Nach knapper Niederlage gegen Union: Bekommt Aue noch Verstärkung?

Aue - Jens Härtel (56) nahm sich nach dem ersten Testspiel der Wintervorbereitung gegen Union Berlin, das Erzgebirge Aue nicht hätte 1:2 verlieren müssen, wenn sie ihr halbes Dutzend hochkarätiger Chancen nutzen, sehr viel Zeit für die Presse. Er beantwortete in kleiner Runde nach der Pressekonferenz viele Fragen.

Neu-Sportchef Michael Tarnat (56, l.) fand viel Lob für seine Mannschaft, sah aber auch die vertanen Torchancen.
Neu-Sportchef Michael Tarnat (56, l.) fand viel Lob für seine Mannschaft, sah aber auch die vertanen Torchancen.  © Picture Point / Roger Petzsche

Unter anderem die nach dem Zusammenspiel mit Neu-Sportchef Michael Tarnat (56). Der hatte zuvor in einer Medienrunde verraten, dass man bisher zweimal im Austausch stand und er der Meinung ist, Härtel sei der richtige Mann am richtigen Ort.

Des Weiteren sagte Tarnat, er werde wie Vorgänger Matthias Heidrich (48) auf der Bank sitzen und: "Ich bin ein sehr kommunikativer Mensch, werde allgemein viel mit dem Trainerteam und den Spielern sprechen."

Härtel dazu: "Ich habe ihn als sehr offen wahrgenommen. Er wird erst mal beobachten und schauen, wie sich die Dinge so entwickeln, wie wir Dinge sehen und angehen." Beide, Härtel und Tarnat, haben auch mit Argusaugen beobachtet, wie sich die Veilchen gegen Eisern Union schlugen.

Neuer Aue-Sportchef Tarnat legt los: "Das hier ist das Richtige für mich!"
FC Erzgebirge Aue Neuer Aue-Sportchef Tarnat legt los: "Das hier ist das Richtige für mich!"

Tarnat auf TAG24-Nachfrage in der Mixed-Zone: "Ich fand, dass wir in der ersten Halbzeit gut gespielt und gegengehalten haben. Der Unterschied zwischen Bundesliga und 3. Liga ist, sie machen ihre Torchancen rein und haben eine hohe Effizienz. Wir hatten die ein oder andere gute Einschussmöglichkeit, nutzen sie aber nicht und laufen so dem 0:2-Rückstand hinterher. Aber auch in der zweiten Halbzeit haben die Jungs gebissen und Gas gegeben."

Aue spielte gegen Union mehr in die Tiefe

Aue-Coach Jens Härtel (56) lässt sich zum Wintertransfer nicht in die Karten schauen.
Aue-Coach Jens Härtel (56) lässt sich zum Wintertransfer nicht in die Karten schauen.  © Picture Point / Roger Petzsche

Mag man alles unterschreiben, nur zieht sich die mangelnde Chancenverwertung wie ein roter Faden durch die Saison. Härtel dazu: "Wir sind zielstrebiger. Das ist, was mir gefallen hat, vor allem, dass wir die Situationen übers Zentrum durchgespielt haben, statt zu schnell raus."

Das war ein Ansatz, der vor Weihnachten stärker in den Fokus genommen wurde: mehr in die Tiefe, statt in die Breite zu spielen. "Da müssen wir dranbleiben!", mahnt Härtel.

Jetzt stellt sich die Frage, ob personelle Änderungen im Trainerteam und auf der Sportchef-Position plus Änderungen in der taktischen Herangehensweise alleine die Trendwende herbeiführen oder aber - und das hat die Union-Partie einmal mehr gezeigt - zumindest offensiv nachgelegt werden muss.

Aue unterliegt Union Berlin denkbar knapp
FC Erzgebirge Aue Aue unterliegt Union Berlin denkbar knapp

"Michael Tarnat und ich haben heute schon dazu gesprochen und dann müssen wir gucken, was geht und was nicht. [...] Wir würden schon ganz gern etwas machen und haben zwei Positionen, wo wir sagen, dass es Sinn macht, sich zu verändern", verriet Härtel am Montagabend.

Genauer ins Detail wollte der Veilchen-Coach nicht gehen, ergänzte auf TAG24-Nachfrage zumindest noch: "Wir hatten auch heute wieder eine Menge Chancen und machen keine Tore. Wir wissen auch nicht, wie stabil Marcel Bär (ging gegen Union zur 42. Minute raus/Anm. d. Red.) in der Rückrunde ist. Auch ein Hybridspieler, wie es letzte Saison Kilian Jakob war, der vorne und hinten spielen kann und Tempo hat, ist eine Idee. Es gibt nicht die eine Position, die Priorität Nummer eins besitzt."

Titelfoto: Picture Point / Roger Petzsche

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