Winkt der Aufsichtsrat Tarnat durch oder geht Aue zu Plan B über?
Aue-Bad Schlema - Showdown im Lößnitztal! Der Vorstand des FC Erzgebirge Aue hatte letzte Woche eine Deadline gesetzt, um zu klären, wer Verantwortung für die Kaderplanung für 2026/27 trägt. Diese Frist läuft am Mittwoch ab.
Doch an wen genau richtet sie sich? Wie TAG24 erfuhr, soll der Aufsichtsrat Farbe bekennen, ob das Gremium dem Vorschlag des Vorstandes folgt, mit Sportchef Michael Tarnat auch bei Abstieg weiterzuarbeiten.
Gleichzeitig ist auch der Ex-Bayern-Profi gefragt letzte Details zu klären, wie Präsident Thomas Schlesinger erklärt: "Er wünscht sich natürlich die nötige Rückendeckung und Unterstützung seitens Vorstand und Aufsichtsrat sowie belastbare Zusagen, was den Etat für den sportlichen Bereich anbelangt. Bei beidem sind wir auf der Zielgeraden und benötigen noch Zusagen von Sponsoren sowie das Ergebnis aus dem Landkreis zur Stundung der Pacht."
Zu letzterem Punkt tagt am Mittwoch der Kreistag. Der Kumpelverein beantragt die für Juni fällig werdende Stadionpacht für 2026/27 in Höhe von 250.000 Euro zu stunden. Für den Abstiegsfall muss die Höhe der Stadionpacht derweil neu verhandelt werden. Bekommt der Verein die Pacht erneut gestundet, entstünde finanzieller Spielraum.
Derzeit plant der FCE nach TAG24-Infos bei Abstieg mit rund drei Millionen Euro für die erste Mannschaft in 2026/27. In der Regionalliga Nordost wären die Veilchen damit voraussichtlich Ligakrösus. Zum Vergleich: Der FSV Zwickau investiert im laufenden Spieljahr 1,4 Mio. Euro in die erste Mannschaft. Allerdings kalkuliert Lila-Weiß auch einem Verlust in Höhe von ca. 557.000 Euro ein.
Wer wird die Verantwortung für die Kaderplanung für 2026/27 tragen?
Geld alleine schießt bekanntlich keine Tore. Es muss auch klug in Spieler investiert werden, um den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen. Da ist der (richtige) Sportchef eine Komponente, zeitnah die Mannschaft zusammenzustellen, bevor die Filetstücke vom Transfermarkt sind, die andere.
Schlesinger: "Wir sind an einem Punkt angelangt, wo wir zwingend mit der sportlichen Planung für die neue Saison beginnen müssen, die sich dann über den April, Mai bis in den Juni hinwegziehen wird. Dafür brauchen wir klare Verantwortlichkeiten, wer in der sportlichen Leitung was verantwortet."
Deswegen die Deadline 1. April. Folgt der Aufsichtsrat nicht dem Willen des Vorstandes, wäre Letzterer beschädigt. Macht Tarnat den Rückzieher, stünde man bedröppelt da.
Hat Aue einen Ausweg für einen der beiden Fälle, wollte TAG24 wissen. Schlesinger hierzu: "Sportvorstand Jens Haustein hat für diesen Fall einen Plan B aufgestellt. Denn nochmal: wir müssen die neue Saison vorbereiten und dürfen hier keine wertvolle Zeit verlieren. Ich gehe allerdings davon aus, dass sollte vom Aufsichtsrat ein starkes Votum kommen, Michael Tarnat sich für den FC Erzgebirge Aue entscheidet."
Geschieht das nicht, ist Steffen Ziffert, der nach dem Heidrich-Aus im Winter beratend zur Seite stand und Tarnat an Haustein empfahl, eine denkbare Variante als Kaderplaner.
Titelfoto: PICTURE POINT/ S.Sonntag

