Cottbus - 15 Jahre ist es her, als Pele Wollitz (heute 60) dem einst blutjungen Leonardo Bittencourt (heute 32) bei Energie Cottbus zu seinem Startelf-Debüt in der 2. Liga verhalf. Die Geschichte könnte sich 2026 wiederholen - Jannis Hasan Zaydan (19) ist nach zwei Dritteln der Vorbereitung auf bestem Wege in die A-Mannschaft.
Dies zeigte sich nicht zuletzt daran, dass Zaydan in den jüngsten Härtetests links hinten den Vorzug gegenüber Anderson Lucoqui (29) bekam. Dabei hat der Platzhirsch schon zehn Jahre Profitum und 34 Bundesliga-Partien mehr auf dem Buckel.
Doch Zaydan zerrt an den Ketten, ist mutig, drängt sich auf. Vor allem spielt der 19-Jährige auf der linken Flanke echten Power-Fußball - ganz nach dem Geschmack von Wollitz. Zaydan auf der Überholspur!
"Hasan ist ein unbekümmerter, frecher Fußballer, [...] haut alles raus. Und deswegen ist er so eine positive Überraschung", lobte Wollitz den Youngster nach der Standortbestimmung gegen Boleslav (2:4).
Worte, die an den jungen Leo Bittencourt erinnern, der heute Zaydans Mitspieler ist.
Bezeichnend war auch, dass drei Tage später gegen Österreichs Topklub RB Salzburg das Ergebnis erst so deutlich (0:5) geriet, nachdem Wollitz den zweiten Anzug ein- und unter anderem Zaydan ausgewechselt hatte.
Jannis Zaydan hat vorerst Anderson Lucoqui überholt, Energie Cottbus will sich dennoch links hinten verstärken
Noch sind zwei Gradmesser gegen Liga-Konkurrent Dynamo Dresden (Samstag, ab 13 Uhr) und Bundesligist Werder Bremen (1. August, 15 Uhr) zu gehen, ehe die Stammplätze für den Ligastart gegen Hannover 96 vergeben werden. Doch Stand heute hat Zaydan die Nase vorn ... falls ihm denn nicht noch ein Neuzugang vorgesetzt wird.
Denn auch das betonte Wollitz - Energie will sich rechts, zentral und links in der Viererkette verstärken. Das ist kein Misstrauensvotum gegen Zaydan, sondern eine Absicherung.
Vielmehr sinken die Aktien des erfahrenen Lucoqui immer mehr, Energie hatte sich nicht zuletzt aufgrund seiner Vita mehr versprochen. Dagegen braucht Kapitän Axel Borgmann (32) nach seiner Schambeinentzündung noch etwas Zeit und wird eher im Mittelfeld als links hinten gesehen.
Und dann ist da noch Leon Guwara (30). Der linke Stamm-Außenverteidiger der Vorsaison stieg nach TAG24-Recherchen wie angekündigt diese Woche wieder ins Training ein. Eine Entscheidung über einen Folgevertrag steht kurz bevor.
Dagegen erhielt Zaydan, der schon im Vorsommer ins Trainingslager mitfahren durfte, nach TAG24-Infos einen Profivertrag über zwei Jahre.