Kot, Erbrochenes und anderer Dreck: Zugführer beschwert sich öffentlich über Magdeburger Fans

Magdeburg/Berlin - Am vergangenen Freitag spielte der 1. FC Magdeburg gegen Hertha BSC Berlin in der 2. Bundesliga. Nach dem Endstand von 2:3 mussten einige Fans der Elbestädter offenbar ihren Frust an einem Zug der Ostdeutschen Eisenbahn Gesellschaft (ODEG) auslassen. Der Lokführer beschwerte sich jetzt öffentlich.

"Fans" des 1. FC Magdeburgs richteten auf ihrer Heimreise von Berlin nach Magdeburg in einem Zug der ODEG schlimme Schäden an.
"Fans" des 1. FC Magdeburgs richteten auf ihrer Heimreise von Berlin nach Magdeburg in einem Zug der ODEG schlimme Schäden an.  © Screenshot/LinkedIn/tobiasbrauhart

"Es reichte eine Fahrt von Berlin nach Magdeburg mit den 'Fans' vom 1. FC Magdeburg, um einen 14-Millionen-Euro-Zug in Schutt und Asche zu legen."

So beginnen die ersten Worte von Tobias Brauhart, der das Verhalten einiger FCM-Fans öffentlich anprangert. Leidtragende sind neben ihm die Angestellten in der Zugreinigung und der Zug selbst.

"Hier stinkt es nach Kotze, Kot, Alkohol und Kippen. Widerlich!", führt der "stinksaure" Triebfahrzeugführer aus.

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Seine Worte veröffentlichte er auf dem Job-Netzwerk LinkedIn. Gleichzeitig zeigt er dabei die "Hinterlassenschaften" der Mitreisenden.

In und um Magdeburg ist man dieses Bild bereits gewohnt: Viele blau-weiße Sticker und Aufkleber des Magdeburger Zweitligisten, wohin man nur schaut. Zusätzlich die typischen Schmierereien mit dem Schriftzug "1. FCM".

Auf kleinem Raum in einem Zug ist dieses Verhalten einiger "Fans" allerdings nochmal eine Spur schärfer.

Harte Kritik an die Vereinsführung

Die Einrichtung des Zuges wurde unter anderem mit Körperausscheidungen und Müll verunreinigt.
Die Einrichtung des Zuges wurde unter anderem mit Körperausscheidungen und Müll verunreinigt.  © Screenshot/LinkedIn/tobiasbrauhart

Brauhart fordert mit seinem Schritt an die Öffentlichkeit auch eine Reaktion der Vereinsführer selbst: "Und was wird man aus dem Vereinsvorstand über deren Muster-Fußball-Fans hören? 'Wir distanzieren uns ausdrücklich… bla bla bla…'"

Die Kosten für die Reinigungsarbeiten und Instandsetzung des Zuges könne ja der Verein übernehmen, meint der ODEG-Angestellte.

"Übernehmt Verantwortung für Eure pöbelnden und zerstörenden Horden. Sonst seid Ihr keinen Deut besser!"

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Der Lokführer möchte mit seinen harten Worten aber nicht alle Fans über einen Kamm scheren.

Eingeschritten sei aber auch niemand, teilte er auf LinkedIn mit.

Großes Lob gebührt den Personen, die die verdreckten und beschädigten Zugabteile wieder auf Vordermann bringen.

Selbst vor der Elektronik im Zug machten die Randalierer nicht Halt und sorgten für weitere Schäden.
Selbst vor der Elektronik im Zug machten die Randalierer nicht Halt und sorgten für weitere Schäden.  © Screenshot/LinkedIn/tobiasbrauhart

Belohnung für Mitarbeiter in der Reinigung

Schmierereien und haufenweise Sticker mussten vom Reinigungspersonal aufwändig entfernt werden.
Schmierereien und haufenweise Sticker mussten vom Reinigungspersonal aufwändig entfernt werden.  © Screenshot/LinkedIn/tobiasbrauhart

Reinigungsmitarbeiter der Deutschen Bahn in Magdeburg-Buckau hatten vermutlich (den veröffentlichten Bildern nach zu urteilen) genauso wenig zu lachen.

Sie sorgten innerhalb kürzester Zeit dafür, dass sämtliche Schmierereien, Sticker und Verunreinigungen durch Körperausscheidungen entfernt wurden.

"Wer auch immer dem Reinigungs-Team in Magdeburg vorsteht: Ich habe Cappuccino als kleines Dankeschön mitgebracht. Jetzt seid Ihr dran, Eure Mitarbeitenden - in welcher Form auch immer - für deren diskussionslosen, schnellen und sauberen Einsatz zu belobigen", schrieb Brauhart.

Laut dem ODEG-Geschäftsführer Lars Gehrke werde der Zug für ein paar Tage ausfallen. Zu groß seien die angerichteten Schäden.

Unter anderem wurden Abdeckungen beschädigt und die dahinter befindliche Kabel herausgerissen.

Das Unternehmen überlege nun, wie man zukünftig solche Entgleisungen von Fußballfans verhindern könne.

Eine Option wäre zum Beispiel das Anwenden des Hausrechts, um von vornherein die Mitfahrt durch Fangruppierungen zu untersagen. Dieser Schritt träfe dann auch Unbeteiligte, sieht der ODEG-Geschäftsführer ein.

Ein Statement des FCM zu dem hässlichen Vorfall steht noch aus.

Titelfoto: Bildmontage: Screenshots/LinkedIn/tobiasbrauhart

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