Gefängnisstrafe angemessen? Stahlknecht über Ausschreitungen bei Magdeburg gegen Dynamo

Magdeburg - Nach den massiven Ausschreitungen beim Zweitligaspiel zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden hat der Präsident des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt ein härteres Durchgreifen gefordert.

Beim Zweitliga-Topspiel kam es abseits des Rasens zu unschönen Szenen.  © Andreas Gora/dpa

Die Täter müssten schnell ermittelt werden und dann sei es entscheidend, "dass es schnelle und harte Urteile gebe", sagte der frühere Innenminister von Sachsen-Anhalt, Holger Stahlknecht (CDU), dem MDR.

Dabei geht es für Stahlknecht auch um eine präventive Wirkung. Man solle, statt einer Bewährungs- oder Geldstrafe, auch über eine Gefängnisstrafe nachdenken. Gleichzeitig sprach er sich gegen Geisterspiele aus. "Wir haben immer einige, die sich nicht an Regeln halten, und am Ende leidet dann eine gesamte Gesellschaft unter diesen Auswüchsen."

Bei dem Topspiel am Samstagabend wurden mindestens 64 Polizisten verletzt, davon mussten 17 Beamte im Krankenhaus behandelt werden.

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Laut Angaben der Polizei hatten die Fans des 1. FC Magdeburg versucht, in den Gästeblock zu gelangen und wurden dabei von der Hundertschaft aufgehalten. Die Polizei hat mittlerweile ein Hinweisportal im Internet eingerichtet, um die Aufarbeitung effizienter zu gestalten.

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Die Polizeiinspektion Magdeburg bittet Zeugen, über das Portal Fotos oder Videos zu den Ausschreitungen im Stadion hochzuladen.

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1. FC Magdeburg künftig mit Geisterspielen?

Schon vor dem Spiel kam es zu einer Pyro-Choreographie.  © Andreas Gora/dpa

Die Deutsche Polizeigewerkschaft wiederum ist anderer Meinung als Stahlknecht. Sie fordert, dass nach den schweren Ausschreitungen beim Fußballspiel zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden am Wochenende Geisterspiele bis zum Saisonende in Magdeburg in Betracht gezogen werden, so die dpa.

Der Schutz von Polizeikräften und unbeteiligten Dritten sollte an jedem Spieltag Priorität sein, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft, Heiko Teggatz. "Wenn Sicherheit nicht gewährleistet werden kann, müssen Spiele ohne Zuschauer stattfinden."

Sicher ist, dass die Aufarbeitung noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Und die Meinungen zu den Sicherheitsmaßnahmen gehen weiterhin auseinander.

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Erstmeldung vom 26. Januar, 15.25 Uhr. Zuletzt aktualisiert: 16.11 Uhr.

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