Aue muss den Rotstift ansetzen! So stark sinkt der Etat beim Abstieg in die Regionalliga

Aue-Bad Schlema - Wie sehr muss Erzgebirge Aue bei Abstieg den Rotstift ansetzen? Der Kumpelverein befindet sich gerade in der Planung, die innerhalb der nächsten 14 Tage abgeschlossen sein soll, wie Präsident Thomas Schlesinger (53) auf Nachfrage erklärte.

Im Erzgebirgsstadion wird es - sollte nicht doch noch ein Wunder geschehen - in der kommenden Saison nur Viertliga-Fußball geben.  © imago/eibner

Nicht bestätigen wollte der Klubchef dagegen die TAG24-Information, wonach intern Einsparungen in Höhe von teilweise bis zu 40 Prozent im Vergleich zum Drittliga-Etat diskutiert werden.

"Diese Zahlen sind aus der Luft gegriffen", erklärte Schlesinger auf Nachfrage. Sollten diese dennoch die Grundlage bilden, würde sich der Viertliga-Etat auf rund acht Millionen Euro belaufen, was in etwa einer Reduzierung um fünf Mio. Euro entspräche, basierend auf den angepeilten 13 Mio. Euro für einen Drittliga-Etat 2026/27.

Aue würde damit in der Regionalliga Nordost ganz vorne mitspielen.

FC Erzgebirge Aue Droht Aue mitten im Abstiegskampf ein interner Machtkampf?

"Wir sind erst dabei die Planungen vorzunehmen. Am Ende soll in jedem Fall ein Etat stehen, der die Möglichkeit offen lässt, sofort wieder aufzusteigen", so Schlesinger.

Er gehe auch davon aus, den Großteil der Sponsoren bei Abstieg zu halten, um die Etatplanung wirtschaftlich zu unterfüttern. Parallel werde man mit dem Erzgebirgskreis über eine Reduzierung der Stadionpacht reden. Schlesinger: "Wir haben derzeit Stadionkosten inklusive Pacht von 1,5 bis 1,7 Millionen Euro, von denen wir im Abstiegsfall runter müssen."

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Wie geht es mit Coach Dabrowski weiter

Eine konkrete Summe für das Budget der ersten Mannschaft wollte Schlesinger indes nicht nennen, da es auch darauf ankäme, welchen Bedarf die sportliche Leitung anmeldet. Zum Vergleich: Der FSV Zwickau investiert in der Regionalliga Nordost in dieser Saison 1,4 Mio. Euro in seine erste Mannschaft.

Schlesinger zur Herangehensweise der Veilchen: "Die Planung der sportlichen Leitung für die Regionalliga Nordost soll innerhalb der nächsten anderthalb Wochen vorgelegt werden." Doch wer treibt dann auch die etwaige Umsetzung voran, wenn es für Aue in die vierte Liga gehen sollte?

Cheftrainer Christoph Dabrowski wollte sich am Donnerstag auf der Spieltags-Pressekonferenz zu einem Verbleib im Abstiegsfall nicht äußern. "Dieses Thema gehört jetzt nicht hier rein", wollte der 47-Jährige verhindern, dass der Fokus vom übergeordneten Ziel "Klassenerhalt" genommen wird.

Zwischen Sportchef Michael Tarnat (56) und Sportvorstand Jens Haustein (58) gäbe es Gespräche zur Zukunft des sportlichen Bereichs, inklusive Tarnat selbst, Dabrowski, der ersten Mannschaft und dem NLZ, wie Schlesinger verriet.

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Tabelle 3. Liga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 VfL Osnabrück 28 45:25 55
2 FC Energie Cottbus 28 53:39 53
3 MSV Duisburg 28 51:35 51
4 Rot-Weiss Essen 28 55:46 49
5 SC Verl 28 63:41 48
6 TSV 1860 München 28 45:37 48
7 FC Hansa Rostock 28 47:31 47
8 SV Wehen Wiesbaden 28 42:32 47
9 SV Waldhof Mannheim 28 46:49 42
10 Viktoria Köln 28 38:36 38
11 Alemannia Aachen 28 47:49 38
12 FC Ingolstadt 04 28 46:38 37
13 TSG 1899 Hoffenheim II 28 53:52 35
14 SSV Jahn Regensburg 28 36:42 35
15 VfB Stuttgart II 28 34:46 35
16 1. FC Saarbrücken 28 39:42 32
17 FC Erzgebirge Aue 28 31:48 24
18 SSV Ulm 1846 28 37:58 24
19 TSV Havelse 28 38:62 20
20 1. FC Schweinfurt 05 28 26:64 14

Die Tabelle der 3. Liga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Drittliga-Meister und steigt in die 2. Liga auf. Auch der Zweite steigt direkt auf. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Platz der 2. Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in der Liga.

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