Der entspannteste Keeper der 2. Liga? Das Geheimnis hinter der Aura von St. Paulis Ben Voll
Flachau (Österreich) - Die neue Nummer eins im Tor des FC St. Pauli heißt ab der neuen Saison Ben Voll. Seit Sommer 2024 steht der Keeper bei dem Kiezklub unter Vertrag. Mit dem Abgang von Nikola Vasilj (30) rückt der 25-Jährige nun ins Spotlight der Hamburger. Im Interview mit TAG24 verriet er, wieso ihn gefühlt nichts und niemand aus der Ruhe bringt.
Die Vögel zwitscherten, der kleine Bach, der durch Flachau fließt, sorgte für angenehmes Hintergrundplätschern und einzelne Sonnenstrahlen funkelten durch die sich sanft wiegenden Bäume auf der Terrasse des Teamhotels "Dips & Drops".
Dann stieß Ben Voll dazu - und es hätte kaum besser passen können. Seine ruhige, fast entschleunigende Art schien sich nahtlos in dieses idyllische Setting einzufügen. Wer zur Gen Z gehört, würde wohl sagen: "Der Mann hat einfach Aura!"
Wenn der Keeper einen Raum betritt, fällt es schwer, sich nicht von seiner unaufgeregten und entspannten Ausstrahlung anstecken zu lassen.
Mit dieser Aura beantwortete er nahezu alle Fragen. Bei einer kam er allerdings ins Straucheln, denn plötzlich hatte er keine Antwort.
Was bringt einen Ben Voll denn nun eigentlich mal aus der Ruhe? Tja, irgendwie nichts so richtig, wie sich herausstellte. "Ich glaube, die Ruhe gehört irgendwie auch einfach zu meinem Naturell. Ich habe generell kein hohes Konfliktpotenzial in diese Richtung", so der gebürtige Rheinländer.
Nicht mal beim Fußballschauen geht Ben Voll mal an die Decke
Es scheint also, als hätte der erst 25-Jährige seine innere Mitte komplett gefunden. Oder?
Auf dem Fußballplatz sei es mit den Emotionen dann doch manchmal etwas anderes.
"Auf dem Platz und in Spielen würde ich mich schon als emotional bezeichnen", überlegte der Keeper. "Ich glaube schon, dass ich hundert Prozent im Moment bin und das dann auch genauso fühle und nach außen trage."
Auch als sehr begeisterungsfähig würde er sich bezeichnen. Nur fahre er eben selten bis gar nicht aus der Haut.
Auch auf dem Sofa sei er der absolute Ruhepol. "Wenn ich auf der Couch sitze und ein Fußballspiel gucke, da gehen nicht die Pferde mit mir durch."
Mit Blick auf seine kommende Saison als Torhüter ist ein dauerhafter Ruhepuls, wie Voll ihn hat, sicherlich kein Nachteil. Vor allem, wenn es zu dem ein oder anderen Strafstoß kommen sollte. "Es hilft natürlich, wenn man mit einer gewissen Lockerheit und Vorfreude rangehen kann."
Auch auf sein erstes Spiel am Millerntor freue sich St. Paulis Nummer eins sehr. Schließlich habe er erst einmal richtig dort gespielt. Damals gewannen die Kiezkicker die spannende Pokalpartie gegen Hoffenheim letztlich mit 10:9 nach Elfmeterschießen - unter anderem durch eine wichtige Parade des damals noch zweiten Keepers.
Doch auch solche Situation scheinen den Wahl-Hamburger nicht aus der Ruhe zu bringen. "Man bereitet sich natürlich ein bisschen drauf vor. Aber im Endeffekt ist es dann Intuition. [...] Es ist nichts, wovor man so richtig Bammel hat."
Um diese gelassene Aura beizubehalten, verbringe Voll abseits des Fußballs gerne viel Zeit mit Freunden, erklärte er. "Ich spiele viel Karten, versuche jetzt langsam mal wieder ein bisschen mehr zu lesen", ergänzte der Profi, der nebenbei außerdem noch studiert.
Titelfoto: WITTERS

