Sinsheim - Was für ein starker Auftritt! Der FC St. Pauli hat die Monster-Heimserie der TSG 1899 Hoffenheim am Samstag beendet, die Kiezkicker gewannen nicht unverdient mit 1:0 (1:0). Es waren die nächsten Big Points im Abstiegskampf.
Die Anfangsphase war Fußball im Vollgas-Modus, vor allem von der TSG. Zunächst scheiterte Fisnik Asllani an Nikola Vasilj (4.), kurz darauf rettete der FCSP-Schlussmann gegen Andrej Kramaric und Grischa Prömel (8.) im Doppelpack.
St. Pauli aber hielt dagegen und hatte durch Danel Sinani ebenfalls eine gute Chance, doch Oliver Baumann war zur Stelle und klärte zur Ecke (4.). "Es ging hin und her und war ein sehr intensives Spiel", erklärte Trainer Alexander Blessin.
In der Folge beruhigte sich die Partie, nahm aber rund um die 30. Minute wieder an Fahrt auf. Nach einer Ecke kratzte Vasilj einen Schuss von Robin Hranac noch von der Linie (27.), zwei Minuten später brachte sich der Keeper aber selbst in die Bredouille. Grischa Prömel erahnte seinen Pass, scheiterte aber aus zehn Metern. Nach dem Schuss kam es zwischen den beiden zum Zusammenstoß, bei dem sich Vasilj eine blutige Nase holte.
St. Pauli hatte zwar immer wieder gute Umschaltmomente, kam aber kaum zu Chancen. Einmal klappte es allerdings. "So ist es auch beim Tor passiert, als wir den Ball über die zweite Welle gewonnen haben und durch die wunderschöne Flanke ein tolles Tor erzielt haben", freute sich Blessin. Nach einer Balleroberung war Manolis Saliakas auf rechts frei, flankte in die Mitte, wo Mathias Pereira Lage per Kopf zum 1:0 traf. Es war sein erstes Bundesliga-Tor, im Pokal hatte er schon einmal gegen die TSG getroffen.
TSG 1899 Hoffenheim rennt an, aber FC St. Pauli verteidigt mit Mann und Maus die Führung
Die Hoffenheimer zeigten sich von dem Rückstand nicht geschockt und übernahmen nach Wiederanpfiff direkt die Kontrolle. Allerdings fanden sie gegen die dicht gestaffelte Defensive der Hamburger keine Lücke.
Mit zunehmender Spieldauer konnte St. Pauli sich dem Druck etwas entziehen, von Entlastung fehlte aber jegliche Spur. "Wir mussten sehr viel leiden, weil wir wenige Ballbesitzphasen hatten", erkannte Blessin an.
In der Schlussphase war Hoffenheim noch einmal alles nach vorne. "Hoffenheim hat Druck gemacht und von der Bank nochmal nachgelegt", sagte der St.-Pauli-Trainer. "Trotzdem haben wir uns in jeden Ball reingeworfen und hinten einen überragenden Torwart drin gehabt, der uns die Null festgehalten hat."
Vasilj lenkte zunächst einen Kopfball von Ozan Kabak gegen die Latte (80.), in der Nachspielzeit wehrte er einen Versuch von Asllani zur Ecke.
Dann war Schluss. St. Pauli feierte neben den Big Points im Abstiegskampf und den ersten Auswärtssieg der Saison außerhalb von Hamburgs Stadtgrenzen. "Wir sind sehr froh, aber wissen, dass wir noch viel zu tun haben", mahnte Blessin.
Für Hoffenheim hingegen endete damit nicht nur die unglaubliche Heimserie von acht Siegen in Folge, die TSG erlitt zudem einen herben Rückschlag im Kampf um die Champions-League-Plätze.
Die Statistik zum Bundesliga-Spiel zwischen der TSG 1899 Hoffenheim und dem FC St. Pauli
Bundesliga, 24. Spieltag
TSG 1899 Hoffenheim - FC St. Pauli 0:1 (0:1)
TSG Hoffenheim: Baumann - Coufal, Hranac (74. Bernardo), Kabak, Hajdari (86. Campbell) - Avdullahu - Prömel, Burger (62. Prass) - Kramaric (74. Lemperle), Asllani, Touré
FC St. Pauli: Vasilj - Wahl, Smith, Mets (46. Ritzka) - Saliakas, Irvine, Sands, Pyrka - Sinani (89. Ceesay), Fujita - Pereira Lage (75. Metcalfe)
Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)
Zuschauer: 27.700
Tore: 0:1 Pereira Lage (45.+4)
Gelbe Karten: Kabak (2) / Sinani (3), Fujita (4)
Erstmeldung, 28. Februar, 17.35 Uhr; aktualisiert um 19.40 Uhr.