Verletzungssorgen trüben Bayern-Sieg: Tränen bei Davies, Urbig in Klinik, bangen um Musiala
Von Christian Kunz
Bergamo/München - Der FC Bayern feiert in der Champions League einen beeindruckenden Sieg. Drei verletzte Stars trüben die Stimmung.
Als sich der prompt wieder verletzte Rückkehrer Alphonso Davies (25) beim nächtlichen Bankett mit den Edelfans auf Erinnerungsfotos einließ, war Torwart Jonas Urbig (22) noch im Krankenhaus.
Das Bangen um ihre Gesundheit überschattete den dominanten 6:1-Auswärtssieg bei Atalanta Bergamo - und auch die anschließende Rede von Vorstandschef Jan-Christian Dreesen (58) beim späten Dinner. Er sprach von "tragischen Verletzungen" beim sportlichen "Statement" des FC Bayern im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League.
Davies wurde 26 Minuten nach seinem Halbzeit-Comeback als Einwechselspieler mit Tränen in den Augen wieder vom Feld genommen, Jamal Musiala (23) humpelte ebenfalls vorzeitig in die Kabine - und Torhüter Urbig musste in der Nachspielzeit gestützt von medizinischem Personal mit Verdacht auf Gehirnerschütterung vom Platz gebracht werden.
"Es ist schade. Wir dürfen uns das Momentum aber nicht wegnehmen lassen", sagte Trainer Vincent Kompany zur Verletztenmisere.
FC Bayern München bangt um Stars: "Jonas Urbig ist benebelt und hat riesige Kopfschmerzen"
Urbig, der den ebenfalls angeschlagenen Stammkeeper Manuel Neuer (39) im Tor ersetzt hatte, wurde nach seiner Verletzung genau untersucht. Das sei "eine Vorsichtsmaßnahme", sagte Dreesen in seiner nächtlichen Ansprache.
Am Samstag im Bundesliga-Spiel bei Bayer Leverkusen könnte der dritte Torhüter Sven Ulreich (37) zwischen den Posten stehen. Neuer ist nach seinem Muskelfaserriss noch nicht wieder fit - und Urbig dürfte es gegen die Werkself auch noch nicht sein.
"Jonas wurde am Kopf getroffen, ist gerade benebelt und hat riesige Kopfschmerzen", berichtete Sportvorstand Max Eberl kurz nach dem Schlusspfiff. "Jamal war eher eine Vorsichtsmaßnahme. Er hat irgendetwas am Knöchel gespürt, aber nichts Schlimmes, nichts Dramatisches. Da scheint es mir am wenigsten schlimm zu sein", lautete Eberls Einschätzung.
Erst Ende vergangenen Jahres hatte der 25-jährige Kanadier Davies sein Comeback nach einem Kreuzbandriss gefeiert. Im Februar zog er sich dann beim Sieg in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu, war aber danach schnell wieder hergestellt.
Der nächste Rückschlag im Jahr der Fußball-WM in seiner Heimat ist für ihn nun besonders bitter.
Titelfoto: Jan Woitas/dpa

