Platzsturm, Spielunterbrechung, später Nackenschlag: Aue erlebt Katastrophen-Derby

Aue - Erzgebirge Aue erlebt ein katastrophales Ost-Derby! Die Veilchen unterliegen Energie Cottbus nach früher Führung noch mit 1:2 (1:1) und liegen nun bereits vier Zähler hinter einem Nichtabstiegsplatz. Überschattet wurde die Partie zudem von einem Platzsturm der Veilchen-Anhänger, nachdem diese aus dem Gästeblock mit einem zweiteiligen Spruchband provoziert worden waren.

Für den FC Erzgebirge fing es gut an: Marcel Bär (M.) traf bereits nach fünf Minuten zum 1:0.  © picture point/Sven Sonntag

"Cottbus grüßt alle fahnenlosen Schachter auf der Suche nach ihrer Identität", stichelten die Energie-Fans in Anspielung an den bislang unaufgeklärten Raub der Zaunfahnen der aktiven Auer Fanszene.

Dem folgte zuerst ein verbaler Schlagabtausch und kurz darauf überwanden mehrere Dutzend Aue-Hooligans die Absperrungen und stürmten den Innenraum, was eine mehrminütige Spielunterbrechung zur Folge hatte, während der Kapitän Martin Männel und Marvin Stefaniak beschwichtigend auf die eigenen Anhänger einwirkten.

Um 17.55 Uhr stand endlich wieder der Fußball im Mittelpunkt, wenngleich der Rhythmus erstmal raus war aus dem Derby. Das hatte für Aue eigentlich nach Maß begonnen und wie herrlich war die Führung bitte herausgespielt?

FC Erzgebirge Aue Aue gegen Cottbus: Sorge vor Gewalt-Eskalation! Behörden schlagen vor Ost-Derby Alarm

Ryan Malone, der nach seiner Rotsperre erstmals unter Christoph Dabrowski in der Viererkette zum Einsatz kam, brachte die Pille zunächst mit der Verlagerung auf links zu Jamilu Collins. Der trieb den Ball auf seiner Seite nach vorn, nahm Julian Guttau mit. Ab dessen Weiterleitung zu Pascal Fallmann wurde es astreiner One-Touch-Fußball.

Fallmann zu Jannic Ehlers, dessen Ablage Mika Clausen in den Lauf von Marcel Bär (5.) spielte. Der legte sich den Ball mit rechts an King Manu vorbei auf den linken Fuß und haute das Ding in den linken Giebel.

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Eskalation im Stadion: Fußball-Chaoten stürmten das Spielfeld.  © picture point/Sven Sonntag
Die Polizei musste ins Stadion ausrücken.  © picture point/Sven Sonntag
Mit diesem Banner provozierten die Cottbus-Fans.  © picture point/Sven Sonntag

Aue-Führung hält nicht lange: Cottbus gleicht aus

Ausgleich! Cottbus-Spieler King Manu (nicht im Bild) trifft zum 1:1.  © picture point/Sven Sonntag

Man hoffte, die frühe Führung würde Sicherheit geben. Doch allzu lange hatte sie gar nicht Bestand. Stefaniak mit dem Ballverlust im Vorwärtsgang und Energie setzte sich vorne fest.

Tolcay Cigercis Ecke konnte am Strafraum nicht geklärt werden, sodass Lukas Michelbrink den zweiten Ball scharf machte und Aues Defensive damit in Konfusion versetzte. Drei Mann standen sich gegenseitig im Weg, aber keiner war bei Manu, der ausglich (12.).

Wie in den beiden vorangegangenen Partien unter dem neuen Cheftrainer Christoph Dabrowski gelang es Aue auch jetzt nicht, den Schwung aus einer guten Anfangsphase mitzunehmen.

FC Erzgebirge Aue Ost-Derby eskaliert: Energie-Fans provozieren, Aue-Chaoten stürmen den Platz

Energie gab nach 20 Minuten klar den Ton an und schnürte die Hausherren hinten ein, die ihrerseits wiederum nur selten Entlastungsangriffe fuhren.

Große Enttäuschung bei Aue-Spieler Pascal Fallmann.  © picture point/Sven Sonntag

Bitterer Tag für Aue: Cottbus schießt sich in Führung

Axel Borgmann (nicht im Bild) schießt Cottbus in Führung.  © picture point/Sven Sonntag

Brandgefährlich wurde es vor allem immer wieder bei kurz ausgeführten Cigerci-Ecken - und davon gab es in der ersten Hälfte reichlich. 2:8 das Eckenverhältnis zur Pause aus Auer Sicht.

Welche Ansprache Dabrowski zur Pause auch immer wählte, sie erreichte seine Mannschaft, denn die Veilchen nun wieder druckvoller, bis sie von einigen unverbesserlichen Chaoten jäh ausgebremst wurden. Doch es wurde noch bitterer.

Tolcay Cigerci mit dem Freistoß auf seinen eingewechselten Bruder Tolga, der quer zu Axel Borgmann legte - 1:2. Der nächste Nackenschlag im Abstiegskampf!

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Tabelle 3. Liga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 FC Energie Cottbus 25 51:38 48
2 MSV Duisburg 25 46:32 46
3 VfL Osnabrück 25 38:24 46
4 SC Verl 25 60:38 44
5 Rot-Weiss Essen 25 48:41 43
6 SV Wehen Wiesbaden 25 38:28 41
7 FC Hansa Rostock 25 41:28 40
8 TSV 1860 München 25 40:35 39
9 FC Ingolstadt 04 25 44:34 36
10 SV Waldhof Mannheim 25 41:46 36
11 Viktoria Köln 25 36:33 35
12 VfB Stuttgart II 25 32:40 35
13 TSG 1899 Hoffenheim II 25 47:45 32
14 Alemannia Aachen 25 42:46 32
15 SSV Jahn Regensburg 25 33:38 31
16 1. FC Saarbrücken 25 33:36 28
17 FC Erzgebirge Aue 25 28:40 24
18 SSV Ulm 1846 25 33:51 23
19 TSV Havelse 25 35:55 19
20 1. FC Schweinfurt 05 25 21:59 10

Die Tabelle der 3. Liga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Drittliga-Meister und steigt in die 2. Liga auf. Auch der Zweite steigt direkt auf. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Platz der 2. Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in der Liga.

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