Männel, Lord oder Uhlig: Wird das Pokalfinale zum Endspiel für Aue-Legende?
Aue - Wird bei Erzgebirge Aue dieser Tage das Ende der Ära Martin Männel (38) eingeläutet? Der Kapitän befindet sich in seiner 18. Spielzeit für die Lila-Weißen, doch noch nie schien die Zukunft ungewisser, als es jetzt der Fall ist.
Die letzten drei Ligaspiele hielt Louis Lord (22) - so wie das intern abgesprochen war. Im Sachsenpokalfinale wird Männel alleine aufgrund seiner Erfahrung definitiv nochmal zwischen den Pfosten stehen. Doch was kommt danach?
"Es müsste sehr viel passieren, dass ich noch mal woandershin wechsle. Für mich gibt es nur den FC Erzgebirge Aue und das Wichtigste im Moment ist, dass es der Verein nächste Saison wieder hinkriegt. Dabei möchte ich gerne Teil der Mannschaft sein. Am Ende des Tages geht es nicht um mich oder Einzelschicksale, sondern das große Ganze, das stimmig sein muss", hatte Männel vor zweieinhalb Wochen nach dem Wiesbaden-Spiel gegenüber TAG24 erklärt.
Er stünde bereit. Aber wie sieht es vereinsseitig aus?
"Wir haben mit Max Uhlig und Louis Lord zwei junge Torhüter auf der Bank, die absolute Qualität haben und die das auch im Training permanent unter Beweis stellen", hatte Präsident Thomas Schlesinger letzten Freitag in der Halbzeitpause der Duisburg-Partie gegenüber "MagentaSport" festgestellt.
Aue-Präsident Schlesinger über Keeper-Nachwuchs: "Muss diesen jungen Leuten irgendwann die Chance geben"
Sportvorstand Jens Haustein und Kaderplaner Steffen Ziffert haben sich mit Männel zusammengesetzt. Die Gespräche, wie es mit dem Kultkeeper über den Sommer hinaus weitergeht, laufen noch.
Schlesinger über eine mögliche Zukunft: "Wir können uns eine Rolle für Martin Männel im Verein absolut weiter vorstellen. Wie er diese Rolle, die wir ihm zugedenken, annimmt, muss noch genau abgestimmt werden. Wenn man einen Torhüter hat, der 38 ist und gleichzeitig zwei junge Talente auf der Bank sitzen, die absolut Qualität besitzen, muss man diesen jungen Leuten irgendwann die Chance geben. Deswegen gibt es Ideen, die gemeinsam mit dem Trainerteam und Martin Männel abgestimmt werden müssen."
Ein klares Bekenntnis dazu, dass die Vereinslegende auch bei Abstieg die Nummer eins bleibt, sieht anders aus.
Allerdings wäre Aue - Neuanfang hin oder her - schlecht beraten, in der Regionalliga auf Männel zu verzichten, denn für das Ziel sofortigen Wiederaufstieg braucht es einen Torhüter mit Klasse und Erfahrung. Der Aufstiegskampf ist kein Experimentierfeld.
Außerdem ist noch nicht final geklärt, ob Männels aktueller Stellvertreter Lord überhaupt in Aue bleibt. Nach TAG24-Infos gibt es Interesse aus der 3. Liga.
Titelfoto: Bildmontage: Picture Point/Gabor Krieg (2), Picture Point/Sven Sonntag

