FC St. Pauli will Trainingsgelände ausbauen - BUND: "Ein Foulspiel für die Natur"

Hamburg - Ärger vorprogrammiert: Die Umweltorganisation BUND lehnt eine Erweiterung des Fußballleistungszentrums des FC St. Pauli im Überschwemmungsbereich der Kollau strikt ab.

Die St.-Pauli-Verantwortlichen sowie Sportsenator Andy Grote (54, SPD, M.) und Finanzsenator Andreas Dressel (48, SPD, r.) präsentierten im vergangenen Jahr die Pläne zur Erweiterung des Trainingsgeländes.
Die St.-Pauli-Verantwortlichen sowie Sportsenator Andy Grote (54, SPD, M.) und Finanzsenator Andreas Dressel (48, SPD, r.) präsentierten im vergangenen Jahr die Pläne zur Erweiterung des Trainingsgeländes.  © Christian Charisius/dpa

"Wer heutzutage noch daran denkt, Überschwemmungsgebiete zu bebauen oder sie in ihrer Funktion zu schädigen, ignoriert die Gefahren des Klimawandels oder hat sie schlicht nicht verstanden", erklärte Hamburgs BUND-Vorsitzende Christiane Blömeke (62) am Montag.

Die Senatoren Andy Grote (54, Sport) und Andreas Dressel (48, Finanzen, beide SPD), die sich für dieses Projekt öffentlich stark machen, "müssen die Rote Karte erhalten und zurückgepfiffen werden", sagte sie.

Bislang sind die Trainingsplätze des Kiezklubs in der Hansestadt verteilt. An der Kollaustraße gibt es derzeit drei Plätze. Künftig soll das Leistungszentrum insgesamt sieben Sportplätze haben, wovon zwei an der Kollau auf einer Grünfläche im Überschwemmungsgebiet liegen sollen.

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"Diese Pläne sind ein Foulspiel für die Natur und für die Sicherheit der Menschen in Bezug auf den Hochwasserschutz entlang der Kollau", klagte Blömeke.

Angesichts zunehmender Extremwetterlagen und Starkregenereignisse müsse der Senat mehr Überschwemmungsgebiete ausweisen, in denen das Wasser ungehindert versickern könne und keinen Schaden anrichte.

FC St. Pauli wehrt sich gegen die Vorwürfe der Umweltorganisation

Der BUND verlangte, dass auf die beiden im Überschwemmungsbereich geplanten Sportplätze komplett verzichtet werde und darüber hinaus alle Auswirkungen der neuen Fußballgroßanlage ergebnisoffen untersucht würden.

Am Dienstag (18 Uhr) soll im Stadtplanungsausschuss des Bezirks Eimsbüttel darüber diskutiert und die öffentliche Beteiligung beschlossen werden.

Der FCSP wehrt sich indes gegen die Vorwürfe. Auf Abendblatt-Nachfrage hieß es: "Das Retentionsvolumen [für das Wasser, Anm. d. Red.] soll quantitativ vergrößert und zum Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner auch qualitativ verbessert werden. Von einem 'Foulspiel für die Sicherheit der Menschen' kann keine Rede sein."

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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