Gewaltexzess von Magdeburg-Hools: Jetzt ermittelt die Polizei wegen versuchten Mordes

Magdeburg - Es sollte ein Fußballfest werden, stattdessen rückte nach Abpfiff das Sportliche in den Hintergrund. Am Samstagabend ereigneten sich abseits des Rasens, auf dem das Zweitliga-Topspiel zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden ausgetragen wurde, hässliche Szenen zwischen Magdeburg-Anhängern und der Polizei. Jetzt ermittelt die Polizei in drei Fällen sogar wegen versuchten Mordes.

Das Sportliche rückte am Samstagabend in den Hintergrund.  © Imago / Christian Schroedter

Bei den massiven Ausschreitungen im Rahmen des Topspiels, wurden 70 Einsatzkräfte verletzt, 17 von ihnen so schwer, dass sie in einem Krankenhaus behandelt werden mussten, teilte Pressesprecher Stefan Brodtrück TAG24 mit. Jetzt wird wegen schweren Landfriedensbruch, Raub und Sachbeschädigung ermittelt.

Schon zu Beginn des Spieltages wurde von den Beamten eine Sicherheitskamera entdeckt, die mutmaßlich von den Heimfans zugeklebt wurde. Dies lässt die Polizei laut eigener Aussage vermuten, dass der Konflikt von Seiten der Fans bewusst gesucht wurde.

Die Auseinandersetzungen ereigneten sich in der Halbzeitpause der Partie hinter dem Heimblock "U", wonach laut polizeilichen Angaben circa 250 Magdeburg-Anhänger auf die Polizei losgingen und diese attackierten.

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Für die Angriffe sollen die Fans unter anderem Gullydeckel, Toiletten, Gehweg-Platten und Steine benutzt haben.

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Massenschlägerei zwischen Magdeburg- und Dynamo-Fans konnte verhindert werden

Der Anpfiff der Partie verzögerte sich aufgrund von Bengalos, die im Heimblock gezündet wurden.  © Andreas Gora/dpa

Bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag hatten sich Anhänger des 1. FC Magdeburg mit Dynamo-Fans offenbar zu einer Schlägerei verabredet. Laut der Polizei wollten sich dabei 50 Magdeburger und 90 Dresdener im Bereich Schönebeck treffen.

Dieses Aufeinandertreffen konnten die Einsatzkräfte verhindern, was laut Polizei der Grund für die Gewaltbereitschaft der heimischen Fans am Spieltag gewesen sein soll. Von der Polizeiinspektion wurde mittlerweile ein Hinweisportal eingerichtet, bei dem Zeugen einreichen können, was sie gesehen haben.

Die Polizeigewerkschaft fordert harte Strafen für den 1. FC Magdeburg und bringt dabei sogar die Maßnahme Geisterspiele in die Diskussion. Die Ermittlungen dauern bis auf Weiteres an.

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