Fan-Frust in Aue: Info-Abend plötzlich nur noch für Mitglieder
Aue - Bei Erzgebirge Aue hängt wieder einmal der Haussegen schief! Grund ist die geänderte Einladung zum Info-Abend am heutigen Dienstag (18 Uhr) im Erzgebirgsstadion, die sich ursprünglich an Mitglieder, Fans, Sympathisanten und Sponsoren richtete, nachträglich aber in eine geschlossene Veranstaltung nur für Mitglieder umgeändert wurde.
"[...] den Verantwortlichen ist es besonders wichtig, in herausfordernden Zeiten im direkten Austausch zu bleiben. Sie stellen sich deshalb den Fragen, blicken gemeinsam auf die Saison zurück und schauen vor allem voraus auf das, was vor uns liegt", hatte es noch am 18. April geheißen, wie TAG24 seinerzeit aus der Vereinsmitteilung zitiert hatte.
Dass daraus nichts wird, bringt Fans auf die Zinne.
"Erst alle, kurz vor der Angst plötzlich nur noch Mitglieder. Und das stillschweigend, ohne jegliche Begründung oder andere Kommunikation dazu. Das ist schon mehr als fragwürdig, mit Verlaub", schrieb ein enttäuschter FCE-Fan auf Facebook.
Doch damit noch nicht genug: "Der gewöhnliche Fan scheint offenbar nur als Bezahlklaus für irgendwelche zweifelhaften Crowdfundings gut zu sein und die jetzt für heute nur noch gewünschten Mitglieder sollen wahrscheinlich noch Beifall spenden, dass die Preise trotz des Abstiegs nicht wieder erhöht werden. Beschämend, wie man das wichtigste Kapital des Vereins, seine Fans, einmal mehr vor den Kopf stößt. Ihr wolltet alles besser machen seit 22, und siehe...", schimpft er weiter.
Fakt ist, dass die ursprüngliche Einladung in Zeiten massiven Drucks auf den Vorstand infolge des Dabrowski- und Tarnat-Aus' ausgesprochen wurde und auch eine Beruhigungspille war, nachdem sogar eine Petition zur Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gestartet wurde. Am Ende alles nur ein Placebo?
FCE-Vorstand nennt organisatorische und logistische Gefahren als Grund
Seitens des Vereins wurde einem Fan schriftlich folgende Begründung geliefert (Original-Mail liegt TAG24 vor): "Nachdem die Durchführung eines Info-Abends mit dem Vorstand des FC Erzgebirge Aue beschlossen und terminiert war, sollte diese Meldung als Ankündigung so schnell wie möglich veröffentlicht werden. Ursprünglich tatsächlich mit der Intention, allen Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen. Doch bei näherer Betrachtung lauerten organisatorische und logistische Gefahren – sodass sich die Einladung nur an Mitglieder richtete, die entsprechende Passage wurde im Text folglich geändert."
Weiter heißt es: "Der Grund dafür ist plausibel: Niemand konnte abschätzen, wie viele Leute zu erwarten sind und ob die Kapazität ausreicht. Für Veranstaltungen dieser Art gab es keine Referenz-Werte. Bei Mitgliedern dagegen kann sich der Verein aus vergangenen Jahren auf die Mitgliederversammlungen beziehen, zu denen stets zwischen 300 und 600 Gäste kamen. Zudem wäre es nicht im Sinne des Info-Abends, wenn wildfremde Menschen zum ersten Mal beim FCE auftauchen, ihren Frust ablassen und nie wieder gesehen werden."
Fans mit "wildfremden" Störenfrieden in einen Topf zu werfen, mutet befremdlich an. Am Ende heißt es dann noch: "Der Vorstand fühlt sich in erster Linie den Mitgliedern verpflichtet, Rede und Antwort zu stehen." Fans gucken also tatsächlich nach dieser Lesart in die Röhre.
Titelfoto: Bildmontage: Robert Michael/dpa, Picture Point/Sven Sonntag, Screenshot/Erzgebirge Aue
