Kommentar: Der Bethke-Abgang aus Cottbus schmerzt, ist aber eine gute Lösung

Cottbus - Der Abgang von Cottbus-Keeper Elias Bethke (22) zum Rivalen Dynamo Dresden tut selbst mit Vorlauf der Lausitzer Fanseele weh, ist aber auf den zweiten Blick eine gute Lösung, findet TAG24-Redakteur Lukas Schulze (30).

Mitte August verletzte sich Bethke vor dem Pokalspiel. Damals ahnte noch keiner, dass dies den Anfang seines Endes in Cottbus markieren sollte.
Mitte August verletzte sich Bethke vor dem Pokalspiel. Damals ahnte noch keiner, dass dies den Anfang seines Endes in Cottbus markieren sollte.  © Imago / Jan Huebner

Für den Cottbuser Überflieger der Vorsaison hätte die Realität in der Rückrunde Tribüne geheißen. Dies hatte Trainer Pele Wollitz (60) unmissverständlich auf einer Pressekonferenz Ende November klargestellt.

Die sofortige Trennung ist nicht nur hart, sie schmerzt höllisch. Bethke galt als Eigengewächs und Identifikationsfigur für die Fans, gehörte seit seinem 13. Lebensjahr zu Energie. Aber Profi-Fußball ist Business.

An Nachverpflichtung Marius Funk (30) führt sportlich kein Weg vorbei und Ersatzmann Alexander Sebald (29) wird als Teamplayer und Antreiber von der Bank über alle Maßen geschätzt.

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Der Leidtragende wäre Elias Bethke gewesen, der höchst unglücklich seinen Platz zwischen den Pfosten verlor - Energies bis dato unumstrittene Nummer eins verletzte sich beim Aufwärmen vor dem DFB-Pokal-Spiel gegen Hannover.

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TAG24-Redakteur Lukas Schulze (30) kann den Abgang Bethkes aus mehrerlei Sicht nachvollziehen.
TAG24-Redakteur Lukas Schulze (30) kann den Abgang Bethkes aus mehrerlei Sicht nachvollziehen.  © Imago / Jan Huebner

Seitdem hat sich die Zeit weitergedreht, auch dank Marius Funk schloss Energie als Überraschungs-Herbstmeister die Hinrunde ab.

Ihn zugunsten Bethkes herauszunehmen, wäre schwer zu vermitteln gewesen. Genauso wie ein Bankplatz für Bethke, der vergangenen Mittwoch den Belastungstest "return to competition" mit guten Werten abgeschlossen hatte.

Cottbus generiert stattdessen eine Ablöse, die in eine andere Verstärkung reinvestiert werden könnte und hat das Torwart-Thema in Kabine und Umfeld geschickt erstickt.

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Die gefundene Lösung mag unerwartet sein, ist aber ein Gewinn für alle Seiten: Dynamo bekommt einen Torwart mit Qualität und Potenzial, Energie eine hübsche Summe und Bethke macht einen Karrieresprung mit der Aussicht, eine Liga höher zu spielen.

So schmerzhaft diese Entscheidung im FCE-Lager auch erscheint - sie ist für die Protagonisten nicht nur nachvollziehbar, sondern kann für alle Parteien zur Win-win-Situation werden.

Titelfoto: Bildmontage: IMAGO / Jan Huebner; Eric Münch

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