FC St. Pauli: Blessins Wechsel fruchten und sorgen für Ekstase am Millerntor

Hamburg - Das war ganz wichtig! Nach dem trostlosen Derby gegen den HSV hat der FC St. Pauli am Dienstagabend im Nachholspiel gegen RB Leipzig eine Reaktion gezeigt und völlig verdient einen Zähler gegen den Champions-League-Anwärter geholt. Vor allem die Wechsel vor und in der Partie zeigten Wirkung.

St. Paulis Trainer Alexander Blessin (52) war froh über den späten Punktgewinn gegen RB Leipzig.
St. Paulis Trainer Alexander Blessin (52) war froh über den späten Punktgewinn gegen RB Leipzig.  © Christian Charisius/dpa

Vier Tage nach der schlechten Leistung im Stadtderby zeigten sich die Kiezkicker wie ausgewechselt und boten RB eine Partie auf Augenhöhe. Großen Anteil hatten daran auch die vier Neulinge in der Startelf. Tomoya Ando (27) gab sein Startelf-Debüt, die rechte Seite wurde mal wieder von Manolis Saliakas (29) beackert und offensiv wirbelten Danel Sinani (28) und Ricky-Jade Jones (23).

Gerade in der ersten Hälfte hielt die Mannschaft von Trainer Alexander Blessin (52) die Räume eng und hatte viele gute Ballgewinne. Leider wurden die aber leichtfertig vergeben. "Wir waren ein bisschen fahrlässig, haben zu überhastet gespielt und hatten ein schlechtes Timing", ärgerte sich der 52-Jährige nach der Partie. Sinani und Joel Chima Fujita (23) trafen oft die falsche Entscheidung, vor allem im späteren Spielverlauf.

In einigen Situationen machten sie es allerdings richtig gut und konnten so Jones mit seinem Tempo in Szene setzen. Der Angreifer hatte mehrmals die Führung auf dem Fuß, versagte aber kläglich. "An einem guten Tag macht er die vielleicht", mutmaßte Blessin.

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St. Pauli machten gegen einen starken Gegner mal wieder vieles richtig, auch wenn das hohe Tempo der ersten Halbzeit nicht gehalten werden konnte - allerdings auch von Leipzig nicht.

St.-Pauli-Trainer Alexander Blessin brachte mit Dreierwechsel neue Energie auf den Rasen

Der 52-Jährige bewies ein glückliches Händchen. Martijn Kaars (26, M) sorgte für den späten Ausgleich.
Der 52-Jährige bewies ein glückliches Händchen. Martijn Kaars (26, M) sorgte für den späten Ausgleich.  © WITTERS

Kurzzeitig zeigte sich dann wieder die Grausamkeit des Fußballs, wenn die eine Mannschaft oben und die andere unten steht. Yan Diomande (19) brachte RB mit einem abgefälschten Schuss in Führung (66.). "Dann denkst du: Verdammt nochmal, solche Spiele hatten wir jetzt schon zu häufig", gab Blessin einen Einblick in sein Seelenleben. "Aber wir haben dran geglaubt und sind zurückgekommen."

Zu verdanken war das vor allem seinen Wechsel. Eine Viertelstunde vor Schluss brachte ein Dreierwechsel neuen Schwung in die Partie. "Es ging vorwiegend um Energie und das haben sie gut gemacht", begründete Blessin seine Entscheidung und verwies auf die Rückrunde der vergangenen Saison, wo die Breite des Kaders geholfen hatte. "Es ist extrem wichtig, eine gute Bank zu haben, die nochmal Energie auf den Platz bringt."

Dies gelang auch Martijn Kaars (26), der in der Nachspielzeit zunächst gefoult worden war und anschließend vom Punkt aus für den umjubelten Ausgleich sorgte. "Das 1:1 war verdient, aber wir wissen um die Situation und brauchen irgendwann einen Dreier", erklärte der FCSP-Coach.

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Dass St. Pauli nun erstmals im neuen Jahr nach zwei Rückschlägen und der schwachen Leistung gegen den HSV gegen ein Top-Team der Liga zurückgekommen ist, dürfte ein Mutmacher für die kommenden Wochen sein. Vor allem die Partie am Samstag beim FC Augsburg hat eine große Bedeutung, die Fuggerstädter sind nur fünf Punkte weg. "Wenn wir die Leistung konservieren können, kommen auch die Punkte", war sich Blessin sicher. Am besten eben schon am Samstag.

Titelfoto: WITTERS

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