Verein setzt Frist: Bleibt Aue-Sportchef Michael Tarnat im Erzgebirge?
Aue - 220.000 Euro - in etwa in der Größenordnung bewegt ich die Prämie für die erste Runde des DFB-Pokals für die Saison 2026/2027. Diese sich zu holen, ist der Anreiz für den FC Erzgebirge. Die Hürde Fortschritt Lichtenstein dürfte am Sonntag (13.45 Uhr) nicht allzu hoch sein. Das Halbfinale ist fest eingeplant. Apropos Plan: Der FCE treibt die Vorbereitungen für die kommende Saison mit einem Ultimatum vehement voran.
Der Verein schaut dabei finanziell und sportlich auf die Regionalliga - das ist der richtige Schritt. Der Klassenerhalt ist wohl nur noch theoretischer Natur.
Am Mittwoch hielt der Förderkreis seine Mitgliederversammlung ab, da bezog Präsident Thomas Schlesinger zu allen wichtigen Punkten Stellung.
Auch zur sportlichen Führung: "Ab dem 1. April wird feststehen, wer die Verantwortung für die Kaderplanung trägt und eine konkurrenzfähige Mannschaft für die neue Saison aufstellt", heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Statement des Vereins.
Heißt: Sportgeschäftsführer Michael Tarnat muss sich bis dahin entscheiden, ob er bleibt oder geht. Gleiches dürfte für Trainer Christoph Dabrowski gelten. Wenn nicht, muss bis Mittwoch eine neue Führung stehen. Da stehen dem FCE interessante Stunden bevor.
Aue-Präsident Schlesinger: "Wichtig, möglichst die grundlegenden Strukturen weitgehend aufrechtzuerhalten"
Schlesinger nutzte die Versammlung auch, um das zuletzt genannte Gesamt-Etatziel von bis zu 10 Millionen Euro einzuordnen: "Uns ist neben der Etatplanung der ersten Mannschaft wichtig, möglichst die grundlegenden Strukturen des Vereins weitgehend aufrechtzuerhalten. Dazu zählen 50 bis 60 Arbeitsplätze neben der Profimannschaft, die Geschäftsstelle ebenso wie das Nachwuchsleistungszentrum und die Stadionbrigade für die komplette Bewirtschaftung der Stadion-Infrastruktur."
Die Kosten allein für diese strukturelle Basis des FC Erzgebirge Aue belaufen sich auf rund 5 Millionen Euro. Bei einer geplanten Etatkürzung von über 3 Millionen Euro stehen selbstverständlich alle Kostenpositionen auf dem Prüfstand.
Umso deutlicher wird: Sollten die Sponsoreneinnahmen spürbar zurückgehen, ist der Erhalt dieser Strukturen ernsthaft gefährdet, so der Präsident. Wohl auch aus diesem Grund hat der Verein beim Landratsamt zum wiederholten Male die Stundung der Stadionpacht beantragt.
Titelfoto: Picture Point / Sven Sonntag
