Geld-Alarm bei der Eintracht: Neues Millionen-Minus bringt Frankfurt in Bedrängnis

Frankfurt am Main - Trotz sportlicher Erfolge steuert Eintracht Frankfurt erneut auf ein negatives Jahresergebnis zu. Brisant ist dies vor allem vor dem Hintergrund, der diesjährigen Champions-League-Teilnahme und hoher Transfereinnahmen im vergangenen Sommer. Wie kann da am Ende trotzdem ein dickes Minus stehen?

SGE-Sportvorstand Markus Krösche (45, l.) und Vorstandssprecher Axel Hellmann (54) müssen zukünftig noch mehr auf die Zahlen des Klubs achten.  © Arne Dedert/dpa

Trotz erneut hoher Ablösesummen für die Verkäufe von Hugo Ekitiké (23) und Tuta (26) könnte die SGE finanzielle Schwierigkeiten bekommen, wie aus einem neuen Bericht des Kickers jetzt hervorgeht.

Im Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024/25 hatte der Frankfurter Vorstand für die laufende Saison 2025/26 einen Umsatz zwischen 375 und 395 Millionen Euro eingeplant.

Beim Ergebnis kalkulierten die Verantwortlichen mit einer Spanne zwischen minus acht und plus zwei Millionen Euro. Diese Prognose dürfte sich jedoch als deutlich zu optimistisch erweisen, so die Einschätzung des Kickers.

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Denn zusätzliche Ausgaben haben die Planung inzwischen verändert. Vor allem die Wintertransfers sowie die Entlassung von Trainer Dino Toppmöller (45) belasten die Bilanz. Dadurch wird sich das Minus nach Kicker-Informationen voraussichtlich auf satte zehn bis 20 Millionen Euro belaufen.

Frankfurt verschaffte sich zudem kurzfristig Liquidität über zwei Forderungsabtretungen. Insgesamt ließ sich der Klub 27,75 Millionen Euro vorzeitig auszahlen, indem sie "künftige Forderungen gegenüber dem Stadionsponsor Deutsche Bank an die Oldenburgische Landesbank abtraten", erklärt der Kicker.

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Eintracht Frankfurts Vorstand verschlingt im Bundesliga-Vergleich extrem viel Gehalt

Nathaniel Brown (22) gilt als Tafelsilber der SGE. Der Linksverteidiger sollte im Sommer möglichst teuer verkauft werden.  © Marc Schüler/dpa

Ein solcher Schritt erfolgte bereits 2021 während der Pandemie und etwas überraschend erneut im August 2024 kurz vor Transferschluss. Ein Beispiel, das zeigt, wie knapp die Eintracht kalkuliert.

Auch die Vergütungen des Vorstands fallen mächtig ins Gewicht. Im Geschäftsjahr 2024/25 lagen diese bei 10,26 Millionen Euro.

Zum Vergleich: Beim VfB Stuttgart erhielten die Vorstände 2024 insgesamt 3,59 Millionen Euro, bei Borussia Dortmund verdiente die Geschäftsführung um Hans-Joachim Watzke (66) rund 7,85 Millionen Euro.

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In Frankfurt steht zudem eine Vertragsverlängerung von Vorstandssprecher Axel Hellmann (54) im Raum, die Medienberichten zufolge etwa 15 Millionen Euro über fünf Jahre umfassen könnte.

Um wirtschaftlich stabil zu bleiben, wird der Transfermarkt weiterhin entscheidend sein. Intern gilt ein Überschuss von 50 bis 70 Millionen Euro im kommenden Sommer als Ziel. Einer der Kandidaten für einen großen Erlös ist Linksverteidiger Nathaniel Brown (22), für den sich die Eintracht eine Ablöse von über 60 Millionen Euro erhofft.

Neuverpflichtungen könnten ohne das Erreichen von Europa schwierig werden

Schwierig dürfte sich vor dem Hintergrund der Zahlen hingegen eine feste Verpflichtung von Leihspieler Arnaud Kalimuendo (24) gestalten, der 27 Millionen Euro kosten soll.

Generell gilt: Das Erreichen von Europa ist für Eintracht Frankfurts wirtschaftliche Lage von höchster Priorität!

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Tabelle 1. Bundesliga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 FC Bayern München 24 88:23 63
2 Borussia Dortmund 24 51:25 52
3 TSG 1899 Hoffenheim 24 49:31 46
4 VfB Stuttgart 24 48:32 46
5 RB Leipzig 24 46:33 44
6 Bayer 04 Leverkusen 24 44:29 41
7 Eintracht Frankfurt 24 48:49 34
8 SC Freiburg 24 34:39 33
9 FC Augsburg 24 30:41 31
10 1. FC Union Berlin 24 29:38 28
11 Hamburger SV 24 26:34 27
12 Borussia Mönchengladbach 24 27:39 25
13 1. FC Köln 24 33:41 24
14 1. FSV Mainz 05 24 27:39 23
15 FC St. Pauli 24 23:40 23
16 SV Werder Bremen 24 25:44 22
17 VfL Wolfsburg 24 33:53 20
18 1. FC Heidenheim 24 22:53 14

Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Deutscher Meister. Wer auf den Rängen 17 und 18 steht, steigt in die 2. Bundesliga ab. Der drittletzte Platz (Position 16) darf in der sogenannten Relegation um den Klassenerhalt spielen. Der Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.

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