Weil Aue Vertrag nur für 3. Liga verlängerte: West-Regionalligist schnappt Abwehr-Talent weg
Aue - Erzgebirge Aue verliert Außenverteidiger Paul Seidel (20) an West-Regionalligist 1. FC Bocholt. Die Westmünsterländer verpflichteten den Leihspieler fest, weil die Veilchen bei der Verlängerung im Winter scheinbar den möglichen Drittligaabstieg nicht in Betracht zogen.
Seidel, der seit der 'U13' in der Kumpelschmiede ausgebildet wurde und in der Hinrunde sechs Drittligaeinsätze sowie zwei Partien im Sachsenpokal absolvierte, war im Winter abgegeben worden. Zuvor wurde der zum 30. Juni 2026 auslaufende Vertrag bei den Lila-Weißen verlängert.
"Paul Seidel bringt im athletischen Bereich viel mit, braucht jetzt vor allem Wettkampfpraxis und regelmäßige Einsätze auf hohem Niveau", hatte Ex-Sport-Geschäftsführer Michael Tarnat (56) seinerzeit erklärt.
Das Ansinnen ist aufgegangen, denn Seidel kam für Bocholt zwölfmal in der Regionalliga zum Zug. Nur ist das Ganze ohne Nutzen für den Schacht. Weil der am Samstag abgestiegen ist, traten die Nordrhein-Westfalen auf den Plan.
"Paul hat sich bei uns vom ersten Tag an hervorragend integriert und schnell gezeigt, welches Potenzial in ihm steckt. Bereits im Winter hatten wir die Idee, ihn langfristig an den Verein zu binden. Das war damals nicht möglich, weil Aue seinen Vertrag verlängerte und ihn zurückholen wollte. Durch den sportlichen Abstieg hat sich nun die Chance ergeben, Paul frühzeitig fest zu verpflichten", berichtete Christopher Schorch (37), Sport-Geschäftsführer des 1. FC Bocholt.
Aue verliert einen jungen Verteidiger
Aue verliert damit einen jungen Verteidiger aus dem eigenen Nachwuchs, der nächste Saison in der Regionalliga Nordost durchaus eine Option gewesen wäre.
Während andere Vereine Nägel mit Köpfen machen, wartet man im Lößnitztal noch auf den ersten Neuzugang.
Titelfoto: Picture Point/ Sven Sonntag
