Schon Nachfolger im Gespräch: Aber Aue-Trainer Dabrowski muss in Essen den 1. Sieg liefern
Aue - Stell Dir vor, Du bist mit Deiner Mannschaft mitten im tiefsten Abstiegskampf. Hast sie ohne Neuzugänge und mit drei Niederlagen in Serie hingestellt bekommen und musst nun zusehen, diesen Schlamassel zu managen. Du tust und machst und bekommst dann mit, dass sich im Kumpelverein, Betonung liegt auf "Kumpel", bereits in den Gremien einzelne Mitglieder mit Deiner Nachfolge beschäftigen.
So oder so ähnlich muss sich Aue-Trainer Christoph Dabrowski (47) fühlen, wenn er nicht ausblendet, was wenige Tage vor dem Essen-Spiel am Sonnabendnachmittag aufgeploppt ist.
Wenn auch unabgesprochen mit der sportlichen Leitung und dem Vorstand, gab es aus dem Aufsichtsrat heraus erste Anbahnungen für die Dabrowski-Nachfolge. Beschäftigt wurde sich unter anderem mit René Klingbeil.
Gleichzeitig wird die allgemeine Personalauswahl des Vorstands und ein etwaiges Festhalten an Sportdirektor Michael Tarnat (56) auch bei Abstieg kritisiert, wie BILD zuerst berichtete.
Aue-Coach Dabrowski: "Die Mannschaft braucht einen dreckigen Sieg, um Selbstvertrauen zu gewinnen"
Der Machtkampf mitten im Abstiegskampf? Intern sehen sie das als maximal kontraproduktiv an, wollen den entstandenen Flurschaden bereinigen - zumal einzelne Aufsichtsratsmitglieder derzeit gar kein Mandat für solche Alleingänge in sportlichen operativen Belangen besitzen, wie es nach TAG24-Infos heißt.
Aber der FCE hat erst mal den Salat. Es ist zu erwarten, dass in den Gremien jetzt alles darangesetzt wird, die Reihen zu schließen, um nicht den Eindruck von Führungsschwäche entstehen zu lassen. Trainer und Mannschaft müssen all das wohl oder übel ausblenden. Im sportlichen Existenzkampf sind Absetzbewegungen oder internes Kompetenzgerangel keine Seltenheit.
Dabrowski darüber, wie er an der alten Wirkungsstätte Hafenstraße endlich die Trendwende herbeiführen will - die bei erfolgreichem Klassenerhalt auch aktuelle Personaldebatten anders aussehen lassen würde: "Die Marschroute ist klar: Wir wollen mehr laufen, mehr sprinten und mehr Intensität zeigen als der Gegner. Die Mannschaft braucht einen dreckigen Sieg, um Selbstvertrauen zu gewinnen. Das wollen wir in Essen umsetzen."
Titelfoto: Picture Point / Sven Sonntag