Heidrich, Härtel, Frötschner und Co.: Wer kann beim FCE mit wem und wer mit wem nicht?
Aue - Wie es mit kluger Personal- und Transferpolitik im Winter anders geht, beweist gerade Dynamo Dresden, das ohne Trainerwechsel aber mit fünf Leih-Neuzugängen 16 von 27 möglichen Punkten nach der Winterpause holte. Alle zünden dort. Eine Etage tiefer beim FC Erzgebirge Aue gelang gar nichts, von Vincent Ocansey (25) abgesehen. Eine nicht mehr zu reparierende Folge davon ist derzeit zu sehen.
Wäre bei Aue mehr drin gewesen? Fakt ist: Neu-Sportchef Michael Tarnat (56) wollte, aber geeignete Kandidaten sagten ab. Finanzielle Gründe hätten keine Rolle gespielt, hieß es hierzu von Beteiligten.
Sein Vorgänger Matthias Heidrich (48) war bestrebt, dem Kader, den er mit Jens Härtel (56) im Sommer zusammengestellt hatte, zwingend nötige Verstärkungen zuzuführen – eine für den Sturm und eine fürs defensive Mittelfeld hatte Heidrich dem Vernehmen nach bereits an der Angel, als er dann selbst im Dezember aufgrund des intern verlorenen Machtkampfes ging.
Noch mehr: Um Geld für die Wintertransfers zu sparen, hatte Heidrich geplant, Härtel durch die interne Lösung mit NLZ-Chef Khvicha Shubitidze (51) und Jörg Emmerich (52) zu ersetzen, denn einer weiteren Zusammenarbeit mit dem bisherigen Cheftrainer räumte er keine Chance ein.
Wie TAG24 erfuhr, hatte sich Heidrich bereits im Frühjahr 2025 erstmals dahingehend an den Vorstand gewandt. Von damals mitinvolvierten Personen wurde bestätigt, dass die interne Kommunikation und Gruppenführung – sowohl den Staff als auch die Mannschaft betreffend – die Hauptkritikpunkte waren, die Heidrich anführte.
Das gipfelte letztlich darin, dass der ehemalige Sportchef ab September vehement auf Härtels Entlassung drängte.
Ex-Präsident Roland Frötschner soll für vorzeitige Trennung von Dotchev verantwortlich sein
Hätte Aue unter dem im Männerbereich kaum erfahrenen Trainergespann Shubitidze/Emmerich besser abgeschnitten oder war das Kind schon längst in den Brunnen gefallen? Wie es aus gut informierten Kreisen heißt, räumt Heidrich mittlerweile ein, dass er häufiger hätte auf den Tisch hauen müssen, um die Führungsspieler an ihre Verantwortung zu erinnern.
Etwas differenziert lauten derweil Aussagen beim Aus von Pavel Dotchev (60) im Dezember 2024, was den Beginn der sportlichen Talfahrt einläutete. Der Ex-Sportchef versichert, dass Ex-Präsident Roland Frötschner (73) für die vorzeitige Trennung verantwortlich gewesen sei. Man habe sich darauf geeinigt, den zum 30. Juni 2025 auslaufenden Vertrag mit Dotchev nicht zu verlängern, darüber aber erst einmal Stillschweigen vereinbart.
Aufgrund einer Indiskretion seitens Frötschners sei dies an Dotchev und später die Öffentlichkeit gedrungen und habe eine Spirale in Gang gesetzt. Gremienmitglieder, die damals dabei waren, bestätigten zumindest, Heidrich habe von Beginn an vorrangig auf die Trennung gedrängt.
Fakt ist, dass Aue unter Dotchev einen Punkteschnitt von 1,52 besaß. Seine Nachfolger Härtel (1,05) und Dabrowski (0,29) fallen demgegenüber ab.
Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

