Kaars bleibt cool! FC St. Pauli fährt Last-Minute-Remis gegen Leipzig ein
Hamburg - Was für ein Drama! RB Leipzig hat den sicheren Sieg am Millerntor aus der Hand gegeben und beim FC St. Pauli nur einen Punkt geholt. Die Kiezkicker glichen in der Nachspielzeit vom Punkt zum 1:1-Endstand aus.
Vor der Partie erinnerten die Hausherren am "Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust" unter anderem mit einer ergreifenden Geschichte des ehemaligen jüdischen Fußballers Selig Cahn, der im KZ Auschwitz ermordet worden war.
Zudem rollten beide Teams ein Banner mit der Aufschrift "Kein Vergeben, kein Vergessen" aus.
Sportlich dominierten die Gäste aus Leipzig die Anfangsphase und hatten durch einen Pfostenknaller von Xaver Schlager die größte Chance (8. Minute). Ansonsten tat sich das Team gegen die dichte Defensive von St. Pauli schwer.
Die Kiezkicker selbst konnten sich mit zunehmender Spieldauer etwas befreien und hatten durch den pfeilschnellen Ricky-Jade Jones zweimal die Chance zur Führung, doch der Engländer vergab (18. und 21.).
Auffällig: Beide Mannschaften suchten schnell den Weg nach vorne, allerdings führte das auch immer wieder zu leichten Ballverlusten.
Vor der Pause wurde es aus Sicht der Hausherren noch zweimal brenzlig. Erst scheiterte Antonio Nusa an Nikola Vasilj (44.), in der Nachspielzeit verzog Romulo völlig freistehend.
Später Ausgleich lässt FC St. Pauli jubeln
Mit Wiederanpfiff merkte man beiden Teams das hohe Tempo der ersten 45 Minuten an, ganz so temporeich gingen die Mannschaften nicht mehr zu Werke, dafür allerdings immer noch sehr intensiv.
Wie es dann so häufig der Fall ist, führte erst eine Standardsituation zum Tor. Und zwar in der 66. Minute, als Manolis Saliakas eine Raum-Ecke genau vor die Füße von Yan Diomande köpfte. Der Ivorer legte sich den Ball zurecht und traf aus 20 Meter zur Leipziger Führung. Das Leder war noch unglücklich von Eric Smith abgefälscht worden. Es war das erste Tor von RB im vierten Spiel am Millerntor.
Mit dem 1:0 im Rücken wechselte RB ein wenig in den Verwaltungsmodus, St. Pauli war nun gefordert, allerdings fiel der Blessin-Elf offensiv recht wenig ein. Fast schon symptomatisch, dass bei der vermutlich besten Chancen Jackson Irvine den Ball nicht traf (90.).
Als das Spiel schon entschieden schien, zeigte Schiedsrichter Florian Exner nach einem Foul von David Raum an Martijn Kaars plötzlich auf den Punkt. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte mit etwas Glück zum verdienten Ausgleich.
Durch den späten Ausgleich verkürzte St. Pauli Rückstand auf das rettende Ufer auf vier Zähler, RB verpasste hingegen den Sprung auf Rang vier.
Statistik zum Spiel zwischen dem FC St. Pauli und RB Leipzig
Bundesliga, 16. Spieltag, Nachholspiel
FC St. Pauli - RB Leipzig 1:1 (0:0)
FC St. Pauli: Vasilj - Ando, Wahl, Mets - Pyrka, Sands (76. Irvine), Smith, Saliakas (87. Ceesay), Fujita (76. Rasmussen), Sinani (76. Pereira Lage) - Jones (67. Kaars)
RB Leipzig: Gulacsi - R. Baku, Orban, Bitshiabu, Raum - Seiwald - X. Schlager, Baumgartner (85. Banzuzi) - Diomande (90.+4 Hendrichs), Romulo (64. Harder), Nusa (85. Gomis)
Schiedsrichter: Florian Exner (Münster)
Zuschauer: 29.147
Tore: 0:1 Diomande (66.), 1:1 Kaars (90.+3/Foulelfmeter)
Gelbe Karten: - / Baumgartner (5)
Titelfoto: WITTERS

