Frankfurt am Main - Sichere Führung verspielt und Rückstand aufs internationale Geschäft vergrößert: Die Frankfurter Eintracht hat einen enttäuschenden Ostersonntag hinter sich, dazu werfen Albert Rieras Aussagen erneut Fragen auf.
Der 43 Jahre alte Spanier versucht zwar weiterhin mit allen Mitteln, eine positive Atmosphäre im und um den Verein zu beschwören, sorgte mit seiner Wortwahl nach der Partie allerdings bestenfalls für Stirnrunzeln - bei einigen auch für Kopfschütteln.
Zwar sieht Riera, der am 1. Februar das Ruder in der Mainmetropole in die Hand gedrückt bekam, seine Mannschaft angesichts einer "schwierigen Ausgangssituation" auf dem richtigen Weg. Wo er den Ausgangspunkt verortet, lässt aber stutzen.
Als er in Frankfurt unterzeichnet habe, "waren wir die schlechteste Mannschaft in Europa", erklärte Riera nach dem 2:2-Remis gegen den 1. FC Köln seine Sicht, die primär auf den vielen Gegentoren fußt. Es habe vor inzwischen zwei Monaten sehr viel "Frustration und Enttäuschung" geherrscht.
Letzteres mag stimmen, Ersteres mutet aber trotz der nicht von der Hand zu weisenden Probleme etwas überzogen an.
Riera betonte, dass es sich dabei um die Vergangenheit handele, entscheidend allerdings immer die Gegenwart sei. Lediglich drei Siege in der Bundesliga stehen in dieser für ihn zu Buche. Dazu gesellen sich drei Unentschieden und zwei Niederlagen.
Kurz: Die Gegenwart sieht auch nicht wirklich rosig aus. Die Leistungen auf dem Platz bleiben schwankend, abseits des Rasens irritiert der Coach ein ums andere Mal. Das Fanlager ist bei ihm bestenfalls als gespalten anzusehen.
Eintracht Frankfurts Albert Riera hadert mit Startzeitpunkt: "Der schlechteste Tag für einen Trainer"
Er wisse genau, was zu tun sei, versicherte Riera, der mit einigen Kader- und Taktikentscheidungen bei vielen den gegenteiligen Eindruck erweckt.
Seine Spieler bräuchten "meine Liebe", schilderte der Spanier, nur um kurz darauf zwischen den Zeilen durchblicken zu lassen, mit dem Kader alles andere als zufrieden zu sein - so viel zum Thema.
Der Zeitpunkt, an dem er den Posten von seinem Vorgänger Dino Toppmöller (45) übernommen hat, hätte in seinen Augen demnach kaum schlechter sein können. "Ich habe am 1. Februar angefangen, das ist der schlechteste Tag für einen Trainer."
Das Transferfenster sei geschlossen gewesen, er habe praktisch keine Vorbereitungszeit gehabt, sondern sofort ein Spiel vor der Brust, haderte er bei einer Nachfrage, wann man den vollmundig angekündigten Riera-Fußball sehen würde.
Es war nicht die erste Aussage in diese Richtung. Das Spielermaterial scheint nicht zu Vorstellungen und Spielidee zu passen.
"Ich möchte mich nicht beschweren", stellte Riera klar. "Es ist, wie es ist." Seine Aufgabe sei es jetzt, "mit dem Team, das wir im Moment haben", so gut wie möglich zu spielen. Das Maximum sei nicht erreicht. Im Sommer könnte Riera dann die Eintracht nach den eigenen Vorstellungen formen - wenn er nicht selbst schon wieder Vergangenheit ist.
Tabelle 1. Bundesliga
| POS | VEREIN | Sp. | +/- | Pkt. | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
|
FC Bayern München | 28 | 100:27 | 73 | |
| 2 |
|
Borussia Dortmund | 28 | 60:28 | 64 | |
| 3 |
|
RB Leipzig | 28 | 55:36 | 53 | |
| 4 |
|
VfB Stuttgart | 28 | 56:38 | 53 | |
| 5 |
|
TSG 1899 Hoffenheim | 28 | 55:41 | 50 | |
| 6 |
|
Bayer 04 Leverkusen | 28 | 58:39 | 49 | |
| 7 |
|
Eintracht Frankfurt | 28 | 52:53 | 39 | |
| 8 |
|
SC Freiburg | 28 | 41:47 | 37 | |
| 9 |
|
1. FSV Mainz 05 | 28 | 35:43 | 33 | |
| 10 |
|
1. FC Union Berlin | 28 | 32:47 | 32 | |
| 11 |
|
FC Augsburg | 28 | 34:51 | 32 | |
| 12 |
|
Hamburger SV | 28 | 32:41 | 31 | |
| 13 |
|
Borussia Mönchengladbach | 28 | 35:48 | 30 | |
| 14 |
|
SV Werder Bremen | 28 | 31:49 | 28 | |
| 15 |
|
1. FC Köln | 28 | 40:49 | 27 | |
| 16 |
|
FC St. Pauli | 28 | 25:45 | 25 | |
| 17 |
|
VfL Wolfsburg | 28 | 38:63 | 21 | |
| 18 |
|
1. FC Heidenheim | 28 | 29:63 | 16 | |
Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Deutscher Meister. Wer auf den Rängen 17 und 18 steht, steigt in die 2. Bundesliga ab. Der drittletzte Platz (Position 16) darf in der sogenannten Relegation um den Klassenerhalt spielen. Der Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.