Zweimal kein Elfer, dafür Rot: 1. FC Magdeburg verliert bei Tormaschine Paderborn

Paderborn - Bitterer Samstagnachmittag für den 1. FC Magdeburg! Der Aufsteiger hat am 7. Spieltag der 2. Bundesliga dem offensivstarken Tabellenführer SC Paderborn 07 in Unterzahl lange die Stirn geboten, letztlich aber knapp mit 0:1 (0:0) verloren.

Tolle Unterstützung der Anhänger des SC Paderborn gegen den 1. FC Magdeburg, die selbst rund 1300 Fans mitbrachten.
Tolle Unterstützung der Anhänger des SC Paderborn gegen den 1. FC Magdeburg, die selbst rund 1300 Fans mitbrachten.  © Michael Matthey/dpa

11.213 Zuschauer sahen in der Home Deluxe Arena in der 79. Minute das Siegtor von Marvin Pieringer. Zudem bekam Magdeburgs Jamie Lawrence in der 40. Minute Gelb-Rot..

Drei Neue brachte SCP-Coach Lukas Kwasniok nach dem 2:2 beim FC St. Pauli: Marco Schuster, Sirlord Conteh und Maximilian Rohr ersetzten Uwe Hünemeier (nicht im Kader) sowie Robert Leipertz und Pieringer (beide Bank).

Im Vergleich zum spektakulären 4:4 beim 1. FC Kaiserslautern nahm FCM-Trainer Christian Titz nur einen Wechsel vor: Connor Krempicki startete wieder für Julian Rieckmann (Bank).

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1. FC Magdeburg Dritter Wintertransfer: Magdeburg leiht Österreicher Ullmann aus

Nach zuletzt elf Gegentoren in den vergangenen drei Partien galt es für die Elbestädter, Stabilität in die Defensive zu bringen. Allerdings ging es ausgerechnet gegen Paderborn, das in dieser Saison schon 20 Mal knipste, in seinem Stadion Holstein Kiel jüngst mit 7:2 abfertigte und alle drei Heimspiele gewinnen konnte.

Titz' Team - alle vier Punkte bislang auswärts errungen - konnte die Begegnung in Ostwestfalen ausgeglichen gestalten, ließ lange Zeit nichts zu, war nach vorn aber gleichzeitig auch ungefährlich.

Der erste Abschluss gehörte den Magdeburgern, die in ihrer Geschichte keines ihrer acht Liga-Duelle mit dem SC verloren haben: Mohammed El Hankouri rutschte der Ball aber aus 20 Metern über den Schlappen und ging dadurch deutlich an Jannik Huths Gehäuse vorbei (4.).

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Zweimal fällt Magdeburgs Luca Schuler, zweimal gibt's keinen Elfer - Platzverweis für Jamie Lawrence

Magdeburgs Jamie Lawrence (vorn r.) sah nach einem Foul an Felix Platte hier Gelb.
Magdeburgs Jamie Lawrence (vorn r.) sah nach einem Foul an Felix Platte hier Gelb.  © Michael Matthey/dpa

In der 20. Minute wurde es richtig gefährlich für den FCM - wieder unnötig. El Hankouri spielte einen unnötigen Querpass am eigenen Strafraum, Conteh kam da nur knapp zu spät reingesprintet.

Luca Schuler war anschließend gleich zweimal wegen Zweikämpfen im Strafraum im Rampenlicht. Beim zweiten, der deutlich näher an einem möglichen Elfmeter war, setzte sich der Stürmer erst gegen Jannis Heuer durch, der dann von hinten in Schuler fiel und ihn mit einem Kontakt am Bein zu Fall brachte.

Schiedsrichter Sven Waschitzki-Günther zeigte weder hier noch zuvor in der 26. Minute auf den Punkt, auch der VAR schaltete sich etwas überraschend nicht ein (30.).

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1. FC Magdeburg Magdeburger Schnitzer wiederholen sich: "Selbst schuld, dass wir verlieren!"

Zwischendurch gab es die größte Chance der Partie: Florent Muslija wurde bedient, ließ die Abwehr mit einer schönen Einzelaktion alt aussehen, scheiterte aber an Reimann und schob den Nachschuss am Pfosten vorbei (26.).

Knappe zehn Minuten später verloren Paderborns Marcel Hoffmeier und Heuer die Kugel wegen einer Fehlabstimmung, Krempicki fackelte nicht lang und schoss aus 18 Metern, verfehlte den Kasten jedoch deutlich (35.).

Bitter für die Gäste: Lawrence sah nach seinem zweiten härteren Foulspiel noch vor der Halbzeitpause Gelb-Rot (40.). Es war schon der zweite Platzverweis für den 19-Jährigen in dieser Spielzeit.

Und das Einsteigen gegen Sirlord Conteh war Schiedsrichter Sven Waschitzki-Günther (2.v.r.) dann zu viel, er zeigte die Ampelkarte.
Und das Einsteigen gegen Sirlord Conteh war Schiedsrichter Sven Waschitzki-Günther (2.v.r.) dann zu viel, er zeigte die Ampelkarte.  © Michael Matthey/dpa

Ex-Magdeburger Sirlord Conteh verpasst das 1:0 - Marvin Pieringer mit dem späten Siegtor

Das Sturmtrio feiert: Marvin Pieringer (l.) wird für sein Siegtor von Dennis Srbeny (M.) und Felix Platte beglückwünscht.
Das Sturmtrio feiert: Marvin Pieringer (l.) wird für sein Siegtor von Dennis Srbeny (M.) und Felix Platte beglückwünscht.  © Michael Matthey/dpa

Mit einem Mann mehr ging bei Kwasnioks Elf in der zweiten Halbzeit offensiv deutlich mehr. Sie brachte den oft nur noch reagierenden Gegner mehrfach in die Bredouille.

Keine drei Zeigerumdrehungen nach dem Seitenwechsel legte Platte super auf Conteh, der das Spielgerät mit einem Rechtsschuss haarscharf am linken Pfosten vorbeisetzte (48.). Direkt danach trickste Julian Justvan Leon Bell Bell aus, sein Abschluss war aber zu lasch und unplatziert, Reimann packte zu (50.).

Der Keeper war anschließend immer wieder gefragt. Nach einem vergurkten Abwurf wehrte er stark mit dem Fuß gegen Platte ab (61.), der zudem in der 69. Minute nach Ecke drüberköpfte.

Der Topscorer legte in einer Folgeszene infolge einer Flanke klug per Kopf ab für Pieringer, der allerdings direkt in Reimanns Arme schädelte (72.). Der Schlussmann lenkte kurz darauf einen Muslija-Fernschuss über die Latte (73.).

Magdeburg war angezählt - und ging noch zu Boden: Ein hohes Anspiel in die Box fand Pieringer, der die Kugel nach Riemanns Brust-Abpraller zum 1:0 (79.) einnetzte.

Die Gäste kamen danach nicht mehr zurück und verloren knapp beim Spitzenreiter.

Aller Zuspruch half nichts: Christian Titz musste die nächste Pleite mit dem Aufsteiger hinnehmen.
Aller Zuspruch half nichts: Christian Titz musste die nächste Pleite mit dem Aufsteiger hinnehmen.  © Michael Matthey/dpa

Der SCP hat nächsten Samstag (13 Uhr/Sky) den SSV Jahn Regensburg zu Gast. Einen Tag später (13.30 Uhr/Sky) empfängt der FCM die SpVgg Greuther Fürth zum Kellerduell.

Titelfoto: Michael Matthey/dpa

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