Skarlatidis wieder in altem Revier: "Spiele lieber für Wismut Aue als gegen"
Aue - 2000 Fans zum Trainingsauftakt des FC Erzgebirge und er mittendrin: Simon Skarlatidis (35). Der verlorene Sohn ist wieder daheim. Wie er das genoss, war ihm anzusehen. Und er ließ alle teilhaben. In seiner Insta-Story stand er klatschend vor den Fans, als er vorgestellt wurde. "Ohne Worte! Danke! Vamos", schrieb er dazu.
Bei den derzeit gerade vorherrschenden Temperaturen braucht es eigentlich keinen, der irgendetwas anzündet, das passiert ganz von allein. Aber "Skarla" ist einer, der das über die gesamte Saison schaffen kann. Das bewies er schon in seiner ersten Zeit vor elf Jahren.
Mit seiner lockeren Art neben dem Platz, seinem Biss und Können. Er war damals der Liebling der Fans und er ist es sofort wieder.
Wer dafür einen Beweis brauchte, war am Sonntag zum Auftakt genau richtig. Als sein Name aufgerufen wurde, brandete ein derart lauter Beifall auf, als wäre die Hütte knackevoll.
"Das hier ist positiv verrückt. So würde ich mich auch bezeichnen. Das ist was Besonderes, in schlechten Zeiten zusammenzuhalten. Das spricht für das Erzgebirge", sagte Skarlatidis nach der ersten Einheit.
FC Erzgebirge Aue: Heimkehrer Simon Skarlatidis trägt wieder lila-weiß
Dass er es sportlich auch im Alter von 35 Jahren noch kann, daran zweifelt keiner. In der abgelaufenen Saison war er mit 27 Punkten der beste Scorer der Regionalliga Bayern. In Aue, in seinem Revier, möchte er nun daran anknüpfen.
Er ist der Neue, der sich nicht integrieren muss. Skarlatidis kennt alles. "Es ist eine Art Heimkehr", sagte er: "Ich weiß, was hier möglich ist. Wie viel Liebe da ist, wie viel Wucht. Da kann man etwas entfachen. Deshalb möchte ich die Herausforderung noch einmal annehmen."
Jetzt trägt er wieder lila-weiß, das Erzgebirgsstadion wird erneut sein Wohnzimmer. "Ich kam in den letzten Jahren ungern als Gast", schmunzelte er. "Das hat sich immer komisch angefühlt. Ich spiele dann doch lieber für Wismut Aue in diesem Stadion als gegen. Ich freue mich einfach."
Fünf Wochen haben er und alle anderen in der Vorbereitung Zeit, in die Spur zu kommen. Sein erster Eindruck von der Truppe "war extrem positiv. Viele Gesichter sehen sich zum ersten Mal. Da ist eine gewisse Offenheit da. Es geht darum, sich kennenzulernen und als Team zusammenzuwachsen. Du wirst nur erfolgreich sein, wenn du ein Team bist. Das ist die Basis". Na dann, vamos!
Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

