St. Pauli auf dem direkten Abstiegsplatz: Ist die Saison der Kiezkicker noch zu retten?

Hamburg - Dass St. Pauli die Klasse noch halten wird, grenzt inzwischen fast an ein Wunder. Nach der 1:2-Pleite gegen Mainz 05 (0:2) am Sonntag und dem Remis des VfL Wolfsburg in Freiburg (1:1) ging der Relegationsplatz flöten. Wie steht es um Hoffnung und Optimismus?

Kapitän Jackson Irvine (33) steht mit St. Pauli im Abstiegskampf ordentlich unter Druck.  © Christian Charisius/dpa

"Wir müssen weiter an uns glauben. Jeder in diesem Gebäude muss sich halten. Wir müssen uns unterstützen. Es ist der einzige Weg, dass wir in den nächsten zwei Wochen Erfolg haben", appellierte Jackson Irvine (33).

Als Kapitän steht er in einer harten Phase wie dieser zusätzlich ordentlich unter Druck, wie er zugab.

"Es ist schwer", so die klaren Worte des Australiers zu seiner Gemütslage im Abstiegskampf. "Du versuchst, dich auf deine eigene Leistung zu konzentrieren. Aber du versuchst auch die Dynamik zu kontrollieren - auf dem Platz, bei den Fans, auf den Straßen. Das ist auch mein Job."

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Nur noch zwei Partien sind in der Bundesliga-Saison 2025/2026 zu spielen - und wegen des Unentschiedens zwischen Wolfsburg und dem SC Freiburg wird der ohnehin harte Klassenkampf nur noch unangenehmer.

Für Irvine muss das Mindset jetzt erst recht stimmen. Mit gutem Beispiel versucht er deshalb für die finale Phase weiter voranzugehen. "Ich bin Teil dieses Clubs. Ich tue alles, was ich kann, um sicherzustellen, dass wir bleiben!"

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Nach der Niederlage gegen Mainz an Spieltag 32. und dem Remis zwischen Freiburg und Wolfsburg sind die Kiezkicker auf den direkten Abstiegsplatz gerutscht.  © Christian Charisius/dpa

Systemumstellung kommt für Blessin nicht infrage

St.-Pauli-Spieler und Trainer sind sich einig: Nur gemeinsam schafft man es aus der Krise.  © WITTERS

Neben der mentalen Einstellung, muss sich aber auch sportlich etwas tun, wenn man sich in zwei Wochen nicht direkt in die 2. Bundesliga verabschieden will.

Laut Trainer Alexander Blessin gelte es deshalb vor allem "ganz einfache Geschenke" zu vermeiden.

Der 52-Jährige spricht dabei über die "viel zu leichten" Gegentore, wie man sie sich auch wieder am Sonntag gegen den FSV gefangen hatte.

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Wie das gelingen will, darauf scheint selbst der Kiezcoach nicht so richtig eine Antwort zu haben. Eine komplette Systemumstellung habe aus seiner Sicht zwei Tage vor Saisonende aber keinen Sinn.

Das sieht auch Eric Smith (29) so, der gegen Mainz nach einer Verletzung wieder auf dem Platz stand. "Wir können unsere Idee nicht komplett umkrempeln", erklärte der Schwede. "Wir müssen jetzt in den Spiegel gucken und einfach mit Charakter in die letzten Spiele gehen."

Tabelle 1. Bundesliga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 FC Bayern München 32 116:35 83
2 Borussia Dortmund 32 65:32 67
3 RB Leipzig 32 63:42 62
4 Bayer 04 Leverkusen 32 66:43 58
5 VfB Stuttgart 32 66:46 58
6 TSG 1899 Hoffenheim 32 64:48 58
7 SC Freiburg 32 45:53 44
8 Eintracht Frankfurt 32 57:60 43
9 FC Augsburg 32 42:56 40
10 1. FSV Mainz 05 32 41:50 37
11 Borussia Mönchengladbach 32 37:50 35
12 Hamburger SV 32 36:51 34
13 1. FC Union Berlin 32 37:57 33
14 1. FC Köln 32 47:55 32
15 SV Werder Bremen 32 37:57 32
16 VfL Wolfsburg 32 42:67 26
17 FC St. Pauli 32 27:55 26
18 1. FC Heidenheim 32 38:69 23

Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Deutscher Meister. Wer auf den Rängen 17 und 18 steht, steigt in die 2. Bundesliga ab. Der drittletzte Platz (Position 16) darf in der sogenannten Relegation um den Klassenerhalt spielen. Der Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.

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