Ganz Fußball-Deutschland diskutiert! Beweist ein Handy-Video den Tor-Klau von Cottbus?

Cottbus - Riesen-Aufregung in Cottbus nach Abpfiff: Energie fühlt sich gegen Waldhof Mannheim (1:1) um das vermeintliche Siegtor betrogen. Tolcay Cigerci (31) und Axel Borgmann (31) stürmten auf Schiri Ben Henry Uhrig (25) los und forderten vehement Tor. Doch der Referee blieb bei seiner Entscheidung - kein Treffer.

Tolcay Cigerci (31, r.) kann es nicht fassen und fühlt sich von Schiedsrichter Ben Uhrig um ein Tor betrogen.
Tolcay Cigerci (31, r.) kann es nicht fassen und fühlt sich von Schiedsrichter Ben Uhrig um ein Tor betrogen.  © IMAGO / Matthias Koch

Während die ersten TV-Bilder keine Klarheit schafften, könnte ein Handy-Video aus dem Stadion des Rätsels Lösung bringen.

Eine Zuschauerin hatte auf der Westtribüne die Aufreger-Szene nahezu auf Höhe der Eckfahne gefilmt.

Wenngleich die Qualität etwas unscharf ist, zeigt der Mitschnitt eine freie Sichtachse - im Standbild scheint der Ball klar hinter der Linie. Allerdings ist die Perspektive der Aufnahme leicht schief verzerrt.

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Dennoch ist dies die bis dato wohl deutlichste Aufnahme des Aufregers, die das Pendel Richtung Tendenz Tor klar ausschlagen lässt. Torlinientechnik gibt es in der 3. Liga nicht.

Waldhof Mannheims Keeper Thijmen Nijhuis steht klar hinter der Linie

Fakt ist: Der Ball springt von der Unterkante der Latte hinter die Linie, wo auch Mannheims Torhüter Thijmen Nijhuis (27) steht. Wie eine Kamera-Einstellung des SWR zeigt (6:25), befinden sich die Beine und Arme des Keepers deutlich hinter der Linie, der Oberkörper bildet ein kleines Hohlkreuz nach vorne.

Von seiner Hüfte prallt der Ball aus dem Tor. Das Netz zappelt, weil der Mannheimer mit beiden Armen oben dagegen stößt. Klarheit bringt Nijhuis Position nicht, aber bestätigt die Tendenz.

Schiedsrichter kann durch das Getümmel nichts sehen, Linienrichter steht nicht auf der Höhe

Nyamekye Awortwie-Grant (25, M.) hatte in der 90.+8 Minute aufs Tor geköpft. Ein Standbild, das den Ball hinter der Linie zeigt, gibt es nicht.
Nyamekye Awortwie-Grant (25, M.) hatte in der 90.+8 Minute aufs Tor geköpft. Ein Standbild, das den Ball hinter der Linie zeigt, gibt es nicht.  © IMAGO / Matthias Koch

Auch nach dem Spiel gehen die Diskussionen im Cottbuser Presseraum weiter. Energie-Trainer Pele Wollitz (60) meint: "Wer sich das genau anguckt, weiß, dass das ein klares 2:1 ist."

Zugleich nimmt er wohlwollend den bemitleidenswerten Unparteiischen in Schutz: "Die Schuld auszuschütten an den Schiri, wäre verkehrt."

Dieser ist am Sechzehner ganz regulär positioniert, kann aufgrund des Getümmels nicht seriös auf ein Tor entscheiden, was nicht klar ersichtlich ist.

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Bitter aus Energie-Sicht: Da die Ecke mit Schnitt getreten wird, kann der Linienrichter nicht auf Höhe Torlinie stehen, ohne Cottbus' Tolcay Cigerci zu behindern. Sein Blickwinkel ist verzerrt.

Deswegen gibt sich Wollitz auch genügsam und nimmt lieber seine eigenen Spieler in die Pflicht: "Die Schiedsrichter haben den schwersten Job, weil sie von oben diesen Druck kriegen. [...] King [Manu] kann vorher das 2:1 machen."

Der FCE-Verteidiger brachte zwei Minuten zuvor aus wenigen Metern freistehend den Ball nicht an Mannheims Nijhuis vorbei.

So oder so dürften nach diesem Aufreger die Diskussionen bezüglich technischer Hilfsmittel in der dritten deutschen Profiliga wieder an Fahrt aufnehmen.

Erstmeldung: 17.55 Uhr, aktualisiert: 18.20 Uhr

Titelfoto: IMAGO / Matthias Koch

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