Cottbus-Kapitän verrät bei TAG24: Das investiere ich für den Aufstieg, und "ich habe eine Vertragsoption"

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Cottbus - Mit einem Sieg beim VfL Osnabrück (Sonntag, 13.30 Uhr) wäre für Energie Cottbus im Aufstiegsrennen alles möglich. Im TAG24-Interview spricht Kapitän Axel Borgmann (31) vor dem Spitzenspiel über die Spielweise, wie das Team zuletzt den Schalter umlegte, seinen Torhunger und eine Vertragsklausel im Aufstiegsfall.

Axel Borgmann (31) und Energie Cottbus haben pünktlich zum Saisonfinale den Schalter wieder in die richtige Richtung gelegt.
Axel Borgmann (31) und Energie Cottbus haben pünktlich zum Saisonfinale den Schalter wieder in die richtige Richtung gelegt.  © IMAGO / Steffen Beyer

TAG24: Axel Borgmann, wie frisch seid ihr nach den ersten zwei Energie-Leistungen und sechs Punkten der Englischen Woche?

Axel Borgmann: Jetzt merkt man noch ein bisschen die zwei Spiele. Ich bin ganz froh, dass wir nicht Freitag oder Samstag schon wieder spielen müssen, sondern Sonntag. Der eine Tag mehr Pause tut schon gut.

TAG24: Ihr habt euch jüngst als Team zusammengesetzt. Ist dabei ein Motto oder Leitbild für das Saisonfinale entstanden?

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Borgmann: Nee, tatsächlich nicht. Es ging vielmehr darum, uns bewusst zu machen, warum stehen wir da oben? Und was lief dann falsch?

Und wir sind schon zu der Erkenntnis gekommen, dass wir selbst dafür verantwortlich waren, dass die Spiele vor der Länderspielpause nicht gewonnen wurden. Das ist auch vollkommen okay, bei 38 Spielen in dieser ausgeglichenen Liga kannst du nicht permanent diese Leistung abrufen. Dass man sich das anders wünscht, ist auch klar.

Energie Cottbus mit offensivem Ansatz gegen VfL Osnabrück? Borgmann: "Wissen, was uns stark macht"

Der Kapitän erklärt, warum er und seine Teamkollegen sich in den Topspielen daheim (wie hier gegen Rostock) so schwertaten.
Der Kapitän erklärt, warum er und seine Teamkollegen sich in den Topspielen daheim (wie hier gegen Rostock) so schwertaten.  © Frank Hammerschmidt/dpa

TAG24: Ihr schaut wieder mehr auf euch. Entspricht es auch eher eurem Naturell, dass ihr die Spiele offensiver und mutiger denkt als zum Beispiel gegen Verl und Rostock?

Borgmann: Mit Sicherheit. Wir wissen schon, was uns stark macht. Man muss aber bei den beiden Spielen schon dazu sagen, dass Verl und Rostock viel defensiver gespielt haben als sie es sonst tun.

Wir waren zu dem Zeitpunkt ein Stück weit überrascht. Ich glaube, im Nachgang kann man sagen, dass das zeigt, welchen Respekt sie vor uns haben. Das war für uns auch eine neue Situation, dass andere Mannschaften sagen: "Okay, die Jungs können offensiv so gut umschalten, die haben so eine Wucht, da gehen wir defensiver ran."

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Da haben wir vielleicht auch zwei, drei Spiele gebraucht, das zu verstehen, das umzusetzen. Umso schöner ist, dass wir jetzt viel, viel besser damit umgehen können, wenn eine Mannschaft mal wieder sagt: "Wir werden defensiv stehen."

Die letzten beiden Gegner hatten auch eine Fünferkette und trotzdem haben wir sie gut bespielt. Das zeigt, dass wir lernfähig sind und aus den Spielen die richtigen Schlüsse gezogen haben. Du kannst nicht jedes Spiel gleich spielen.

Axel Borgmann hat trotz Kreuzbandriss und des Alters seinen Input nochmal gesteigert

Der gelernte Defensivspieler verrät auch, wie er offensiv und läuferisch "draufgepackt" hat.
Der gelernte Defensivspieler verrät auch, wie er offensiv und läuferisch "draufgepackt" hat.  © Julius Frick/dpa

TAG24: Du hast mit 31 Jahren noch nie so viele Tore wie in dieser Saison erzielt. Wie schafft man es in deinem Stadium der Karriere, noch einmal athletisch so "draufzupacken", wie es Trainer Pele Wollitz forderte?

Borgmann: Vor allen Dingen Disziplin. Im Nachgang kann ich sagen, dass ich nach meinem Kreuzbandriss [vor mehr als zwei Jahren, Anm. d. Red.] viele richtige Entscheidungen getroffen habe. Ab dem Zeitpunkt, ab dem ich wieder spielfähig war, habe ich nie aufgehört, an diesen Problemen, die man nach so einer Verletzung hat, zu arbeiten.

Ich wusste, dass das Athletische immer eine Stärke von mir war und wollte, dass es wieder dazu kommt. Umso schöner ist es für mich, dass ich jetzt zeigen konnte, dass ich eine Liga höher auch diesen Input habe.

Ich fand zum Beispiel, dass ich letzte Saison in der Rückrunde auch viele Torszenen hatte, aber ich nicht eiskalt genug war. Ich glaube, jetzt gegen Havelse hätte ich auch drei Tore schießen können. Wenn man mit seiner Spielweise dafür sorgt, die Meter zu machen, erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, mehr als eine Torchance zu bekommen. Dass ich die Qualität habe, wusste ich immer schon. Ich konnte es nur nicht immer in Tore ummünzen. Umso schöner ist es, dass es jetzt klappt.

TAG24: Dein Vertrag läuft am Saisonende aus. Wie geht es für dich ab Sommer weiter?

Borgmann: Das ist richtig, aber ich habe auch eine Vertragsoption drin. Stand jetzt gehe ich davon aus, dass ich im Sommer mit Cottbus 2. Liga spiele, hätte dann einen gültigen Vertrag. Alles Weitere ist gerade nicht so das Thema, weil wir gut daran tun, mit dieser Option alles daranzusetzen, mir und dem Verein den Traum zu ermöglichen. Und dann werden wir in der 2. Liga auf jeden Fall einen Vertrag haben - das ist das Schöne daran.

Titelfoto: IMAGO / Steffen Beyer

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