Baris Atik als polarisierender Faktor beim FCM: "So einen brauchst du in jeder Mannschaft"
Magdeburg - Emotionalität, Genialität und Qualität. Drei Attribute, mit denen versucht werden darf, Baris Atik (31) zu beschreiben. Der Leistungsträger ist eine der Identifikationsfiguren beim 1. FC Magdeburg und tut mit seinem Team momentan alles, um seine Elbestädter in der Liga zu halten. Anfang der Woche war Atik zu Gast in der Talkshow "at Broski", wo er über seinen Charakter, die aktuelle Situation und seine Vergangenheit redet.
Als einer der Leistungsträger spielt der 31-Jährige eine unfassbar wichtige Rolle im andauernden Abstiegskampf. Er selbst ist sich über die Art und Weise, wie er Fußball spielt, natürlich sehr bewusst: "Ich provoziere auch gerne mal. Für mich war es immer wichtig, ich selbst zu sein", sagt Atik.
"Ich sage auch Dinge, die der ein oder andere nicht hören möchte." Diese hitzige Art und auch der "Trash-Talk" beschränkt sich allerdings nur auf die Minuten auf dem Platz, denn nach Abpfiff gibt man sich immer die Hand, meint er. "Am Ende des Tages ist mir wichtig, dass ich in den Spiegel schauen kann und ich selbst geblieben bin."
Die Experten in der Runde sind sich einig, dass jede Mannschaft solch einen Spielertyp braucht. Julia Simic (TV-Expertin & Trainerin) meint, dass jemand wie Atik "Leben in eine Mannschaft bringt" und "Zuschauer und Mannschaft mitreißt". Simic ist sich sicher, dass sie ihn als Trainerin "gerne auf dem Platz hätte".
Neben der Emotionalität bringt Atik natürlich auch spielerische Qualitäten mit: In der Liga kommt er nach 29 Spielen auf fünf Treffer und elf Vorlagen. Besonders mit Top-Torjäger Mateusz Zukowski (24) scheint ein blindes Verständnis zu herrschen.
Baris Atik einer für die Bundesliga?
Thomas Wagner (Sportmoderator) ist ebenfalls der Meinung, dass jedes Team einen solchen Charakter braucht, und geht sogar noch einen Schritt weiter: "Ich frage mich, was du immer noch in der 2. Liga machst. Von dem, was du am Ball kannst, musst du eigentlich Bundesliga spielen", äußert Wagner.
Atik selbst schaut sehr reflektiert auf seine Karriere. Er weiß, dass er in seiner Vergangenheit "sehr viele Fehler" gemacht hätte und sich teilweise "selbst im Weg stand". Gleichzeitig weiß er um sein Potenzial und seine eigene Qualität und ist "überzeugt, dass er in der Bundesliga spielen kann".
Sein großer Traum wäre es, "in den nächsten fünf Jahren mit dem 1. FC Magdeburg mindestens für eine Saison in der Bundesliga zu spielen", sagt der 31-Jährige.
Situation beim FCM noch nicht entschärft
Baris Atik war wohl schon zu Beginn der Saison klar, dass es für den 1. FC Magdeburg diesmal eine andere Saison sein wird, als noch im Jahr zuvor: "Nach der Titz-Ära wussten wir, dass eine schwierige Saison auf uns wartet, denn wir haben mit Burcu, Kaars und El-Hankouri sehr starke Spieler verloren. Da war uns erst mal wichtig, uns in der Liga zu etablieren", erklärt er.
Dennoch sieht es für den 1. FC Magdeburg aktuell gut aus, doch immer wieder betont der gebürtige Frankenthaler, dass die Magdeburger sich nicht ausruhen dürfen. Doch auch wenn der FCM sich noch mitten im Abstiegskampf befindet, ist Atik "zuversichtlich", dass die Elbestädter die Klasse halten werden.
Dazu verhilft laut dem 31-Jährigen auch ein Trainer wie Petrik Sander (65): "Pet hat so viel Erfahrung und hat auch diese gewisse Aura, wenn er den Raum betritt. Für uns ist es in der aktuellen Situation wichtig, einen Trainer zu haben, der diese Ruhe ausstrahlt", erklärt Atik.
Am kommenden Wochenende geht es für Baris Atik und seine Magdeburger im vorletzten Auswärtsspiel gegen den 1. FC Nürnberg. Je nach Ausgang der Parallelspiele ist es für den FCM möglich einen Abstand von fünf Zählern auf den Relegationsrang zu erspielen.
Titelfoto: Swen Pförtner/dpa
