Vereinen bundesweit getragen wird, positionierte sich klar: Sie unterstützt geschlossen das Kompass-Modell.
Demgegenüber steht das Regionen-Modell - ein seit Jahren diskutierter Ansatz, der im Kern auf eine Zerschlagung der Regionalligen Nordost, Nord und Bayern hinauslaufen würde. Damit würde ausgerechnet mit der Nordost-Staffel die zuschauerstärkste 4. Liga auseinandergerissen.
Eine Einigung kam am Mittwoch nicht zustande. Sehr zum Ärger von CFC-Cheftrainer Benjamin Duda (37), der sich auf der Pressekonferenz am Freitag richtig in Rage redete.
"Ich finde das Signal verheerend. Das betreibt eine gesellschaftliche Spaltung von West und Ost, die es so ja eigentlich gar nicht mehr geben soll, kann, darf oder auch muss. Diese Spaltung, die ich in diesem Zwischenschritt einmal mehr wahrnehme, ist eine Katastrophe. Ich glaube, ich kann das am besten bewerten", schimpfte der im niedersächsischen Peine geborene Fußball-Lehrer.
CFC-Coach Duda: "Es heißt Deutscher Fußball-Bund und nicht Westdeutscher Fußball-Bund"
Duda arbeitete vor seiner Station beim Chemnitzer FC beim Berliner AK 07 und Germania Halberstadt. Beide Vereine spielten damals in der Regionalliga Nordost.
"Es heißt Deutscher Fußball-Bund und nicht Westdeutscher Fußball-Bund. Das heißt, wir sind alle eins. Wir sprechen von Einheitlichkeit und haben die ja auch seit 36 Jahren politisch geschaffen. Das aber jetzt so nicht zu leben, gerade als Sportler, Fußballer, finde ich auch für mich persönlich enttäuschend."
Duda zog abschließend den Vergleich zum aktuell laufenden Kinofilm über die deutschen Fußball-Weltmeister von 1990. "Da gibt es einige Interviews, einige Stimmen, wo die Mannschaft diese Energie gespürt hat vom Zusammenschluss von Ost und West. 36 Jahre später muss man schon irgendwo ernüchternd feststellen, dass sich das Land natürlich entwickelt hat. Aber gerade in solchen sportpolitischen Entscheidungen wird die Einheitlichkeit mit Füßen getreten! Das muss ich so klar und deutlich sagen."
Titelfoto: picture point/Sven Sonntag
