Hü-und-Hott-Kurs der Aue-Bosse! Nicht mal Bobbahn in Altenberg hat so viele Kurven
Aue - Die neunte Niederlage am Stück am Sonntag gegen Verl, gleichzeitig ein Sieg von Saarbrücken in Havelse - dann ist Aue am Wochenende auch rechnerisch abgestiegen. Klingt hart, ist aber so. Selbst wenn der FC Erzgebirge Aue ausnahmsweise mal einen Dreier holen sollte, ist das Ding durch. Die Realität für die kommende Saison heißt Regionalliga Nordost.
Ein Szenario, das schmerzt. Vom Zweit- zum Regionalligisten in vier Jahren. Der einst so stolze Traditionsverein aus dem Erzgebirge erlebt seine größte Krise seit der Wende und gibt sich in allen Ebenen mehr und mehr der Lächerlichkeit preis.
In dem Verein läuft so viel falsch, alles aufzuzählen würde Seiten füllen. Allein die vergangene Woche eignet sich für ein ganzes Buch. Sportlich sollen Nachwuchsleiter Khvicha Shubitidze (51) und B-Junioren-Trainer Enrico Kern (47) die jetzt noch sechs Partien andauernde Abschiedstour aus der 3. Liga leiten.
"Die nun eingeleiteten Maßnahmen sollen die Weichen für eine Trendwende stellen", erklärte Sportvorstand Jens Haustein (58) am Ostersonntag. Er soll jetzt zusammen mit Shubitidze und Chefscout Steffen Ziffert (61) den Kader für die neue Saison aufstellen. Das verwundert schon, weil auch er nach den Misserfolgen zuletzt verbrannt scheint.
Bis 1. April sollte das Tarnat machen. Dann die Kehrtwende. "Wegen unterschiedlicher Auffassungen zur sportlichen Ausrichtung" legte er sein Amt nieder. Hü und hott in wenigen Stunden. So viele Kurven hat nicht einmal die Bobbahn in Altenberg.
Bei den Veilchen muss von A bis Z ausgemistet werden!
Das aber zeigt genau, wie es derzeit im Verein zugeht. Jeder beansprucht für sich, der Heiland zu sein, keiner aber ist es bzw. kann es. Zu viele Strömungen innerhalb des Vereins stören den Fluss. Die Profilierungssucht ist größer als alles andere.
So kontaktierte ein Aufsichtsrat unabgesprochen mit dem Vorstand und ohne Mandat potenzielle Trainerkandidaten - namentlich den bis 2028 an Hessen Kassel gebundenen René Klingbeil (45).
Nach 23 Jahren ist es in fünf Wochen vorbei mit Profi-Fußball im Schacht. Daher wäre ein kompletter Neuanfang für den einst so stolzen Klub das Beste. Wird so weitergewurschtelt, wird in der so starken Regionalliga Nordost kein Platz für Aue sein.
Hier muss von A bis Z ausgemistet werden: neue Gremien, neue Führung, neue Mannschaft.
Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

