Knockout in Baku! Frankfurt fliegt gegen Qarabağ aus Champions League
Baku (Aserbaidschan) - Es ist unfassbar! Die Frankfurter Eintracht hat erneut drei Gegentreffer kassiert und sich mit einer 2:3-Niederlage gegen Qarabağ Ağdam vorzeitig aus dem Rennen um die Playoffs der Champions League verabschiedet.
Alle Fans, die es mit der Eintracht halten, mussten am Mittwochabend in der Königsklasse wie so oft in den vergangenen Wochen ein zum Kopfschütteln einladendes Wechselbad der Gefühle durchleben.
Can Uzun und Fares Chaibi hatten einen frühen Rückstand im Tofik-Bakhramov-Stadion in Baku gedreht, der Showdown am achten und letzten Spieltag der Ligaphase vor heimischer Kulisse im Deutsche Bank Park gegen Tottenham schien bereits zum Greifen nah. Es folgten zwei brutale Nackenschläge - und der endgültige Knockout.
Völlig euphorisiert vom Treffer zum 2:1 nur drei Minuten zuvor durch Chaibi, der in der 77. Minute vom Elfmeterpunkt die Nerven behalten hatte, waren die Defensivakteure für einen Augenblick nicht bei der Sache, was von Camilo Duran, der bereits in der vierten Minute zur 1:0-Führung der Hausherren getroffen hatte, bestraft wurde.
Marko Jankovic hatte fein links in den Strafraum durchgesteckt, Elvin Jafarguliyev das Auge für den in der Mitte mitgelaufenen Duran, der in der 80. Minute nur den Fuß hinhalten musste. Für Arthur Theate und Co. war das alles viel zu schnell gegangen.
Und es sollte noch schlimmer kommen! Durch den 2:2-Ausgleich und die damit verbundene Tabellensituation musste die Truppe von Interimstrainer Dennis Schmitt auf den dritten Treffer spielen. Statt dem Bundesligisten netzte jedoch der vermeintliche Außenseiter: In der vierten Minute der Nachspielzeit war es Bahlul Mustafazada, der zum 3:2 traf.
Frankfurt verliert in Baku: Dennis Schmitt musste auf Winterneuzugänge verzichten
Unverdient war der Last-Minute-Erfolg keinesfalls. Die Teams hatten sich über das ganze Spiel hinweg praktisch nichts geschenkt. Vor allem im zweiten Durchgang waren gefährliche Torraumszenen aber über weite Strecken echte Mangelware gewesen.
Durch die Niederlage hat Frankfurt mit vier Zählern nach sieben Partien keine Chance mehr, den für die Playoffs notwendigen 24. Platz noch zu erreichen. Zehn Treffern stehen 19 (!) Gegentore gegenüber.
"Das kann nicht sein, dass wir wieder so spät zwei Gegentore bekommen. Wir kriegen jedes Spiel drei Gegentore. Dann wird es einfach schwer, Spiele zu gewinnen", sagte Ansgar Knauff nach dem Abpfiff bei DAZN. Es sei alles "einfach sehr, sehr ärgerlich."
Für Qarabağ ist am abschließenden Spieltag an der Anfield Road beim FC Liverpool alles möglich, die Eintracht kann sich im Deutsche Bank Park am kommenden Mittwoch (21 Uhr) hingegen maximal mit Anstand aus der Königsklasse verabschieden.
Auf die wichtigen Winterneuzugänge musste Schmitt, der bei seinem Debüt direkt den Sprung von der Hessenliga, in der er normalerweise die U21 der Frankfurter betreut, in die Champions League absolvierte, verzichten, da jene in der Königsklasse nicht spielberechtigt sind. Die UEFA erlaubt eine Nachregistrierung erst nach der laufenden Ligaphase.
Statistik zum Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und Qarabağ Ağdam
Champions League, 7. Spieltag
Qarabağ Ağdam - Eintracht Frankfurt 3:2 (1:1)
Qarabağ Ağdam: Kochalski - Matheus Silva, Mustafazada, Medina, Jafarguliyev - Pedro Bicalho, Jankovic, Andrade (85. Kashchuk), Joni Montiel (85. Addai), Zoubir - Duran (90. Gurbanli)
Eintracht Frankfurt: Kaua Santos - Collins (85. Staff), Koch, Theate - Kristensen, Skhiri, Larsson (85. Höjlund), Brown, Doan (71. Götze), Uzun (71. Chaibi) - Knauff (79. Bahoya)
Schiedsrichter: Sandro Schärer (Schweiz)
Zuschauer: 30.000
Tore: 1:0 Duran (4.), 1:1 Uzun (10.), 1:2 Chaibi (77./Foulelfmeter), 2:2 Duran (80.), 3:2 Mustafazada (90.+4)
Gelbe Karten: Duran / Kristensen, Staff
Titelfoto: IMAGO/HMB-Media

