Aue auf Kurs 4. Liga: Sportchef Tarnat über ausbleibende Spielergespräche, Kaderplanung und interne Querelen

Aue - Das nächste Wochenende der verpassten Möglichkeiten liegt hinter Erzgebirge Aue. Saarbrücken (0:3 in Verl) und Hoffenheim II. (0:1 gegen Osnabrück) hatten beide nicht gepunktet, sodass es die Möglichkeit gewesen wäre, mit Zählbarem in Mannheim vor der Länderspielpause nochmal Spannung in den Abstiegskampf hineinzubringen. Infolge der neuerlichen Niederlage müssen sie sich im Lößnitztal stärker denn je mit der Regionalliga auseinandersetzen.

Sportdirektor Michael Tarnat lässt sich nicht in die Karten schauen, wie seine Zukunft in Aue aussieht.
Sportdirektor Michael Tarnat lässt sich nicht in die Karten schauen, wie seine Zukunft in Aue aussieht.  © picture point/Sven Sonntag

Doch wie genau geht dies vonstatten, wollte TAG24 von Sportchef Michael Tarnat (56) wissen. Zunächst äußerte sich der Ex-Bayern-Profi ähnlich wie in der Vorwoche sein direkter Vorgesetzter, Sportvorstand Jens Haustein.

"Solange es rein rechnerisch noch möglich ist, möchte ich mich zum Abstiegsszenario nicht öffentlich äußern. Wenn die Spieler immer nur von der 4. Liga lesen, verlieren sie doch den letzten Funken Hoffnung und Glauben", meint Tarnat.

Prinzipiell ist das richtig, doch die Kaderplanung für die Regionalliga erst vorzunehmen, wenn die Messe gelesen ist, könnte verschenkte Zeit sein, wenn man bedenkt, dass ein Abstieg einen Totalumbruch zur Folge haben dürfte.

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Ohnehin laufen 14 Verträge aus und ist nicht bekannt, wer von denen mit laufenden Verträgen überhaupt Optionen für die Regionalliga hat.

Tarnat, der die Frage zur eigenen Zukunft im Schacht ebenfalls erst beantworten will, wenn sportlich Fakten geschaffen sind, führt derzeit noch keine Vertragsgespräche. Der 56-Jährige verweist wie bei sich selbst auf die (noch) unklare Zukunft.

"Solange der Klassenerhalt noch möglich ist, werde ich mit keinem unserer Spieler sprechen." Gleichzeitig sei auch noch keiner aus der aktuellen Mannschaft aus eigenem Antrieb heraus auf ihn zugekommen, um eine weitere Zusammenarbeit auch im Abstiegsfall auszuloten.

Ein "Schatten-Kader" für die Regionalliga im Erzgebirge?

Aue-Trainer Christoph Dabrowski (l.) und Sportdirektor Michael Tarnat.
Aue-Trainer Christoph Dabrowski (l.) und Sportdirektor Michael Tarnat.  © picture point/Sven Sonntag

Immerhin: Diverse Berater hätten bereits angefragt und potenzielle Neuzugänge für den Worst Case angeboten. Stellt der Sportchef eventuell im stillen Kämmerlein bereits seinen "Schatten-Kader" zusammen?

"Ich habe in jedem Fall eine klare Vorstellung, welchen Fußball ich spielen lassen will. Die Fans können sich gewiss sein, dass, sollten wir den Klassenerhalt nicht schaffen, eine schlagkräftige Mannschaft im Sommer an den Start gehen wird, die angreifen und um den Aufstieg mitspielen soll", unterstreicht Tarnat.

Stellt er diesen Kader dann auch federführend zusammen, wollte TAG24 zum Abschluss wissen, oder macht er sich so seine Gedanken, nachdem zuletzt interne Querelen ruchbar geworden waren?

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"Ich habe mit dieser Frage gerechnet. Natürlich habe ich das mitbekommen, möchte dazu aber nichts sagen", so Tarnat.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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