Heimspiel-Krösus Aue mit Fan-Invasion in Stahnsdorf? Bär: "Ich habe Bock!"
Aue - Angezählte Boxer sind mitunter am gefährlichsten. Erzgebirge Aue hat das selbst bewiesen, als man aus einer Niederlagenserie von vier Pflichtspielen heraus den FSV Zwickau im Derby mit 3:0 auf die Bretter schickte. Der FCE zeigte sich danach wesentlich verbessert und schlug zuletzt auch Carl Zeiss Jena. Mit Stahnsdorf wartet Sonntagnachmittag auswärts eine komplett andere Aufgabe.
Der Aufsteiger ist mit neun Zählern Vorletzter. Gut möglich, dass Lila-Weiß nicht nur auf der Anzeigetafel dominiert, sondern auch im Stadion. Zuhause sind sie mit im Schnitt 8796 Zuschauern ohnehin eine Macht, aber auch in der Fremde zieht der Schacht.
Da Stahnsdorf im Schnitt nur 463 Zuschauer begrüßt, dürfte der Gästeblock besser gefüllt sein, als das restliche Rund. Bis Dienstag waren über 200 Gästetickets verkauft und der FCE rechnet mit 600 bis 700 Auswärtsfahrern.
"Uns war vor der Saison klar, dass der Kontrast da sein würde, von 10.000 Zuschauern zu vielleicht 2000. Das ist in der Liga so. Aber ich freue mich drauf! Ich habe Bock, weil die Mannschaft und die Fans gut drauf sind und es einfach Spaß macht!", sagt Kapitän Marcel Bär (34).
Cheftrainer Khvicha Shubitidze (52) meint: "Das wird möglicherweise schwieriger als gegen Zwickau oder Jena. Andererseits sind die Jungs jetzt so klar im Kopf, dass ich weiß, jeder hat verstanden, worum es geht."
Wichtig ist, dass Aue die Verteidigung als Mannschaft verinnerlicht hat
Was seine Schützlinge vor allem verstanden haben, ist, die Defensivarbeit richtig anzugehen. "Es sieht sehr stabil aus, weil eben jeder einzelne auch mit nach hinten arbeitet. Die Intensität mit und gegen den Ball ist in den letzten beiden Spielen einfach richtig gut gewesen", meint Bär zur wiedererlangten Stabilität.
Das hat auch mit dem taktischen Kniff von Shubitidze zu tun, Bastian Strietzel (28) aus der Innenverteidigung eins vor auf die Doppelsechs zu ziehen und dafür den großgewachsenen Daniel Fisl (26) hinten reinzuschieben. Dazu zünden die jüngsten Neuzugänge, eben jener Fisl und Ali Loune (24), der im defensiven Mittelfeld mit Strietzel aufräumt, viel Druck von der Abwehr nimmt, aber auch viele Wege nach vorne geht.
Ganz wichtig aber auch, dass die Veilchen die Verteidigung als Mannschaft verinnerlicht haben. "Bei jedem ist das Verständnis dafür da, dass das eigene Tor zu verteidigen die Grundvoraussetzung ist. Wenn du in jedem Spiel drei Tore kriegst, ist es schwierig zu punkten", hatte Keeper Martin Männel (38) jüngst gesagt. Bär stößt ins selbe Horn: "Es sieht hinten gut aus, weil jeder zurück arbeitet."
Titelfoto: Picture Point / Gabor Krieg
