Da war ordentlich Druck drauf: Cottbus-Spieler während des Trainings beim Pinkeln erwischt

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Cottbus - Richtig geguckt - so trainiert ein Aufstiegsaspirant der 3. Liga vor einem Spitzenspiel! Während die ersten Spieler sich während der Einlaufrunde erleichtern, präsentiert sich Pele Wollitz (60) in bester Laune.

Kaum hat das Training begonnen, gehen die ersten zwei Spieler stiften. Da war offenbar ordentlich Druck drauf.
Kaum hat das Training begonnen, gehen die ersten zwei Spieler stiften. Da war offenbar ordentlich Druck drauf.  © TAG24/Lukas Schulze

Der Trainer nimmt die Pinkel-Pause mit Humor, krakeelt lauthals flachsend über den Trainingsplatz, obwohl die Einheit mit zehn Minuten Verspätung beginnt.

Auch den Platzwart begrüßt er laut lachend: "Mensch, hast du nicht eigentlich schon wieder Urlaub? Du hier - bei bestem Sonnenschein?"

Zuvor hatte Wollitz in der Ansprache an das Team höchste Spannung eingefordert. Das Donnerstagstraining ist diese Woche die einzige körperliche Belastungseinheit.

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Energie Cottbus Alles riecht nach Abschied: Bekommt Timmy Thiele in Cottbus noch ein Spiel?

Energie Cottbus trainiert an diesem Tag am Priorgraben, wo sonst die U17 spielt. Dies war der ausdrückliche "Wunsch" der Mannschaft, weil der eigentliche Trainingsplatz im Eliaspark den "Geist aufgegeben hat" (O-Ton Wollitz).

Energie Cottbus trainiert vor dem Kracher beim MSV Duisburg kurz und knackig

Während der angeleiteten Erwärmung ist das Team wieder vollzählig.
Während der angeleiteten Erwärmung ist das Team wieder vollzählig.  © TAG24/Lukas Schulze

Nach der Lauferwärmung, die zwei weitere Spieler fürs kleine Geschäft nutzen, geht es schnell in eine Passform als Wettbewerb. Ziel ist neben der technischen Sauberkeit auch schnelles Spiel, das flotteste Team pro Durchgang gewinnt. Co-Trainer Tobias Röder (28) treibt an: "Auf geht's Männer, endlich wieder Rasen!"

Später kriegt er als Punkterichter von den einzelnen Spielern und Chef Wollitz aufgrund seiner abenteuerlichen Zählweise sein Fett weg. Alle müssen lachen, weil alle Gruppen permanent bescheißen.

Danach geht's ins Neun-gegen-Neun, gespielt wird in mehreren kurzen Intervallen. Tolga Cigerci (34) geht als Leader verbal voran, gibt viele Kommandos. Die Spannung stimmt, der Punch fehlt noch.

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Währenddessen verlassen Dominik Pelivan (29), Axel Borgmann (31) und Justin Butler (25) den Platz, auf dem Erik Engelhardt (28) gänzlich vermisst wird. Für die drei Angeschlagenen langt es an diesem Tag nach kurzer Aktivierung.

Im Passspiel ist ordentlich Druck und Schärfe dabei, auch der Spaßfaktor fehlt nicht.
Im Passspiel ist ordentlich Druck und Schärfe dabei, auch der Spaßfaktor fehlt nicht.  © TAG24/Lukas Schulze
Beim Trainingsspiel wird es kurz ernst, das Team schaltet in den Wettkampfmodus - ohne das allerletzte Risiko.
Beim Trainingsspiel wird es kurz ernst, das Team schaltet in den Wettkampfmodus - ohne das allerletzte Risiko.  © TAG24/Lukas Schulze

Energie Cottbus schafft im Training den Spagat aus Ernsthaftigkeit und Lockerheit

Im abschließenden Fünf-gegen-Fünf ist viel Tempo, Technik und Feuer drin. Auch die Protagonisten von draußen tragen ihren Teil dazu bei.
Im abschließenden Fünf-gegen-Fünf ist viel Tempo, Technik und Feuer drin. Auch die Protagonisten von draußen tragen ihren Teil dazu bei.  © TAG24/Lukas Schulze

Hintenraus wird ein Turnier in vier Gruppen auf kleinem Feld gespielt. Tolcay Cigerci (31) und Jannis Boziaris (22) brillieren im Eins-gegen-Eins auf engstem Raum. Alexander Sebald (29) und sein Trainer behaken sich auf lustige Weise lange mit Wortgefechten.

Was auffällt: Der notwendige Biss ist trotzdem da, die Stimmung prächtig. Selbst die pausierenden Teams verfolgen aufmerksam das Treiben, motivieren und necken ihre Mitspieler. Ist das die kindliche Freude, die Energie fürs knallharte Saisonfinale braucht?

Nach dem Training geht es in Privat-PKW und Kleinbus zurück ins Stadion, Tolga Cigerci braust mit seinem Rennwagen vorneweg.

Später kündigt Wollitz auf der Pressekonferenz an, dass sein Team "fast das beste Spiel in dieser Saison" braucht, um aus Duisburg Zählbares zu entführen.

Schafft Energie am Sonntag genau jenen Mix aus Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit des Trainings zu transportieren, scheint es möglich, selbst die bis dato unverwüstliche Duisburger Festung einzunehmen.

Titelfoto: Bildmontage: TAG24/Lukas Schulze (2)

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