"Das hat mich erschüttert": FCM-Präsident über Ausschreitungen

Magdeburg - Rund eine Woche nach den heftigen Ausschreitungen beim Elb-Clásico findet FCM-Präsident Dr. Jörg Biastoch (62) im Rahmen des Heimspiels gegen Hannover klare Worte und geht auch auf die geforderten Maßnahmen ein.

Im Heimspiel gegen Hannover blieb es zwischen Fans und Polizei ruhig.
Im Heimspiel gegen Hannover blieb es zwischen Fans und Polizei ruhig.  © Andreas Gora/dpa

"Das, was da am letzten Samstag passiert ist, hat mich wirklich erschüttert", so der 62-Jährige nach dem Spiel gegen Hannover. "Für mich ist das so, da wurde eine rote Linie überschritten. Es ist schlimm, was in dieser Dynamik passiert ist", gibt Biastoch seine Meinung zu den Vorfällen ab.

"Wir können ausschließen, dass es eine geplante Aktion war", geht der FCM-Boss auf die Vermutung ein, dass Anhänger diesen Konflikt bewusst gesucht haben. "Es gab Fans, auch aus der aktiven Fanszene, die versucht haben, zu deeskalieren."

Neben den Ausschreitungen bringt Biastoch ebenfalls Kritik an der DFL an: "Ich verstehe nicht, dass so ein Hochrisikospiel am Samstagabend angesetzt wird. Da gab es in der Vergangenheit schon die ein oder andere Auseinandersetzung, warum gehe ich nicht in ein Nachmittagsspiel rein?"

Ex-Coach Christian Titz mit lobenden Worten für den FCM
1. FC Magdeburg Ex-Coach Christian Titz mit lobenden Worten für den FCM

Die Polizei wiederum gab auf Anfrage von TAG24 im Vorfeld des Derbys an, dass die Dunkelheit bei diesem Topspiel kein erhöhtes Risiko darstellen würde.

Welche Konsequenzen gibt es für den 1. FC Magdeburg?

Laut Dr. Jörg Biastoch ist eine Blocksperre durchaus möglich.
Laut Dr. Jörg Biastoch ist eine Blocksperre durchaus möglich.  © Andreas Gora/dpa

"Jeder Täter, der ermittelt wird, muss mit Konsequenzen rechnen, das ist ganz klar. Da geht es zum Beispiel um Stadionverbot", sagt Jörg Biastoch klar und deutlich. Ihm ist aber auch wichtig, dass es die Richtigen trifft: "Ich bin kein Fan von Kollektivstrafen, sondern die einzelnen Täter müssen ermittelt werden."

Neben den Einzeltätern wird es von Seiten der DFL wohl auch Konsequenzen für den 1. FC Magdeburg selbst geben. Welche, ist noch unklar: "Die Frage kann ich nicht so einfach beantworten, wir rechnen aber mit einer empfindlichen Strafe, das ist klar."

Die Polizeigewerkschaft äußerte schon früh die Aufforderung, in Magdeburg bis Saisonende nur noch Geisterspiele stattfinden zu lassen: "Das hoffen wir natürlich nicht, aber wenn ich da mal andere Vorfälle vergleiche, kann es schon zu einer Blocksperre kommen", so der FCM-Präsident über den Vorschlag.

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1. FC Magdeburg Polizei zieht Fazit nach erstem FCM-Spiel seit Krawallen

"Gewalt hat in unserem Stadion jahrelang keine Rolle gespielt. Dass jetzt der Ausbruch kam, hat uns erschüttert. Wir werden überlegen, ob es auch bauliche Maßnahmen geben kann, um solche versuchten Blockstürme zukünftig zu verhindern", gibt Dr. Jörg Biastoch einen Ausblick auf die vereinsinternen Konsequenzen.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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