Schwitzen statt schlafen - Wollitz zieht in Cottbus die Zügel an

Cottbus - Nach der 1:4-Pleite in Aachen muss sich Energie Cottbus im Aufstiegskampf der 3. Liga wieder einen Dreier verdienen. Deshalb zieht Trainer Pele Wollitz (60) im Training die Zügel an!

Anderson Lucoqui (28, v.) und seine Teamkollegen müssen diese Woche besonders viel schwitzen. (Archivfoto)  © IMAGO / Fotostand

Der Blick auf den Wochenplan mutet wie eine Sommervorbereitung an: Nach dem trainingsfreien Sonntag sind bis zum Heimspiel gegen den SSV Ulm (Samstag, 14 Uhr) sieben Einheiten in fünf Tagen getaktet.

Am Dienstag und Mittwoch geht es schon um 10 Uhr los statt in der Vorwoche um 11 Uhr. Das Motto: schwitzen statt schlafen!

Die Botschaft dahinter ist klar - Energie muss sich mit Fleiß das Spielglück wieder erzwingen, ging in diesem Jahr in nur zwei von zehn Spielen in Führung.

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Zumal: Das Restprogramm nach Ostern ist kein Zuckerschlecken, deswegen müssen jetzt gegen Ulm und Havelse Siege her.

Energie muss dafür den Bedingungen trotzen, weicht diese Woche insgesamt dreimal vom hauseigenen Trainingsplatz aus und tuckert durch Cottbus.

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Energie Cottbus fehlt die Effektivität vor dem Tor und muss bei Ecken zulegen

Energie-Trainer Pele Wollitz (60) hat diese Woche viel Zeit, an Inhalten zu arbeiten.  © Julius Frick/dpa

Nach zwei trainingsarmen Wochen hat Energie viele "Hausaufgaben" (O-Ton Wollitz) aus Aachen mitgenommen. Die wohl wichtigste: die Effektivität vor dem Tor erhöhen und die Verantwortung auf mehr Schultern verteilen.

In der Hinrunde noch Energies Stärke (2,2 Treffer pro Spiel), ist die Offensive im neuen Jahr das Sorgenkind (1,2 Tore). Erik Engelhardt (27) hat seit sieben Spielen nicht getroffen, Tolcay Cigerci (31) ist aus dem Spiel heraus im Jahr 2026 gänzlich torlos.

Timmy Thiele (34) und Ted Tattermusch (24) sind sportlich derzeit kein Faktor, Merveille Biankadi (30) und Justin Butler (24) auf den Flügeln zu wechselhaft.

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In Aachen schlief Energie zudem zweimal in der Standard-Verteidigung, während es vorne trotz 9:4-Ecken nach ruhenden Bällen nur einmal gefährlich wurde.

Und da angesichts der Witterung weiterhin Untergründe wie in Aachen und auch im LEAG Energie Stadion warten, könnten Standards im Saisonfinale umso wichtiger werden. Rostocks Lebeau traf im Verfolgerduell gegen Duisburg direkt nach Blitz-Ecke.

Vielleicht kommen taumelnde Ulmer (sieben sieglose Spiele, 16 Gegentore zuletzt) gerade recht, damit aus der Schweiß-Woche ein Fleiß-Sieg wird.

Tabelle 3. Liga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 VfL Osnabrück 29 49:26 58
2 FC Energie Cottbus 29 54:43 53
3 Rot-Weiss Essen 29 59:48 52
4 SC Verl 29 67:41 51
5 MSV Duisburg 29 52:40 51
6 FC Hansa Rostock 29 52:32 50
7 TSV 1860 München 29 45:37 49
8 SV Wehen Wiesbaden 29 42:32 48
9 SV Waldhof Mannheim 29 47:53 42
10 Alemannia Aachen 29 51:50 41
11 FC Ingolstadt 04 29 49:39 40
12 Viktoria Köln 29 40:39 38
13 VfB Stuttgart II 29 35:46 38
14 SSV Jahn Regensburg 29 37:43 36
15 TSG 1899 Hoffenheim II 29 53:53 35
16 1. FC Saarbrücken 29 40:43 33
17 FC Erzgebirge Aue 29 33:52 24
18 SSV Ulm 1846 29 38:61 24
19 TSV Havelse 29 41:64 23
20 1. FC Schweinfurt 05 29 26:68 14

Die Tabelle der 3. Liga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Drittliga-Meister und steigt in die 2. Liga auf. Auch der Zweite steigt direkt auf. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Platz der 2. Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in der Liga.

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