Trainieren, wo die Amateure spielen! Aufstiegskandidat zur 2. Liga teilt sich Platz mit Kreisliga-Truppe

Cottbus - Führt diese Tingeltour in die 2. Bundesliga? Weil an einem Rasenplatz gebaut wird und ein anderer entlastet werden muss, gondelt Energie Cottbus zum Trainieren durch die Stadt.

Herrlich dörflich ist die Anlage gelegen, wo Energie Cottbus notgedrungen trainiert.
Herrlich dörflich ist die Anlage gelegen, wo Energie Cottbus notgedrungen trainiert.  © TAG24/Lukas Schulze

Am Dienstag trainierte Energie in der Schlachthofstraße auf dem Gelände des VfB Cottbus, am Mittwoch ging es auf das Geläuf vom SV Dissenchen. Die Prozedur wird im Saisonendspurt zum Alltag.

Mit Kleinbussen tourt Energie vom LEAG Energie Stadion am Eliaspark zehn Autominuten an den Cottbuser Stadtrand, wo es nicht mal mehr eine Straßenbahnhaltestelle gibt.

Was vermutlich nicht mal die Spieler wissen: Hier wurde vor drei Tagen noch ein Testspiel zwischen einem Neunt- und Zehntligisten ausgetragen.

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Energie Cottbus, Aufstiegskandidat zur 2. Liga, teilt sich effektiv den Platz mit einer Kreisliga-Truppe!

Gastgeber ist der SV Dissenchen, der gerne dem Profiverein aushilft.
Gastgeber ist der SV Dissenchen, der gerne dem Profiverein aushilft.  © TAG24/Lukas Schulze
Nach Profifußball sieht's hier nicht aus. Dennoch wird gleich Aufstiegsanwärter Energie Cottbus den Rasen betreten.
Nach Profifußball sieht's hier nicht aus. Dennoch wird gleich Aufstiegsanwärter Energie Cottbus den Rasen betreten.  © TAG24/Lukas Schulze
Eine Umkleide gibt es am B-Platz nicht.
Eine Umkleide gibt es am B-Platz nicht.  © TAG24/Lukas Schulze

Ironie des Schicksals: Co-Trainer Tobias Röder (28) raunte beim Betreten des Untergrunds am Mittwoch, dass dies "der beste Platz" sei, auf dem das Team dieses Jahr trainiert habe.

Sein Chef Pele Wollitz (60) betont bei jeder Gelegenheit, dass dies explizit nicht als Kritik an die Mitarbeiter einer Dienstleister-Firma zu verstehen sei, die viele Tage die Woche sich um die vereinseigenen Rasenplätze kümmern.

Allein: Die Untergründe sind überlastet und aufgrund des harten Winters arg ramponiert.

Dafür eine provisorische Tribüne im Hintergrund.
Dafür eine provisorische Tribüne im Hintergrund.  © TAG24/Lukas Schulze
Auch Torwart-Training ist möglich. Die Trainingsdummies transportiert Energie selbst mit dem Bus.
Auch Torwart-Training ist möglich. Die Trainingsdummies transportiert Energie selbst mit dem Bus.  © TAG24/Lukas Schulze

Energie Cottbus kann sich keinen neuen Rasen leisten, städtischer Trainingsplatz wird umgebaut

Trainer Pele Wollitz (r.) schwört sein Team auf die ungewohnten Bedingungen ein.
Trainer Pele Wollitz (r.) schwört sein Team auf die ungewohnten Bedingungen ein.  © TAG24/Lukas Schulze

Während bei Konkurrenten wie Hansa Rostock in der Vorwoche ein neuer Rollrasen im Stadion verlegt wurde, herrscht bei Energie weiter strikter Sparkurs.

Hinzu kommt: Der sonst mehrfach die Woche genutzte Trainingsplatz Parzellenstraße wird von der Stadt bis zur Sommerpause modernisiert.

Auch zu ihm sind es zehn Fußminuten von der Kabine aus. Energie läuft dabei unter eine Brücke durch, Treppen bergab-bergauf und an einer Hauptstraße entlang.

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Das alles sind insbesondere für Profisportler keine kraftraubenden Herausforderungen, zeitgemäß und attraktiv sind die Bedingungen dennoch nicht.

Vielleicht führen genau diese Widerstände dazu, dass Energie Cottbus am Ende des Tages die nötigen Meter mehr macht und in die 2. Liga aufsteigt ...

Titelfoto: Bildmontage: TAG24/Lukas Schulze (2)

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