Neue Verbindlichkeiten beim Drittliga-Spitzenreiter! Deshalb macht Cottbus wieder Schulden

Cottbus - Der lang erwartete Jahresabschluss von Energie Cottbus ist mit drei Monaten Verzögerung da - und hat auf dem ersten Blick eine bitterböse Überraschung parat: Die langfristigen Verbindlichkeiten sind gestiegen.

Präsident Sebastian Lemke (42) musste den Mitgiedern im November 2024 verkünden, dass der Jahresabschluss noch nicht fertig sei.
Präsident Sebastian Lemke (42) musste den Mitgiedern im November 2024 verkünden, dass der Jahresabschluss noch nicht fertig sei.  © IMAGO / Steffen Beyer

Dies teilte der Drittliga-Spitzenreiter in einer gesonderten Mail seinen Mitgliedern am Freitagnachmittag mit, die TAG24 vorliegt.

In dem Schreiben voller Zahlen werden gleich zwei Geschäftsjahre behandelt: Die Restsaison 2023/24 und die Saison 2024/25. Grund dafür ist die Umstellung der Bilanz von Kalenderjahr auf Spieljahr.

Demnach wurde die Rückrunde 2023/24 mit einem Fehlbetrag von 492.835,93 Euro abgeschlossen - trotz des Aufstiegs in die 3. Liga. Der Klub führt hierfür "signifikante Einnahmen" aus Sponsoring und Ticketing an, die in die erste Saisonhälfte fallen.

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Allerdings rüstete Energie zugleich im Januar 2024 den Kader mit sechs namhaften Neuzugängen, damals als Regionalliga-Verein, auf - und erwirkte die Drittliga-Rückkehr.

Die langfristigen Verbindlichkeiten betrugen 6,658 Millionen Euro - größtenteils gebunden an Darlehen von Kreditinstituten für den Stadionumbau und -erwerb.

Für Topspieler Maximilian Krauß (29) zahlte Energie im Januar 2024 sogar eine Ablöse, die ebenfalls den Fehlbetrag der Restrunde 2023/24 erklärt.
Für Topspieler Maximilian Krauß (29) zahlte Energie im Januar 2024 sogar eine Ablöse, die ebenfalls den Fehlbetrag der Restrunde 2023/24 erklärt.  © Sebastian Räppold/Matthias Koch/dpa

Energie Cottbus investierte in die Infrastruktur: Neuer Kabinentrakt, Fanshop-Café, Stadionsanierung

Unter anderen das Cottbuser LEAG Energie Stadion ist nach wie vor nicht abbezahlt und zugleich sanierungsbedürftig.
Unter anderen das Cottbuser LEAG Energie Stadion ist nach wie vor nicht abbezahlt und zugleich sanierungsbedürftig.  © Julius Frick/dpa

Nach dem Aufstieg investierte Cottbus weiter kräftig - vor allem in die marode Infrastruktur. Für die Erneuerungen im Kabinentrakt, dem Wellnessbereich, der Errichtung des FAN.SHOP.CAFÈS und Reparaturen am Stadion nahm der Klub neue Verbindlichkeiten auf.

Zum Stichtag des 30. Juni 2025 wies die Bilanz Schulden in Höhe von 8,406 Millionen Euro aus. Zum 31. Dezember 2023 waren es noch 6,115 Millionen Euro gewesen.

Nichtsdestotrotz erwirtschaftete Energie in der abgelaufenen Saison ein kleines Plus von 48.533,63 Euro - das Vereinsvermögen war mit minus 86.320,68 Euro zum 30. Juni 2025 leicht negativ.

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Immerhin: Die Bilanzsumme des Vereins kletterte nach dem Aufstiegsrausch und Fast-Durchmarsch in die 2. Bundesliga auf satte 10,136 Millionen Euro.

Noch nicht eingepreist sind die beantragten zwei Millionen Euro vom Land Brandenburg für die Stadionsanierung. Stattdessen ging der Klub bei der Ertüchtigung an vielen Stellen selbst in Vorleistung.

Titelfoto: Bildmontage: Julius Frick/dpa; IMAGO / Steffen Beyer

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