Matchball Nummer zwei: St.-Pauli-Trainer Fabian Hürzeler sieht "Licht am Ende des Tunnels"

Hamburg - Mit dem VfL Osnabrück wartet im letzten Heimspiel der Saison der erste, bereits feststehende Zweitliga-Absteiger auf den FC St. Pauli (Sonntag, 13.30 Uhr/Sky). Dennoch lastet Druck auf der Elf von Cheftrainer Fabian Hürzeler (31).

St.-Pauli-Trainer Fabian Hürzeler (31) blickt mit Respekt auf die Partie gegen den VfL Osnabrück.
St.-Pauli-Trainer Fabian Hürzeler (31) blickt mit Respekt auf die Partie gegen den VfL Osnabrück.  © Christian Charisius/dpa

Mit einem Sieg im ausverkauften Millerntor könnte die Kiezelf nach 13 Jahren den Aufstieg in die Bundesliga perfekt machen.

Dabei müsste ihnen Matchball Nummer zwei nicht mal unbedingt gelingen. Holt Holstein Kiel am Samstag einen Sieg gegen Fortuna Düsseldorf, wäre der Aufstieg bereits vor Anpfiff am Sonntag besiegelt.

Und auch wenn Osnabrück bereits seit Dienstag einen Platz in Liga Drei reserviert hat, blickt Hürzeler bei der Pressekonferenz am Freitag vorsichtig auf die Jungs von der Bremer Brücke.

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"Ich habe sehr, sehr großen Respekt vor Osnabrück. Sie haben nichts mehr zu verlieren, sie können frei aufspielen", erklärte er. Im Hinspiel hatte die Elf von Uwe Koschinat (52) die Boys in Brown sehr gefordert. Das Ergebnis: Lediglich ein Remis. Im Testspiel hatten die Lila-Weißen sogar 3:1 gewonnen.

Deshalb und wegen der Niederlage gegen den HSV herrscht in Hinblick auf die Partie mitunter noch größerer Druck auf der Mannschaft. In bekannter Hürzeler-Manier erklärte der 31-Jährige aber ganz klar: "Wir gehen das Spiel an wie jedes andere." Auch, dass sich das Ganze bereits am Samstagabend entscheiden könnte, sei nebensächlich.

"Am Ende des Tages nimmt man es so, wie es kommt", findet der Kiezcoach, betonte aber gleichzeitig: "Wir können uns nicht auf andere verlassen. Wir bereiten uns so vor, dass wir unser Spiel maximal gut bestreiten können".

Fabian Hürzeler will niemand "in die Tonne hauen"

Der FC St. Pauli will am Sonntag den ersten Aufstieg nach 13 Jahren vor heimischer Kulisse bejubeln.
Der FC St. Pauli will am Sonntag den ersten Aufstieg nach 13 Jahren vor heimischer Kulisse bejubeln.  © Axel Heimken/dpa

Auf dem Cheftrainer herrscht weiterhin zusätzlich Gelbe-Karten-Druck.

Ob er es bis zum Ende der Saison wirklich schafft bei insgesamt sieben Stück zu bleiben? Abwarten.

Er selbst sei inzwischen jedenfalls positiver gestimmt, als noch vor wenigen Wochen. "Ich bin zwar noch weit entfernt, 180 Minuten sind lang, aber ich sehe Licht am Ende des Tunnels", sagte er auf Nachfrage von TAG24. Grund dafür sei vor allem die Wette mit seinem Staff: "Ich bin ein schlechter Verlierer, deshalb will ich auch die Wette gewinnen."

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Um den viel wichtigeren Sieg auf dem Platz zu holen, hätte sich der Ton nach der zurückliegenden sportlichen Mini-Krise (drei Niederlagen in fünf Spielen) ein bisschen verändert, gab Hürzeler zu.

"Natürlich, sprechen wir Dinge, die sie nicht gut gemacht haben, an". Er wolle seine Spieler schließlich nicht im Dunkeln lassen, sondern klar aufzeigen: Wo lagen die Fehler, wie geht es besser. Dabei achte er aber immer besonders auf einen respektvollen Umgang und darauf, niemanden einfach "in die Tonne zu hauen".

Die Vorfreude auf das Spiel sei jedenfalls groß, betonte er abschließend. "Wir müssen wieder diese Festung sein. Die Fans haben uns einfach durch die ganze Saison getragen" - nun sollen sie im besten Fall mit einem Aufstieg am Sonntag belohnt werden.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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