Dotchev vor Sechs-Punkte-Spiel im TAG24-Gespräch: "Hätte gegen Aue gerne später gespielt"

Aue/Ulm - Der Abstiegskrimi wirft seine Schatten voraus! Im Lößnitztal wissen sie, welche Brisanz das Duell mit dem SSV Ulm am kommenden Samstag in sich birgt. Auf der Vereinshomepage wurde eigens ein Bericht veröffentlicht, der "Die Rückkehr des Pavel D." heißt.

Mit dem SSV Ulm steht Pavel Dotchev in der 3. Liga als Tabellenvorletzter mit dem Rücken zur Wand.
Mit dem SSV Ulm steht Pavel Dotchev in der 3. Liga als Tabellenvorletzter mit dem Rücken zur Wand.  © imago/eibner

Was wie der Buchtitel eines Bestsellers klingt, ist mehr als nur das erste Heimspiel 2026. Es ist die emotionale Rückkehr von Pavel Dotchev (60) - und ein Sechs-Punkte-Spiel im Tabellenkeller.

Als Dotchev im Dezember 2024 in Aue freigestellt wurde, lag Lila-Weiß aussichtsreich hinter der Aufstiegsrelegation. Jetzt heißt das Tagesgeschäft Abstiegskampf. Ulm ergeht es aktuell nicht viel besser, dem Zweitligaabsteiger droht, durchgereicht zu werden.

Die Spatzen hatten am Montag trainingsfrei und so nahm sich Dotchev viel Zeit fürs Telefonat mit der TAG24.

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Als der 60-Jährige im November sein Amt bei den Donaustädtern antrat, fand er eine ähnliche Tabellensituation vor wie im Winter 2022/23 in Aue.

"Wir sind damals mit 14 Zählern in die Rückrunde gestartet, haben das erste Spiel in Ingolstadt gewonnen und sicher die Klasse gehalten. Normalerweise schaffe ich es ziemlich schnell, die Mannschaft zu stabilisieren ...", stoppt Dotchev kurz ab.

Pavel Dotchev zu Vereinsgala eingeladen

Applaus, Applaus: Pavel Dotchev hat im Erzgebirge erfolgreiche Zeiten erlebt - aber auch schwierige. Im Dezember 2024 musste er gehen.
Applaus, Applaus: Pavel Dotchev hat im Erzgebirge erfolgreiche Zeiten erlebt - aber auch schwierige. Im Dezember 2024 musste er gehen.  © picture point/Sven Sonntag

In Ulm ist ihm der sofortige Turnaround nicht gelungen. Nur ein Sieg und fünf Niederlagen aus den ersten sechs Spielen zeigen, dass die Aufgabe ungemein schwerer wird. Nicht zuletzt daher kamen bereits fünf Verstärkungen, darunter die Ex-Veilchen Mirnes Pepic (30) und Niko Vukancic (23, beide zuvor vereinslos).

Wenn man Dotchev so zuhört, könnte das Ende der Fahnenstange damit noch nicht erreicht sein, denn Ulm ist noch auf der Suche nach Stabilität. "Warum sollte ich lügen? Ich hätte gegen Aue gerne später in der Rückrunde gespielt", macht sich der erfahrene Fußballlehrer ehrlich.

Der Spielplan sieht anderes vor, und passend zur Dramaturgie liegen auch hinter seinem Ex-Klub bewegte Wochen. Sportchef Matthias Heidrich (48) und Co-Trainer Jörg Emmerich (51) sind nicht mehr da und Jens Härtel (56) bekam das, was Dotchev vor etwas mehr als einem Jahr verwehrt geblieben ist: die Rückendeckung von den Klubbossen.

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"Ich freue mich für Jens, dass sie sich zu ihm positioniert haben. Ich denke, man hat intern gesehen, dass ich seinerzeit nicht ganz Unrecht hatte und sie vielleicht einen Fehler gemacht haben", hegt Dotchev keinerlei Groll mehr.

"Aue ist ein besonderer Verein, der nicht spurlos an mir vorbeigegangen ist. Sie haben mich zur Vereinsgala anlässlich des 80. Vereinsjubiläums eingeladen, was mich sehr gefreut hat. Ich weiß aber noch nicht, ob ich das schaffe, weil wir in der 3. Liga eine englische Woche haben. Generell habe ich noch immer viele Freunde dort und unvergessliche Erinnerungen, wie den Zweitligaaufstieg 2016. Natürlich habe ich auch Enttäuschungen erlebt, aber das ist Vergangenheit."

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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