Es dauerte länger als 92 Minuten: Skarlatidis zurück bei Veilchen
Aue - "Ihr habt 92 Minuten Zeit, um uns Skarlatidis zurückzugeben!!!" Dieses Spruchband rollten die Fans vom FC Erzgebirge Aue am 20. April 2024 nach dem Drittliga-Spiel gegen Unterhaching aus. Bei der SpVgg spielte "Skarla" damals. Nun, es hat etwas länger gedauert, bis die Randmünchner ihn raus rückten. Nämlich etwas mehr als 25 Monate. Jetzt ist er zurück, er wird wieder ein Veilchen.
Da hat sich wohl Kaderplaner Steffen Ziffert (61) an einen Helden von einst erinnert, als er Sportchef war. Simon Skarlatidis (35) kam im Juni 2015 nach dem Zweitliga-Abstieg aus Großaspach nach Aue und wurde in seinen zwei Jahren zum absoluten Publikumsliebling.
Damals war er der junge Wilde, nun kann er die Jungen an die Hand nehmen und ihnen viel beibringen. Am heutigen Samstag wird er 35 Jahre jung - herzlichen Glückwunsch.
Damals, im April 2024, war er schon sieben Jahre weg aus dem Erzgebirge. Als er das Spruchband sah und die Sprechchöre hörte, kamen ihm die Tränen vor Rührung.
Noch während des Spiels zeigte er die Hämmer, danach ging er vor den Fanblock und bedankte sich. Das war Wertschätzung. Und sicher auch mit ein Grund, weshalb er noch einmal zurückkehrt.
Simon Skarlatidis: "Das Erzgebirge ist einmalig"
"Das Erzgebirge ist einmalig. Das werde ich in mir behalten und meinen Enkelkindern erzählen. Danke!", schrieb er damals einem befreundeten FCE-Mitarbeiter.
Der ungewöhnlich emotionale Empfang für Simon Skarlatidis in Aue ist umso bemerkenswerter, weil dieser in zwei Spielzeiten "nur" 52 Spiele in lila-weiß bestritt.
Da gab es unzählige Kicker, die weitaus mehr FCE-Historie in der Vita zu stehen haben. Aber "Skarla" hat sich eben immer extrem identifiziert, war Stimmungskanone, Leistungsträger und Aufstiegsheld 2016. Tore in den Derbys gegen Dresden und Chemnitz trugen zweifellos zur Legendenbildung bei.
2017 nach der Rettung unter Domenico Tedesco (40) ging Skarlatidis nach Würzburg, zwei Jahre später nach Kaiserslautern, ehe er 2021 in Unterhaching aufschlug. Dort blieb er bis zu Saisonschluss. Jetzt ist er wieder ein Veilchen.
Titelfoto: Bildmontage: FCE, Picture Point/Sven Sonntag

