Männel nach Aue-Abstieg am Boden: "Am Ende geht es nicht um mich oder Einzelschicksale"

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Aue - "Steh auf, wenn du am Boden bist", lief am Samstag kurz nach 15.54 Uhr über die Stadionlautsprecher. Kein großartiges Pfeifkonzert, keine Aggression, kein Frust, einfach nur Fassungslosigkeit und leere Gesichter. Das "eins-Erzgebirgsstadion" trug Trauer, nachdem festgestanden hatte, dass der FC Erzgebirge sich nach 23 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit zum Profifußball auf unbestimmte Zeit aus selbigem verabschiedet. Mit dem 2:2 gegen Wiesbaden ist Aue abgestiegen.

Stille statt Pfiffe. Als die Heimpartie gegen Wiesbaden am Samstagnachmittag abgepfiffen wurde, blieb es ruhig im "eins-Erzgebirgsstadion". Auch wenn sich der Moment lange anbahnte, war auch die Enttäuschung der Spieler sichtlich groß.
Stille statt Pfiffe. Als die Heimpartie gegen Wiesbaden am Samstagnachmittag abgepfiffen wurde, blieb es ruhig im "eins-Erzgebirgsstadion". Auch wenn sich der Moment lange anbahnte, war auch die Enttäuschung der Spieler sichtlich groß.  © picture point/Sven Sonntag

"Es ist keine Situation gewesen, die urplötzlich eingetreten ist, sondern kam mit vielen Wochen Vorbereitungszeit. Wir hatten alles versucht, im Training unter der Woche, in der Kabine, was das Miteinander angeht. Wir haben versucht, alle Stellschrauben zu drehen, haben es über all die Wochen aber nicht geschafft, einen Sieg einzufahren und den Abstieg abzuwenden", konstatierte Martin Männel (38) nach Abpfiff gegenüber TAG24 mit sehr mitgenommener Miene.

Er hatte den Abstieg von der Bank verfolgt, da Louis Lord (22) erstmals seit dem 0:3 gegen Ulm hielt.

Dass Aue gegen Wiesbaden zum nun schon 16-mal in Serie sieglos blieb, sagt schon vieles aus. Alles, was in der Winterpause und bis zu Transferschluss Anfang Februar von den Verantwortlichen unternommen wurde, ging gehörig schief und gipfelte jetzt in dem feststehenden Gang in die Viertklassigkeit.

Um 15.54 Uhr ist Schicht im Schacht: FCE steigt erstmals in die 4. Liga ab
FC Erzgebirge Aue Um 15.54 Uhr ist Schicht im Schacht: FCE steigt erstmals in die 4. Liga ab

So tief hat Aue noch nie (!) gespielt. Eine schallende Ohrfeige für alle, die vor dreieinhalb Jahren angetreten waren, es besser zu machen.

Der Karren steckt richtig tief im Dreck. Ihn da wieder herauszuziehen, braucht das richtige, fähige Personal - denn das Ziel ist klar: der sofortige Wiederaufstieg.

Martin Männel (38) möchte auch in der kommenden Saison Teil der Auer Mannschaft bleiben.
Martin Männel (38) möchte auch in der kommenden Saison Teil der Auer Mannschaft bleiben.  © Picture Point / Gabor Krieg

Torhüter-Veteran Männel über seinen Verbleib: "Für mich gibt es nur den FC Erzgebirge Aue"

Nach dem Derbysieg gegen den CFC am Mittwoch will Aue-Keeper Martin Männel am 23. Mai in Zwickau den Pokal holen.
Nach dem Derbysieg gegen den CFC am Mittwoch will Aue-Keeper Martin Männel am 23. Mai in Zwickau den Pokal holen.  © picture point/Sven Sonntag

Das gelang Aue letztmals, als man zuvor 2015 aus der 2. Bundesliga abgestiegen war. Männel war einer aus einer Handvoll an Spielern, die sich seinerzeit nicht aus der Affäre stahlen.

"Es müsste sehr viel passieren, dass ich noch mal woandershin wechsle. Für mich gibt es nur den FC Erzgebirge Aue und das Wichtigste im Moment ist, dass es der Verein nächste Saison wieder hinkriegt. Dabei möchte ich gerne Teil der Mannschaft sein. Am Ende des Tages geht es nicht um mich oder Einzelschicksale, sondern das große Ganze, das stimmig sein muss", unterstrich der 38-Jährige auf TAG24-Nachfrage.

Egal wie es für ihn im Sommer weitergeht, hat der Torhüter-Veteran noch ein großes Ziel diese Saison: "Wir haben am Mittwoch das Derby gegen 'C' am Ende gewonnen und wollen das am 23. Mai in 'Z' noch mal machen. Das ist der absolute Saisonabschluss."

Bleibt Aue-Ikone Männel bei Abstieg? "Möchte gerne nächste Saison Teil dieser Mannschaft sein"
FC Erzgebirge Aue Bleibt Aue-Ikone Männel bei Abstieg? "Möchte gerne nächste Saison Teil dieser Mannschaft sein"

"Mit diesem Erfolgserlebnis wollen wir in die Pause gehen. Ob es eine Euphorie auslösen kann, wird sich zeigen, denn dafür haben alle um den Verein herum in diesem Jahr zu viel gelitten. Da reicht nicht ein Spiel, das alles gutzumachen", resümiert Männel.

Titelfoto: Bildmontage: Picture Point/Sven Sonntag, PICTURE POINT / Gabor Krieg

Mehr zum Thema FC Erzgebirge Aue: