Kurios! Cottbus-Profi spielt lieber 3. Liga, obwohl er als Arzt arbeiten könnte
Cottbus - Fußballschuhe sind heute, Arztkittel ist morgen! Cottbus-Profi Moritz Hannemann (27) kickt überaus erfolgreich in der 3. Liga, obwohl er als Arzt arbeiten könnte.
Der 27-Jährige ist an einer Münchner Uni eingeschrieben, hat alle Prüfungen bis zum 2. Staatsexamen erfolgreich gemeistert. Und nebenbei seine Karriere im Fußball gestartet.
Hannemann arbeitete sich über den SV Heimstetten in der Regionalliga Bayern hoch, stieg über den SSV Ulm und den Würzburger Kickers zum Vollprofi auf.
Parallel büffelte er fürs Studium. Dem angehenden Arzt fehlt nur noch das praktische Jahr, um in seinem Beruf arbeiten zu können.
Doch zugunsten der Fußballlaufbahn stellte Hannemann die Arzt-Ambitionen zurück - und wagte stattdessen im Sommer erstmals den Sprung aus Süddeutschland in die Lausitz.
Mit durchschlagendem Erfolg! Hannemann etablierte sich als Stammspieler im Team von Pele Wollitz (60), kommt auf acht Torbeteiligungen.
Sein Trainer sagte nach seinem fünften Tor im Schweinfurt-Spiel am Samstag über ihn: "Deswegen steht er auf der Platte. [...] Er ist ein verlässlicher Spieler, obwohl er keine Vorbereitung hatte im Sommer."
Moritz Hannemann spricht über seine Position und seinen Torriecher
Die verpasste der Neuzugang aufgrund einer hartnäckigen Adduktorenverletzung, holte den Rückstand mit Bestwerten auf.
Wollitz: "Der ist Arzt, also der könnte sich auch anders sein Wochenende, seine Woche gestalten. Der hat eine Mentalität, der hat genau das, was man braucht. [...] An freien Tagen, wenn ich auch auf der Anlage bin, ist er immer da."
Die harte Arbeit Hannemanns wird immer mehr belohnt. Schon zum vierten Mal in dieser Saison schoss er das erste Energie-Tor. Dabei steht der laufstarke Offensivakteur oft im Schatten der Einzelkönner Tolcay Cigerci (31) und Erik Engelhardt (27), muss häufig die Position wechseln.
Gegenüber TAG24 meinte Hannemann nach Schweinfurt ganz bescheiden: "Ich spiele eigentlich alles gerne, hab da keine große Präferenz und freue mich einfach, wenn ich auf dem Platz stehen darf."
Sein Torriecher ist dennoch ein kleines Phänomen, Hannemann steht oftmals goldrichtig, gibt eine Art Raumdeuter: "Ich hab in der Jugend öfter mal Stürmer gespielt", führt der 27-Jährige aus. "Jetzt ist es ganz gut, vom Zentrum aus zu spielen und dann diese Räume trotzdem zu finden, weil man dann nicht so leicht aufgenommen wird."
Macht Hannemann so weiter, dürften noch einige Jahre vergehen, ehe er auf Arzt umsattelt.
Titelfoto: IMAGO / Matthias Koch

