Dominik Reimann im TAG24-Interview: "Kritik an meiner Person war schon immer da"
Magdeburg - Kaum eine Position steht im Fußball so im Fokus, wie der Torwart. Als letzter Mann trägt jeder Schlussmann eine gehörige Portion Verantwortung auf den Schultern. Das ist auch beim Kapitän des 1. FC Magdeburg, Dominik Reimann (28), nicht anders.
TAG24 sprach mit ihm und fragte nach seiner Meinung über die Stimmung innerhalb der Mannschaft, der Kritik an seiner Person und dem Torwart-Dasein generell.
TAG24: Mit der Länderspielpause gab es jetzt eine kleine Ruhephase von zwei Wochen. Auf Social Media war zu sehen, dass Sie unter anderem mit ihrem Hund spazieren waren. Wie haben Sie die Pause sonst noch genutzt?
Dominik Reimann: "Genau so. Meine Freundin und ich sind in Magdeburg geblieben, waren mit dem Hund draußen und haben zusammen Zeit verbracht. So konnte ich auch ein Stück weit meinen Kopf freibekommen und ein bisschen abschalten."
TAG24: Der FCM war vor der Länderspielpause auf einem guten Weg. Meinen Sie, dass diese Pause jetzt zu einem ungelegenen Zeitpunkt kommt, oder hilft das?
Dominik Reimann: "Ich glaube, das spielt keine große Rolle. Eine Länderspielpause kann gut genutzt werden - und das haben wir definitiv. Die Woche war sehr intensiv, obwohl wir am Wochenende spielfrei hatten."
Dominik Reimann über das kommende Duell gegen den VfL und die Stimmung beim 1. FC Magdeburg
TAG24: Was erwarten Sie für ein Spiel gegen Bochum am Wochenende?
Dominik Reimann: "Ich erwarte eine kämpferische Partie. Man hat es im Hinspiel auch schon gesehen, worauf es ankommen wird gegen Bochum: viele hart geführte Zweikämpfe. Der VfL wird wohl eher abwartend agieren, uns den Ball überlassen und auf Umschaltmomente lauern. Auch über Standards werden die Jungs versuchen, gefährlich zu werden, das haben sie so zumindest in den letzten Begegnungen gemacht."
TAG24: Petrik Sander betont in den PK's gerne, dass die Stimmung ein gutes Maß an Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit hat. Wie nehmen Sie die Mannschaft in der aktuellen Situation wahr?
Dominik Reimann: "Ich nehme das genauso wahr, wie unser Coach das sagt. Wir wissen, wo wir stehen und wir wissen auch, was wir brauchen, um erfolgreich zu sein. Trotzdem dürfen wir diese gewisse Leichtigkeit in unserem Spiel nicht verlieren. Sonst wird es schnell zu verkrampft. Wir müssen uns stets im Klaren sein, in welcher Situation wir uns gerade befinden und trotzdem muss alles, was wir machen, mit Spaß und Überzeugung geschehen."
FCM-Schlussmann über die Kritik an seiner Person
TAG24: Auch für Sie persönlich war es zu Beginn der Rückrunde keine einfache Zeit und es kam viel Kritik auf. Wie gehen Sie mit diesen Meinungen von außen um?
Dominik Reimann: "Ich selbst habe kein Geheimrezept, wie ich genau damit umgehe und betrachte solche Themen daher immer sehr nüchtern. Generell bin ich von der Sorte Mensch, die sehr selbstkritisch mit sich ist, auch im Nachgang von Partien, wo ich gut gespielt habe. [...] Kritik an meiner Person war allerdings schon immer da und sie wird es auch bleiben, aber so funktioniert nun mal Social Media - viele Spieler sind leider davon betroffen. Umso wichtiger ist es, derartige Kommentare gar nicht erst zu lesen. Man sollte sich entsprechend im Klaren sein, was für eine Wertigkeit Kommentare auf Instagram haben. Letzteres ist mir, würde ich über mich selbst behaupten, bislang ziemlich gut gelungen. [...]."
FCM-Keeper erläutert Schwierigkeiten im Torwart-Dasein
TAG24: Die Standards sind beim FCM immer ein Thema: Wie schwer ist es für Sie als Torhüter sich auf "neue" Standard-Taktiken wie z.B. das Zustellen des Torwarts, vorzubereiten?
Dominik Reimann: "Das Zustellen ist nicht neu. Mittlerweile spielen ganz viele Mannschaften diese Variante, bei der du als Torwart auch nicht mehr so geschützt wirst, wie es früher einmal der Fall war. Auch mit dem VAR kann der Torwart nicht mehr einfach raus aus der Box. Ich glaube, dass man in den letzten Spielen gesehen hat, dass wir es als Team inzwischen gut hinkriegen und es im Kollektiv in den Griff bekommen haben. Klar ist jedoch auch, wenn du so viele Jungs auf engstem Raum hast, dann erfordert es auch ein gewisses Spielglück, um das zu weg verteidigt zu kriegen. Aber dieses ein Patentrezept, mit dem jedes Eckentor verhindert werden kann, das gibt es leider nicht."
Erster Eindruck des neuen FCM-Sportdirektors
TAG24: Haben Sie Peer Jaekel schon kennengelernt und wenn ja, welchen Eindruck macht er auf Sie?
Dominik Reimann: "Ja, natürlich haben wir uns inzwischen schon kennengelernt. Er hat sich bei uns allen vorgestellt und macht einen sehr sympathischen Eindruck. Mehr kann ich zum aktuellen Zeitpunkt aber noch nicht sagen, weil Peer erst seit Dienstagnachmittag hier bei uns ist. Aber der erste Eindruck war wirklich top."
TAG24: Zum Abschluss: Wer war als Kind ihr Torwart-Idol?
Dominik Reimann: "Als Kleinkind war es Iker Casillas. Über die Zeit wurde es dann aber Marc-André ter Stegen, dessen Spielart mit dem Fuß mich nachhaltig sehr beeindruckt hat."
Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

