Der FC Erzgebirge Aue und die "bösen Medien"

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Aue - Der FC Erzgebirge ist sportlich abgestiegen, aber auch der Verein ist auf einem absteigenden Ast. Was andere in mühevoller Arbeit aufgebaut haben, wird derzeit mit dem Allerwertesten eingerissen. Nur zugeben will das keiner. Die Klubführung macht alles richtig, so ihr Tenor, schiebt lieber den bösen Medien den Schwarzen Peter zu.

Der einzige Hingucker derzeit beim FCE: das Erzgebirgsstadion.
Der einzige Hingucker derzeit beim FCE: das Erzgebirgsstadion.  © imago/Picture Point

Wie viele WhatsApp-Nachrichten, E-Mails und Sprachnachrichten in den vergangenen Wochen unsere Sportredaktion erreicht haben, lässt sich gar nicht mehr zählen.

Sie alle erzählen Geschichten eines völlig zerrissenen Vereins, wo links nicht weiß, was rechts macht und umgekehrt. Sie erzählen von Versprechungen und Lügen.

Sie erzählen vom Gegeneinander und keinesfalls von einem Miteinander. Sie erzählen von amateurhafter Unwissenheit.

Erzgebirge Aue geht mit Abwehrspieler in die Regionalliga
FC Erzgebirge Aue Erzgebirge Aue geht mit Abwehrspieler in die Regionalliga

Da gab es zum Beispiel einen Neuzugang, der zusammen mit seinem Berater durchs Stadiongelände geführt wurde. Auf dessen Anmerkung, dass dies nicht sein müsse, er kenne bereits alles, schließlich habe er bereits einen Spieler hier, kam folgende Antwort: "Ach so, wer ist das denn?"

Bevor der Verein wieder erklärt, dass dies nicht stimme: Sprachnachricht liegt vor. Man kannte also den Berater eines verdienten Profis im Verein nicht.

Trainersuche und Zwickauer Spieler: Hier muss der FCE an seiner Kommunikation feilen

Khvicha Shubitidze (51) wurde ohne Regionalliga-Erfahrung zum Aue-Coach. Die Vereinsführung hatte zuvor jedoch betont, dass ein neuer Trainer sich in der Liga auskennen müsse.
Khvicha Shubitidze (51) wurde ohne Regionalliga-Erfahrung zum Aue-Coach. Die Vereinsführung hatte zuvor jedoch betont, dass ein neuer Trainer sich in der Liga auskennen müsse.  © Picture Point/Roger Petzsche

Thema Trainersuche: Dass die Wahl auf Khvicha Shubitidze (51) gefallen ist, leuchtet durchaus ein. Doch sollte man vor der Entscheidung nicht lauthals verkünden, der Neue müsse sich in der Regionalliga auskennen.

"Shubi" kennt sich dort nicht aus, die anderen drei Kandidaten schon. Dass sie dann aus der Pressemitteilung des FCE erfuhren, dass sie nicht ausgewählt wurden, ist schlechter Stil. "Das macht man nicht, das spricht sich herum. Das ist wenig professionell", wurde uns mitgeteilt.

Thema Zwickauer Spieler: Der Fakt, dass Aue an drei Kickern des FSV Zwickau interessiert sei, wurde natürlich geprüft. Es wurden mehrere Berater und Vereinsangehörige befragt. Jeder bestätigte es, auch ein FCE-Verantwortlicher war darunter. Wenn vier Seiten sagen: "Ja, stimmt", dann ist es nicht nur ein Gerücht. Punkt! Nachrichten liegen vor.

"Ganz schlechter Stil!" – Aue zeigt Verhalten eines Amateurvereins
FC Erzgebirge Aue "Ganz schlechter Stil!" – Aue zeigt Verhalten eines Amateurvereins

Thema Thomas Romeyke: "Fehlende Wertschätzung" – diese beiden Worte tauchen sehr oft auf. Erik Majetschak (26) hat sie bei seinem Abschied öffentlich verbreitet. Auch bei Romeyke. Nachrichten über ihn in Ton und Schrift liegen vor. Dort wird keineswegs das geschildert, was der FCE am Sonntag öffentlich machte, sondern exakt das Gegenteil.

Statt seine Hausaufgaben zu machen, sich in die Regionalliga reinzufuchsen, wird derzeit versucht, von der eigenen Unzulänglichkeit abzulenken und die Fans gegen die Medien aufzuwiegeln. Und das ist ganz schlechter Stil eines ehemals tollen Vereins.

Titelfoto: imago/Picture Point

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