Vertragsfrust bei Aue! Gonthers Vater poltert: "Respektlos, unter aller Sau"

Aue - Vertragsfrust beim FC Erzgebirge Aue! Die Veilchen haben längst Gewissheit, dass sie nächste Saison in der 3. Liga starten, aber die Spieler mit auslaufenden Verträgen hängen in der Luft. Hinzu kommt die Ankündigung auch an bestehende Verträge heranzugehen und gütliche Trennungen zu erreichen.

97 von 102 möglichen Einsätzen in den vergangenen Spielzeiten. Sören Gonther (35) war unter vier Trainern immer Stammkraft. Jetzt werden sich die Wege wohl trennen.
97 von 102 möglichen Einsätzen in den vergangenen Spielzeiten. Sören Gonther (35) war unter vier Trainern immer Stammkraft. Jetzt werden sich die Wege wohl trennen.  © IMAGO/Ralf Homburg

Eine interne Streichliste dementieren die FCE-Bosse. Sie verweisen auf offene Gespräche, die in den zwei Wochen nach dem Derby stattfinden sollten.

Zeitgleich wurde jedoch signalisiert, mit nur fünf bis sieben Mann aus dem gegenwärtigen Kader den Neuanfang in der 3. Liga in Angriff zu nehmen.

Konkrete Namen gibt es mit Martin Männel (34), Florian Ballas (29), Dirk Carlson (24), Soufiane Messeguem (21) und Dimitrij Nazarov (32).

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Was Aue bislang noch nicht getan hat, ist Spieler zu verabschieden. Dabei hätte spätestens der Derbysieg gegen Dynamo Dresden den perfekten Rahmen geboten, um im Nachhinein verdiente Spieler zu verabschieden.

Der Frust sitzt tief und brach am Beispiel Sören Gonther (35) Bahn.

Udo Gonther, nach Bild-Informationen Vater von Aue-Profi Sören, keilte unter dem offiziellen Instagram-Account des Vereins zum Spieltagsaufgebot gegen Dynamo aus.

Sören Gonthers Vater macht sich auf Aues-Instagram-Seite Luft

Seine Nachricht unter dem Post des FC Erzgebirge auf Instagram mit der Aufstellung in Dresden hat Udo Gonther inzwischen wieder gelöscht.
Seine Nachricht unter dem Post des FC Erzgebirge auf Instagram mit der Aufstellung in Dresden hat Udo Gonther inzwischen wieder gelöscht.  © Screenshot Instagram/FC Erzgebirge

"Ein verdienter Spieler, der maßgeblich an den souveränen Klassenerhalten der letzten beiden Saisons beteiligt war, nicht verabschiedet, sondern einfach rausgeworfen."

"Vielleicht sollte Erzgebirge Aue mal schauen, wie andere Vereine das machen. Respektlos und unter aller Sau. Hoffe, Dotchev (56) wird nach dem Spiel auch rausgeworfen. Er hat sowieso nichts gebracht, deshalb wurde er bei seinen letzten Stationen vorzeitig gefeuert", echauffiert sich Gonther Sr.

Er droht: "Ich denke, ich werde in nächster Zeit mal ein paar interne Aktionen veröffentlichen, damit die Anhänger des Vereins mal wissen, was da wirklich abgeht."

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Leonhardt, von TAG24 mit diesem Vorwurf konfrontiert, stellt klar: "Ich lasse nicht zu, dass der Verein von Außen zum Getriebenen gemacht wird. Wir haben einen klaren Plan, wie wir vorgehen werden."

"Es wird persönliche Gespräche geben, in denen der künftige Weg aufgezeigt wird. Die Spieler stehen bis 30. Juni unter Vertrag und beziehen ihr volles Gehalt. Wo sich danach die Wege trennen, gibt es eine Verabschiedung", so Leonhardt.

Neuer Aue-Coach Timo Rost? Nahezu fix, doch dessen Saison läuft noch

Timo Rost (43) ist noch Trainer beim SpVgg Bayreuth.
Timo Rost (43) ist noch Trainer beim SpVgg Bayreuth.  © Picture Point/Gabor Krieg
FCE-Präsident Helge Leonhardt (63) wartet auf seinen neuen Trainer, dann folgen die Personalgespräche.
FCE-Präsident Helge Leonhardt (63) wartet auf seinen neuen Trainer, dann folgen die Personalgespräche.  © Picture Point/Gabor Krieg

Die vermeintliche Untätigkeit hat ihre Ursache auch in der nach wie vor nicht bestätigten Verpflichtung eines neuen Cheftrainers.

Dass es Timo Rost (43) wird, ist nahezu fix, nur steht der künftige FCE-Coach gegenwärtig noch bei der bereits als Drittligaaufsteiger feststehenden SpVgg Bayreuth unter Vertrag und bestreitet in jener Funktion am Samstag gegen Buchbach sein letztes Pflichtspiel in der Regionalliga Bayern.

Das wollen die Veilchen-Bosse aus Gründen des Fairplays noch abwarten.

Gleichzeitig beherzigt Leonhardt die eigene Maßgabe, künftig der sportlichen Seite im operativen Geschäft mehr Freiraum zu geben. Insofern liefe eine Verabschiedung von Spielern vor der Bekanntgabe des neuen Trainers dem ganzen ohnehin zu wider.

"Es ist doch selbstverständlich, dass der neue Trainer das persönliche Gespräch mit den Spielern suchen will. Bestenfalls Angesicht zu Angesicht.

Sonst heißt es wieder: 'Mir wurde am Handy gesagt, dass man nicht mehr mit mir plant'. Egal wie, man macht es scheinbar niemandem gerecht", findet Leonhardt.

Titelfoto: IMAGO/Ralf Homburg

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